Der letzte Eindruck entscheidet: So bleiben Sie positiv in Erinnerung

Positiv in Erinnerung bleiben

Wie wichtig der erste Eindruck ist, weiß jeder. Doch leider wird oft vergessen, dass der letzte Eindruck entscheidend ist.

Lesen Sie in diesem Beitrag aus dem großen Knigge, wann der richtige Zeitpunkt für die Verabschiedung gekommen ist und wie in jeder Situation ein „passender Abgang“ aussieht: vom „Auf Wiedersehen“ bis zur herzlichen Umarmung.

Der letzte Eindruck verstärkt den ersten

Immer wieder hören Sie, wie wichtig der erste Eindruck ist. Der letzte Eindruck ist jedoch zumindest genauso entscheidend. Was nützt es Ihnen, wenn Sie einen guten ersten Eindruck hinterlassen, ihn jedoch noch am selben Tag wieder zunichtemachen?


Eine höflich-herzliche Verabschiedung ist das Gegenstück zur stilgerechten Begrüßung. Ihr Vorteil: Verstärken Sie den positiven ersten Eindruck durch einen formvollendeten Abschied und bleiben Sie so in bester Erinnerung.

In diesem Beitrag lesen Sie,

  • wer den Abschied initiiert und wann und
  • wie er im Idealfall aussieht.

Entscheidend ist, ob Sie sich auf dem beruflichen, privaten oder gesellschaftlichen Parkett bewegen.

1. Auf dem beruflichen Parkett

Im Beruf haben Termine meist einen vorgegebenen Endzeitpunkt, damit alle Beteiligten planen können. Der Meeting-Verantwortliche ist der Wächter des Zeitplans und initiiert die Verabschiedung.

Verabschiedung bei Meetings, Tagungen und Besprechungen

  • Der „Häuptling“ bestimmt

    Als Gastgeber (alternativ: als Moderatorin, Chef oder Sitzungsleiterin) wachen Sie über die Zeit und geben das Signal zum Aufbruch. Nehmen Sie diese Pflicht ernst, ansonsten verärgern Sie Ihre Gäste.
  • Auch der Gast hat Rechte

    Wenn der Gastgeber seine Pflichten versäumt, dürfen Sie auch als Gast aktiv werden. Es versteht sich heutzutage, dass auch Ihre Folgetermine und Pflichten wichtig sind. Beispiel: „Die Zeit ist schon wieder vorbei, mein Zug geht in 20 Minuten. Haben wir aus Ihrer Sicht alles besprochen oder wollen wir einen neuen Termin ausmachen?“
  • Der Rang sticht

    Interne Hierarchien gelten nach wie vor. Wenn eine Besprechung sich in den Abend hineinzieht und auch der oberste Chef seinen Feierabend opfert, meckern Sie besser nicht und halten ebenfalls durch. Müssen Sie unbedingt eher gehen als der Ranghöchste, benötigen Sie eine gute Begründung.

 

Achtung, Fauxpas! Das Besprechungsende führen Sie als Gast nicht herbei, indem Sie

 

× immer wieder demonstrativ auf die Uhr blicken,

× laut und unüberhörbar alle Ihre Unterlagen einpacken und

× ungeduldig mit den Fingern trommeln.

Das wirkt unhöflich und nicht souverän. Eine Besprechung beendet der Diskussionsleiter, indem er sich bedankt und das Gespräch bzw. die Sitzung abschließt, z. B.:

Der große Knigge-Tipp: So geht's!

  • „Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Ich wünsche uns allen weiterhin viel Erfolg, eine gute Zusammenarbeit und Ihnen noch einen schönen Tag.“
  • „Meine Damen und Herren, der Blick auf die Uhr zeigt mir, dass unsere Besprechung sich dem Ende nähert. Lassen Sie uns noch einmal zusammenfassen ...“
  • „Vielen Dank für Ihre konstruktive Mitarbeit. Ich wünsche Ihnen einen guten Heimweg und einen angenehmen Abend.“
  • „Vielen Dank, dass Sie bei uns waren und konzentriert zugehört haben. Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.“

 

 


Sparen Sie nicht am falschen Ende

Auch wenn die Zeit knapp ist: Verzichten Sie auf gar keinen Fall auf das Abschiedszeremoniell! Planen Sie einen Zeitpuffer ein, damit Sie die Veranstaltung nicht etwa sang- und klanglos verlassen müssen.

