Begrüßung per Hand: Gedrückt, geschüttelt oder geküsst?

Wer reicht wem zur Begrüßung wann die Hand? In diesem Beitrag aus dem großen Knigge finden Sie Informationen, worauf das Handreichen geschichtlich zurückzuführen ist und wann und wie Sie die Geste heutzutage korrekt einsetzen. Außerdem werden Sonderformen der Begrüßung aufgeführt.                                                                                                                                                                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

   

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Pfeil Welche Grußgesten kennen Sie?

Es gibt verschiedene Gesten zum Gruß, z. B.

  • den Kniefall,
  • die Verbeugung,
  • den Handkuss,
  • den Bruderkuss,
  • das "Bussi-Bussi" und
  • das Händereichen.

In unverbindlichen Situationen genügt meistens ein freundliches Zunicken ohne Körperkontakt.

Beim Handreichen gibt es verschiedene Varianten

  • Handelt es sich um einen Handschlag "unter Männern" oder zur Besiegelung eines (ungeschriebenen) Vertrags?

  • Reicht man sich die Hand z. B. auch im übertragenen Sinn, um Frieden oder um den Bund fürs Leben zu schließen?

  • Drückt man sich im Vorübergehen mal eben schnell die Hand?

  • Werden die Hände bei einer ausführlichen Begrüßungszeremonie oder bei einer Gratulation gedrückt?

Sie sehen: Ähnliche Gesten können ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.

Das Handreichen heute: Welche Anlässe gibt es?

Heutzutage gibt es insgesamt 6 häufige Anlässe, zu denen Menschen sich die Hände reichen:

  1. Begrüßungen: Sie begrüßen Ihr Gegenüber und signalisieren dadurch Aufmerksamkeit und Interesse. Sie nehmen die Anwesenheit des anderen wahr und schaffen eine gute Voraussetzung für den anschließenden Small Talk und/oder ein weiterführendes Gespräch.

  2. Vorstellen und Bekanntmachen: Wenn Sie einer anderen Person vorgestellt werden, ist es ebenfalls üblich, sich die Hände zu reichen.

  3. Verabschieden: Machen Sie sich auf den Heimweg, ist das Händereichen oft ein angemessenes Abschiedsritual.

  4. Gratulation: Beglückwünschen Sie Ihr Gegenüber anlässlich einer Beförderung oder eines Geburtstags, verleihen Sie Ihrer Gratulation mit einem Händedruck Nachdruck.

  5. Versprechen: Eine wichtige Zusage manifestieren Sie ebenfalls durch den Handschlag. Sie geben "die Hand darauf".

  6. Verzeihen: Das Handreichen ist auch ein Symbol der Versöhnung: „Verzeiht einander und reicht euch die Hände” bekommen streitende Kinder manchmal zu hören.

Das Handreichen ist also eine Geste des Wohlwollens, des Vertrauens und der Freundschaft.

Was ein Händedruck zum Ausdruck bringen kann

Damit Ihr Händedruck allerdings einen positiven Eindruck hinterlässt, gibt es einiges zu beachten. Haben Sie kalte Hände, frieren Sie womöglich oder sind nervös. Haben Sie einen schwachen Händedruck, sind Sie vielleicht gerade nicht durchsetzungsstark aufgelegt. Halten Sie viel Abstand beim Handreichen, kann das darauf hindeuten, dass Sie ein zurückhaltender Mensch sind.

Handreichen: Händedruck, Handschlag oder Handschütteln?

Umgangssprachlich wird nicht immer zwischen dem Handreichen, dem Händedruck und dem Handschlag unterschieden. Die Unterschiede sind jedoch erheblich.

Varianten des Handreichens

  • Der Händedruck ist die Standardform, die Handflächen greifen ineinander und es wird einmal kurz zugedrückt.
    Der Standard:
    Ein kurzer Druck,
    der weder zu weich
    noch zu fest ist
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  • Das „Handschütteln“ sollte nicht wörtlich genommen werden und kein Gewaltakt sein. Die Hand des Gegenübers wird sacht und fast unmerklich zwei, drei Mal auf und abbewegt. Langes und heftiges Schütteln mit ausladenden Bewegungen ist allerdings nicht erwünscht!

  • Der „Hand-Schlag“ ist etwas derber und nichts für Zimperliche. Hier treffen sich alte Freunde und begrüßen sich auf besonders herzliche und vertraute Art und Weise.