Weisen Sie gegebenenfalls auf die vorgerückte Stunde hin: „Wir haben noch 15 Minuten Zeit, bevor ich aufbrechen muss. Ich schlage vor, dass wir für heute langsam, aber sicher zum Ende kommen.“

Der große Knigge-Chefredaktions-Tipp: Vergessen Sie die Sekretärin nicht

In einem Seminar berichtete mir ein Vertreter Folgendes: Er achtete immer darauf, sich formvollendet von den Geschäftskunden zu verabschieden. Für die Sekretärin im Vorzimmer hatte er jedoch oft nur ein flüchtiges „Tschüss“ oder „Bis zum nächsten Mal“ übrig. Doch es sind die Sekretärinnen, die ihm einen Termin beim Chef ermöglichen – oder auch nicht!

Er nahm sich vor, sich ab sofort auch bei den Sekretärinnen offiziell und mit ein paar netten Worten zu verabschieden. Dass der letzte Eindruck nachwirkt, hatte ihn überzeugt.


Auf einen Blick: Aufbruch nach dem Geschäftsessen

Für geplante Geschäftsessen am Mittag oder spontane Business-Lunches ist die Zeit meist knapp bemessen. Sie dauern etwa 1 bis 2 Stunden und enden mit dem Kaffee.

  • Als Gastgeber weisen Sie rechtzeitig auf den bevorstehenden Aufbruch hin, fassen zusammen und sprechen einen Dank aus.
  • Als Gast wissen Sie: Spätestens 10 Minuten nach dem Dank des Gastgebers ist es Zeit, zu gehen.
  • In übersichtlicher Runde (von bis zu 10, 12 Teilnehmern) können Sie sich untereinander per Handschlag verabschieden. In größeren Runden genügt eine verbale Verabschiedung, etwa: „Auf Wiedersehen, bis nächste Woche.“

 
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2. Auf dem privaten Parkett

Im Privaten geht es oft lockerer zu. Dennoch hinterlässt es einen schalen Nachgeschmack, wenn der Gastgeber seine Gäste hinauskomplimentieren muss. Daher gilt die Faustregel: Achten Sie als Gast sorgsam auf die Signale des Gastgebers!


Als Gast: Wann ist es Zeit, zu gehen?

Für Einladungen tagsüber können Sie ungefähr 1 bis 2 1/2 Stunden einkalkulieren. Das gilt für

  • Frühstück,
  • Brunch,
  • Mittagessen und
  • die nachmittägliche Kaffeetafel.

Bei Frühstückseinladungen verabschieden Sie sich rechtzeitig vor dem Mittagessen. Spätestens wenn einer der Gastgebenden zum Kochen in die Küche verschwindet oder ins Gespräch einfließen lässt, ein Familienmitglied komme in Kürze zum Essen, ist es höchste Zeit, den Heimweg anzutreten.

Nur nach ausdrücklicher Aufforderung wie „,Bleib doch zum Abendessen. Rainer kommt gleich von der Arbeit und freut sich, dich noch kurz zu sehen.“ oder „Ich habe euch für das Essen mit eingeplant“ dehnen Sie den nachmittäglichen Kaffeeklatsch bis zum Abendessen aus.

Warum Sie nicht unmittelbar nach dem Dessert aufbrechen sollten

Eine Abendeinladung dauert, vor allem, wenn sie mit einem mehrgängigen Abendessen verbunden ist. Kalkulieren Sie für solche Ereignisse mindestens 3 bis 4 Stunden ein.

Brechen Sie nicht unmittelbar nach dem Dessert auf, das wäre stillos. Sie wollen schließlich nicht den Eindruck erwecken, Sie seien nur zur Nahrungsaufnahme erschienen. Bleiben Sie deshalb noch zum Kaffee/Tee und Digestif. Das ist außerdem eine gute Gelegenheit, die Plätze zu tauschen, um so zum Abschluss noch ein wenig mit anderen Menschen als den bisherigen Tischnachbarn zu plaudern.

Verabschieden Sie sich in großen Runden (mehr als 10 Personen) nur vom Gastgeber mit Handschlag. Die Initiative dafür kann – je nach Situation – vom Gast oder Gastgeber ausgehen. So artet die Verabschiedung nicht in ein wahlloses „Massen-Händeschütteln“ aus. Ein Abschied mit Handschlag kann störend sein, wenn einige Gäste noch an der Tafel sitzen oder in anregende Unterhaltungen vertieft sind.

Hören Sie auch auf Ihr Gefühl

Unter Diplomaten gilt die Regel, sich vor 23:00 Uhr zurückzuziehen. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl, wann es Zeit ist, zu gehen. An Wochentagen ist oft 22:00 Uhr die Schallgrenze, weil alle am folgenden Morgen wieder früh aus den Federn müssen. Sind Sie eingeladen, in einen Geburtstag hineinzufeiern, verabschieden Sie sich jedoch frühestens um halb eins.

Als Gastgeber: Signalisieren Sie, wann die Party vorbei ist

Beispiel: Ein Bekannter lädt relativ ungern Freunde zu sich nach Hause ein. „Die finden kein Ende“, klagt er. Auf die Frage, wie er als Gastgeber das Ende der Feier einleitet, zuckt er nur mit den Schultern. Dabei ist es gar nicht so schwer, deutlich zu machen, dass der Abend zu Ende geht.

Hinweise sind Fragen wie:

  • „Darf ich Sie noch auf einen letzten Drink einladen?“
  • „Wie kommst du nach Hause?“
  • „Haben Sie morgen auch einen anstrengenden Tag?“
  • Sprechen Sie in der Vergangenheitsform: „Das war ein netter Abend mit euch.“

Wenn Ihre Gäste nicht reagieren

Die Situation haben Sie bestimmt schon einmal erlebt: Fast alle sind gegangen, nur in einer Ecke harrt ein Gästegrüppchen aus, ist „kleben geblieben“. Was können Sie tun, wenn Ihre Gäste kein Ende finden?

Wenn andere Menschen Ihre Gastfreundschaft überstrapazieren, dürfen Sie deutlicher werden: Beenden Sie Ihre Feier mit einer kleinen Rede, in der Sie erklären, dass jetzt Schluss ist.

Geeignete Formulierungen

  • „Schön, dass Sie da gewesen sind. Gute Nacht.“
  • „Vielen Dank für Ihren/euren Besuch. Kommen Sie/kommt gut nach Hause!“
  • „Darf ich Ihnen jetzt Ihren Mantel holen?“
  • „Es war ein schöner Abend mit Ihnen. Gute Nacht.“

Hilft das alles nichts, dürfen Sie noch direkter werden:

„Ich bin sehr müde, daher werde ich jetzt zu Bett gehen. Wenn ihr noch weiterfeiern möchtet, kann ich euch die Bar XY empfehlen. Schön, dass ihr da gewesen seid. Gute Nacht.“

Zugegeben: So eine Ansage klingt hart. Doch als Gastgeber haben Sie nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Sie können nur so höflich sein, wie Ihre Gäste es zulassen.

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Treten Sie immer so auf, wie Sie es sich wünschen?

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  • Was sagen Sie, wenn Ihnen jemand das „Du“ anbietet, Sie dieses Angebot aber nicht annehmen möchten?
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3. Auf dem gesellschaftlichen Parkett

Bei gesellschaftlichen Veranstaltungen spielen noch andere Kriterien eine Rolle, wenn es um die Verabschiedung geht. Wichtig sind:

  • geladene Ehrengäste
  • feste Abläufe und Programmpunkte
  • Größe und Art der Veranstaltung

Bei Festlichkeiten und gesetzten Abendessen (mit mehreren vorab ausgewählten Gängen) gilt die Faustregel, bis etwa 23:00 Uhr zu bleiben.