  • Jugendliche haben häufig ihre eigenen Begrüßungsvarianten, z. B.: abklatschen.

Weder zu vertraulich, noch zu distanziert

Die folgenden Varianten des Handreichens sind am häufigsten zu beobachten:

  • Normaler Händedruck: Der ideale, normale Händedruck erfolgt kurz, fest, mit einem freundlichen Blick in die Augen des Gegenübers.

    Achten Sie beim Händedruck
    auf eine angemessene Distanz
    und Blickkontakt

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  • Intimer Händedruck: Die Hand wird kaum vom Körper weggestreckt, sodass zwischen den Begrüßenden kaum Raum bleibt. Es handelt sich um eine Geste der Dominanz, bei der eine Person selbstverständlich in die intime Distanzzone einer anderen eindringt. Es kann auch sein, dass eine Person der anderen näherkommen möchte.

    Der geringe Abstand zwischen den beiden Personen ist in diesem Fall keine Dominanzgeste. Man kann auf eine freundschaftliche Beziehung schließen.

    Ein Handschlag nach einem Tennis-Match hat gleich mehrere Funktionen: Er besiegelt einen fairen Kampf, die gegenseitige Akzeptanz und den verdienten Triumph des Gegners (Gratulation)
                                                                     Bildquelle: Fotolia © auremar

  • Distanzierter Händedruck: Die Hand wird sehr weit weg vom Körper ausgestreckt. In der Folge entsteht zwischen den beiden Gesprächspartnern viel Raum, der emotional distanzierend wirkt.

  • Schlaffer Händedruck: Legt jemand seine Hand „wie einen toten Fisch” in die Hand des Gegenübers, so deutet das auf einen durchsetzungsschwachen und sehr zurückhaltenden Charakter hin. So ein Händedruck gilt als Karrierekiller und wird vornehmlich pessimistischen Menschen zugeschrieben.

  • Schraubstock-Händedruck: Wer die Hand des anderen sehr fest drückt, wirkt dominant. So ein Händedruck ist unangenehm, man fühlt sich „in die Zange genommen“.



Der große Knigge-Experten-Tipp: Zusätzliche Berührungen vermeiden

Wenn Sie Ihrem Gesprächspartner die Hand reichen, sollten Sie ihn nicht auf andere Weise zusätzlich berühren. In manchen Verkaufsratgebern oder -seminaren wird empfohlen, ihn zusätzlich am Ellbogen oder Oberarm zu berühren, um dadurch besonderes Vertrauen zu signalisieren.

Diese zusätzliche Geste muss jedoch, um ihre Wirkung entfalten zu können, kurz und unauffällig geschehen, sodass der andere sie ausschließlich unbewusst wahrnimmt. Das gelingt in den seltensten Fällen.

In der Folge schlägt die positiv gemeinte Geste in das Gegenteil um, und der Gesprächspartner fühlt sich bedrängt und eingeengt. Keine guten Voraussetzungen für das nachfolgende Gespräch. Natürlich wissen Sie nicht genau, ob Ihr Gegenüber tatsächlich bewusst diese und ähnliche Rückschlüsse aus Ihrem Händedruck zieht.

Die Möglichkeit ist jedenfalls vorhanden. Selbst wenn keine bewusste Wahrnehmung stattfindet, gibt es unbewusste Auswirkungen auf Sympathie oder Antipathie. Belassen Sie es, insbesondere beim Erstkontakt, beim normalen Händedruck.



Pfeil Herkunft und Historie von Begrüßungsritualen

Das Handreichen ist weit verbreitet und hat eine lange Tradition:

  • Im Neuen Testament erwähnt Paulus (ca. 50 n. Chr.) in seinem Brief an die Galater, dass ihm in Jerusalem zum Abschied "die rechte Hand der Freundschaft" gereicht wurde.

  • Im Koran findet sich ebenfalls ein Hinweis auf Begrüßungsrituale: „Wenn ihr mit einem Gruß gegrüßt werdet, so grüßt mit einem schöneren wieder oder erwidert ihn.” Es ist in der islamischen Kultur allerdings nicht üblich, dass Frauen und Männer sich in der Öffentlichkeit berühren und sich die Hände reichen.

  • Auch auf antiken römischen Münzen ist die Geste des Handreichens zu sehen. Es galt damals als Zeichen der Eintracht und Gemeinschaft.

  • Im Mittelalter war es unter Rittern ein Zeichen des Vertrauens und des Friedens, die ungeschützte, bloße Hand zum Gruß zu reichen.

  • Die Quäker, eine im 17. Jahrhundert in England entstandene christliche Gemeinschaft, pflegten das Ritual des Handreichens als Symbol der Begrüßung und der Gleichstellung.

  • Ab Mitte des 19. Jahrhunderts galt das Handreichen insbesondere als Geste der Freundschaft, Verwandtschaft oder guter Bekanntschaft und stellt seither eine herzliche und aufmerksame Geste dar.

Pfeil Handreichen im beruflichen und privaten Kontext

Es macht einen Unterschied, ob Sie die Hand auf privatem oder beruflichem Parkett reichen. Konkret: Im beruflichen Umfeld wird z. B. der Vorgesetzte vor den Mitarbeitern gegrüßt. Im Privaten wartet der Herr ab, ob eine Dame die Hand zur Begrüßung reicht.

Wer darf wem die Hand reichen?

Der Ranghöhere entscheidet, ob er einen Körperkontakt zulassen will: Reicht man sich die Hände, umarmt man sich oder nickt man sich lediglich zu? Dieses Recht des Ranghöheren entbindet den Rangniederen jedoch nicht von seiner Verpflichtung, zu grüßen.

In der Praxis sieht das dann folgendermaßen aus:

 

Der große Knigge-Beispiele: Der Rangniedere geht auf den Ranghöheren freundlich lächelnd zu und grüßt der Situation und der Tageszeit angemessen. Ein passender Gruß ist z. B.:

  • Guten Morgen/Abend, Gute Nacht
  • Hallo (im legeren Umfeld)
  • Grüß Gott; Moin, Moin (je nach regionalen Gewohnheiten).

 

 



Aus der Reaktion des Ranghöheren kann er nun entnehmen, ob es bei einem verbalen Gruß bleibt oder ob ein Körperkontakt zustandekommt.

 

Der große Knigge-Beispiele:

  • Auf einer privaten Feier geht der Herr auf eine Bekannte zu und grüßt sie. Die Dame entscheidet, ob sie dem Herrn die Hand reicht oder es bei einem freundlichen Tagesgruß belässt.

  • Bei einer betrieblichen Veranstaltung sucht ein Mitarbeiter das Gespräch mit einem Vorgesetzten. Er geht auf die Führungskraft zu, grüßt und wartet ab, ob sie ihm die Hand reicht.

 

 



Was sich viele Menschen fragen …

Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen sich fragen, wie sie ihren Vorgesetzten begrüßen sollen: Ist jeden Morgen ein Handschlag angebracht? Die Entscheidung liegt nicht beim Mitarbeiter. Als Mitarbeiter grüßen Sie zuerst und warten die Reaktion des Chefs ab.

Als Führungskraft entscheiden Sie: Machen Sie jeden Morgen die Runde und begrüßen jeden Mitarbeiter einzeln? Oder genügt der freundliche Tagesgruß, wenn man sich in den Büroräumen begegnet?

Wie werden Rangunterschiede ermittelt?

Um sich angemessen verhalten zu können, ist es wichtig, die Rangunterschiede zu kennen.

Im privaten Umfeld

  • Die deutlich ältere Person hat Vorrang.

    Sie entscheidet, ob eine Berührung zustandekommt. Deswegen ist die Aufforderung von den Eltern an das Kind „Reich der Tante die Hand” nicht korrekt.

    Der große Knigge-Beispiel: Der Schwiegersohn in spe wartet ab, ob der Schwiegervater in spe ihm die Hand reicht.


  • Die Dame hat traditionell Vorrang.

    Daraus folgt: Die Dame entscheidet, ob sie einen Körperkontakt zulassen will oder nicht. Sie reicht die Hand als Erste. Der Herr wartet ab und „reagiert” auf das Verhalten der Dame. Diese Regelung ist bei Erstkontakten besonders wichtig.

  • Gastgeber haben Vorrang

    Wer in Gastgeberfunktion ist, reicht seinen Gästen die Hand zur Begrüßung. Diese Geste ist als Willkommensgruß zu verstehen.

Vorsicht, Falle: Grüßen und begrüßen

Zwar liegt es an Ihnen, einen Ranghöheren zuerst zu grüßen. Wie Sie sich aber begrüßen, darf der Ranghöhere entscheiden: Geben Sie sich die Hand, nicken Sie sich nur freundlich zu oder nehmen Sie sich sogar in den Arm?