Brechen Sie bei einem gesetzten Essen verfrüht auf, so ist das nie besonders stilvoll: Ihr Platz bleibt leer, die Konversation für Ihre linken und rechten Tischnachbarn ist eingeschränkt. Müssen Sie dennoch aus unvorhergesehenem Grund eher gehen, dann stören Sie so wenig wie möglich. Entschuldigen Sie sich bei Ihren direkten Nachbarn und wenn möglich auch beim Gastgeber.

Sonderrecht des Ehrengastes

Sind Sie geladener Ehrengast, haben Sie das Sonderrecht, die Tafel gegebenenfalls eher zu verlassen. Die Regel, dass niemand vor dem Ehrengast den Raum verlassen darf, gilt auch heute noch, wenn eine Feier zu Ehren einer Person abgehalten wird.

Der große Knigge-Beispiel:

Der Vorstandsvorsitzende einer Firma feiert seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass werden Mitarbeiter, Geschäftspartner und Familienmitglieder des Vorsitzenden zum Abendessen eingeladen.

Bei einer solchen Veranstaltung sollten Sie nicht vor der Zeit aufbrechen. Verlassen Sie die Veranstaltung vor ihrem offiziellen Ende, so ist dies keine Ehrung der Person, sondern eine Missachtung! Nehmen Sie sich die nötige Zeit für die „Ehrung“ oder bleiben Sie fern.


Verabschieden „durch die Hintertür“

Während eines offiziellen Programms nutzen Sie die Pause, wenn Sie früher gehen müssen. Mitten in einer Rede oder einer Show-Einlage zu verschwinden irritiert sowohl die anderen Gäste als auch den oder die Vortragenden. Schnell wird Ihr Verhalten als Desinteresse interpretiert.

Wer eine Veranstaltung während einer Rede verlässt, fällt negativ auf und ist unhöflich. Sie kennen die negativ besetzten Ausdrücke „sich davonstehlen“, „sich davonmachen“ oder „sich klammheimlich verdrücken“. Geht es partout nicht anders, dann sollte es zumindest leise und diskret geschehen.

Informieren Sie den Gastgeber vorher

Wissen Sie bereits im Vorfeld, dass Sie nicht bis zum Ende bleiben können/wollen, sagen Sie Ihrem Gastgeber bei Ihrem Eintreffen Bescheid, besser noch bei Annahme der Einladung. Benennen Sie den Grund. So kann der Gastgeber Ihnen einen Platz am Rand/in der Nähe der Tür zuweisen. Gibt es keine Sitzordnung, wählen Sie selbst einen Platz, den Sie leise und diskret verlassen können.

Wann Sie Ihren Aufbruch begründen

Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass jemand Ihnen nur einen Pflichtbesuch abstattete? Diesen Eindruck sollten Sie als Gast unbedingt vermeiden. Müssen Sie auf einer Veranstaltung als Erster aufbrechen, nennen Sie den Grund dafür, statt sich ohne weitere Erläuterungen aus dem Staub zu machen.

Verständliche Begründungen

  • „Es ist spät geworden und unser Babysitter kann nur bis Mitternacht bleiben.“
  • „Meine letzte S-Bahn fährt gleich.“
  • „Ich habe morgen sehr früh einen Termin.“

So helfen Sie sich in Notfällen

Niemand ist vor Notfällen oder schlechten Nachrichten gefeit. Bekommen Sie die Nachricht, dass in der Firma etwas schiefläuft, jemand aus der Familie erkrankt ist oder einen Unfall hatte, so dürfen Sie sofort aufbrechen. Erklärungen sind in größerer, lockerer Runde nicht notwendig, sie würden nur unnötig stören. Finden Sie den Gastgeber nicht sofort, bitten Sie einen anderen Gast, ihm Bescheid zu geben. Verbreiten Sie keine Aufbruchstimmung, sondern verhalten Sie sich dezent.

Anders in einem kleineren Kreis: Hier würde Ihr plötzlicher Aufbruch sofort bemerkt werden und Fragen aufwerfen. Erklären Sie den Zurückbleibenden Ihr Verhalten.