Diese Entscheidung obliegt immer demjenigen, der die ranghöhere Stellung innehat. Daraus folgt beispielsweise, dass …

  • … Ihr Chef entscheidet, ob Sie sich die Hand reichen. Sie gehen nicht mit ausgestrecktem Arm auf den Vorgesetzten zu.

  • … im privaten Umfeld die Frau entscheidet, ob der Mann mit einem Händedruck oder mit einer Umarmung begrüßt wird.

    Im Alltag hört man von Männern gern Sprüche nach dem Motto: „Auf die Gelegenheit habe ich gewartet. Komm, lass dich umarmen!" Halt – so nicht!

  • … Sie als Mann auf Nummer sicher gehen und mit der Begrüßung insbesondere in förmlichen gesellschaftlichen Situationen warten.

    Zwar haben auch Männer ein Recht auf geschlechtliche Gleichrangigkeit, doch die Emanzipation ist noch nicht überall angekommen.

Der Reihe nach grüßen

Treffen Sie auf mindestens 5 Personen, beginnen Sie bei der ranghöchsten und gehen dann der Reihe nach vor. Komplizierte Sortierungen nach dem Rang sind in größeren Gruppen nicht erforderlich.

Rangunterschiede im beruflichen Umfeld

Im beruflichen Umfeld gelten etwas andere Spielregeln. Würden Sie die privaten Begrüßungsrituale im Business umsetzen, so könnte das zu seltsamen Abläufen führen. Dann würden Sie beispielsweise eine Sekretärin vor dem Geschäftsführer begrüßen oder eine Auszubildende vor dem Vorstandsvorsitzenden. Das wäre nicht korrekt!

  • Die Hierarchie zählt

    Im Business ist dagegen entscheidend, wer die höhere berufliche Position innehat. Denjenigen mit der höchsten Hierarchiestufe begrüßen Sie zuerst. Folglich werden korrekterweise der Chef vor der Sekretärin und die Sekretärin vor der Auszubildenden begrüßt.

  • Größere Gruppen

    Treffen Sie auf mindestens 5 Personen, dürfen Sie auch im Business der Reihe nach begrüßen. Beginnen Sie hier ebenfalls bei der ranghöchsten Person.

  • Sonderstatus Gastgeber

    Auch im Beruflichen begrüßen Gastgeber ihre Gäste. Doch Vorsicht! Viele Verkaufstrainer bringen Verkäufern, Maklern und Vertretern bei, Kundinnen und Kunden immer sofort per Handschlag zu begrüßen. Doch das ist nicht immer korrekt. Wer einen Kunden besucht, bewegt sich auf fremdem Terrain und wartet ab, bis der Gastgeber/die Gastgeberin die Hand zum Gruß reicht.

Pfeil Wie ein guter Händedruck aussieht und sich anfühlt

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So ein Verhalten deuten insbesondere ältere Menschen als Faupax. nehmen Sie die Hand aus der Tasche, wenn Sie einen anderen Menschen begrüßen.

Ein guter Händedruck ist fest und erfolgt mit der ganzen Hand. Achten Sie darauf, Ihrem Gegenüber nicht nur Ihre Finger in die Hand zu geben – die beiden Handinnenflächen sollen ineinandergreifen. Angenehm ist der Händedruck besonders dann, wenn die Hände trocken und warm sind.


Dauer des Händedrucks

Wie bereits erwähnt, ist starkes Schütteln der Hände unerwünscht. Deshalb sind Begriffe wie „Händedruck” oder „Handreichen” passender als „Händeschütteln”. Der Händedruck dauert zwischen 3 und 4 Sekunden.

Kürzer wirkt hektisch, bei längerem Händedruck kommt das Distanzempfinden ins Spiel und Ihr Gegenüber könnte sich bedrängt fühlen – es sei denn, es handelt sich um einen Handschlag unter Freunden.

Aufstehen oder sitzen bleiben?

Häufig wird die Frage gestellt, ob man aufstehen muss, wenn jemand zur Begrüßung auf einen zukommt. Heute gilt: Frauen und Männer stehen füreinander auf.

Nach traditionellen Regeln dürfen Frauen im Privaten (noch) sitzen bleiben, sie müssen nicht zur Begrüßung aufstehen. Eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe ist jedoch zeitgemäß und empfehlenswert.

Haben Sie ein Sakko oder einen Blazer an, schließen Sie es/ihn mit der linken Hand, sobald Sie sich zum Begrüßen erheben. So richten Sie schnell und diskret Ihre Kleidung und die Begrüßungshand bleibt frei.

Beachten Sie außerdem die folgenden Tipps beim Händereichen:

  • Halten Sie beim Handreichen den Blickkontakt und sehen Sie nicht auf die Hände.

  • Der Schwung beim Handreichen kommt aus dem Ellbogen und nicht aus der Schulter.

  • Reichen Sie sich nicht über Hindernisse hinweg die Hand. Gehen Sie um den Schreibtisch herum, um Ihren Gast zu begrüßen.

  • Treffen Sie auf Bekannte, die gerade in ein angeregtes Gespräch vertieft sind, grüßen Sie aus der Ferne. Sie können dann später immer noch zum Handschlag vorbeikommen.

  • Vergleichbares gilt auch im Restaurant: Treffen Sie dort Bekannte, die gerade speisen, grüßen Sie nur verbal, durch ein Kopfnicken und/oder durch ein kurzes dezentes Winken, um nicht weiter zu stören.

  • Kommen Sie verspätet zu einer Runde hinzu, grüßen Sie nur verbal in den Kreis. Wenden Sie sich in einem passenden Moment dem Gastgeber zu, um sich zu entschuldigen.



Pfeil Wann Sie besser auf den Handschlag verzichten

Es gibt Situationen, in denen man sich besser nicht die Hand reicht, obwohl es den Umständen nach eigentlich angemessen wäre, z. B., wenn Sie stark erkältet sind. Diversen medizinischen Studien zufolge ist das Händeschütteln, neben dem gemeinsamen Kontakt von Menschen mit Oberflächen wie z. B. Türklinken, der Hauptübertragungsweg von Infektionen.

Das Infektionsrisiko wird auch dadurch erhöht, dass Menschen – ohne sich dessen bewusst zu sein – sehr häufig mit den Händen den Mund, die Nase oder die Augen berühren.

Angebotene Hand nicht zurückweisen

Daraus folgt aber auch, dass man sich bei einer eigenen Erkältung mit dem Handreichen zurückhält. Allerdings stecken Sie hierbei schnell in einer Zwickmühle, denn niemals sollen Sie eine angebotene Hand zurückweisen!

Deshalb gilt: Sind Sie selbst die ranghöhere Person und erkrankt, erklären Sie Ihrem Gegenüber Ihre Situation und dass Sie aus Rücksicht auf das Handreichen verzichten. Ist Ihr Gegenüber die ranghöhere Person, können Sie entweder schnell (!) vorab Ihre Situation erklären oder müssen (wenn Sie nicht schnell genug sind) eben doch die angebotene Hand annehmen.

Pfeil Sonderformen der Begrüßung

Zu den Sonderformen der Begrüßung gehören der Wangenkuss, auch „Bussi-Bussi” genannt, und der Handkuss.

  • Handkuss

    Ein Handkuss ist auf Respekt, Verehrung oder Liebe zurückzuführen. Wenn auch selten, ist in sehr traditionell ausgerichteten Gesellschaften der Handkuss immer noch üblich.

    Wichtig: Die Lippen berühren die Hand nicht, der Kuss wird nur angedeutet.

    Der große Knigge-Hintergrundwissen: Seinen Ursprung hat der Handkuss im Küssen des Siegelrings eines höhergestellten Adligen oder Geistlichen. Der Siegelring galt als Zeichen von Macht, durch den Handkuss wurden Unterwerfung und Anerkennung bekundet.


  • „Bussi-Bussi”-Begrüßung

    Die „Bussi-Bussi”-Variante ist eine intime Art der Begrüßung, da man weit in die Distanzzone des anderen eindringt. Es handelt sich dabei nicht um einen Wangenkuss, sondern um eine Wange-an-Wange-Begrüßung:

    Der Kuss wird an der Wange vorbei in die Luft gehaucht. Eine Regel, ob Sie zuerst links oder rechts küssen, gibt es nicht. Achten Sie auf die Körpersprache des anderen.
    In diesem Bild ist die Glashaltung falsch, doch der „Wangenkuss“ korrekt.
    Er wird an der Wange des anderen vorbeigehaucht
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    Der große Knigge-Hintergrundwissen: Ihren Ursprung hat diese Begrüßungsform in der ritterlichen Akkolade. „Accolade” (französisch) bedeutet „Umarmung”, „collum” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „an den Hals”. Diese feierliche Umarmung wurde zum Beispiel bei einer Ordensverleihung oder bei Aufnahme in einen Ritterorden praktiziert.


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