Dürfen Sie sich „französisch“ verabschieden?

Als Abschied „auf Französisch“ bezeichnet man eine fehlende Verabschiedung. Die Gäste sagen nicht offiziell „Auf Wiedersehen“, sondern ziehen sich nach und nach zurück.

Üblich ist dies bei gesellschaftlichen Veranstaltungen mit eher anonymem Charakter wie Vernissagen, Modenschauen, Premieren, Bällen – also dort, wo sehr viele Menschen zusammenkommen. Der Gastgeber kann sich nicht um jeden Einzelnen kümmern, seitens der Gäste ist ein Abschied „auf Französisch“ erlaubt.

Auf größeren Partys können Sie ohne Verabschiedung gehen, wenn z. B.

  • Ihr Gastgeber längere Zeit nicht mehr gesehen wurde;
  • Ihr Gastgeber in ein intensives Gespräch vertieft ist, das Sie höflicherweise nicht unterbrechen möchten;
  • Ihr Gastgeber ausdauernd, hingebungsvoll tanzt oder
  • die Party nach Ihrem Empfinden zu entgleisen droht.

Auf jeden Fall bedanken Sie sich in den kommenden Tagen noch einmal für die Einladung.

Nach diesen Grundregeln verabschieden Sie sich formvollendet

Nun wissen Sie, wann und in welchen Fällen Sie als Gast oder Gastgeber die Verabschiedung einleiten. Doch wie genau läuft die Verabschiedung ab?

Pflegen Sie die Abschiedsrituale


Ähnlich wie bei der Begrüßung gibt es auch bei der Verabschiedung Rituale. Sie richten sich nach den jeweiligen Situationen. Abschiede erfolgen formell oder informell, verbal oder mit Körperkontakt. Zu Letzterem gehören

  • der Händedruck,
  • die Umarmung,
  • das Küsschen links und rechts an den Wangen vorbei.

So verläuft die Abschiedszeremonie: Gast und Gastgeber achten aufeinander

Der GastgeberDer Gast
Der Gastgeber sendet Aufbruchsignale, indem er z. B. einen letzten Drink anbietet oder sich offiziell bedankt. Der Gast achtete auf die Aufbruchsignale des Gastgebers und ergreift daraufhin in den kommenden 15 Minuten die Initiative.
Gast und Gastgeber wählen geeignete Worte für den Abschied und bedanken sich beieinander. Gast und Gastgeber wählen geeignete Worte für den Abschied und bedanken sich beieinander.
Beruflich entscheidet der Gastgeber (bzw. Ranghöchste) über die Form der Verabschiedung und ob ein Körperkontakt (Handschlag) zustande kommt.
Im privaten Bereich ist es zwangloser. Freunde und Verwandte umarmen sich oft spontan und herzlich oder verabschieden sich mit einen Küssen auf die Wange. Im privaten Bereich ist es zwangloser. Freunde und Verwandte umarmen sich oft spontan und herzlich oder verabschieden sich mit einen Küssen auf die Wange.


Geeignete Abschiedsworte für Gast und Gastgeber

GastGastgeber/anderer Gast
„Ich möchte mich gern von Ihnen verabschieden. Vielen Dank für die Einladung.“„Auf Wiedersehen. Schön, dass Sie da waren! Ich wünsche Ihnen einen guten Heimweg.“
„Für mich ist es jetzt Zeit zu gehen. Auf Wiedersehen.“„Schön, dass wir uns kennen gelernt haben. Alles Gute und auf Wiedersehen.“
„Danke für die anregende Unterhaltung, das war ein netter Abend. Bis zum nächsten Mal.„Auf Wiedersehen. Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen.“
„Danke für diesen netten Abend, es war schön, dich wiederzusehen. Alles Gute für dich, bis bald.“„Auf Wiedersehen, bis bald. Viele Grüße zu Hause.“

 
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Wer gibt wem die Hand?

Die Regeln beim Verabschieden sind identisch mit denen beim Begrüßen.

Geschäftlich gilt beim Handschlag in kleineren Gruppen die hierarchische Reihenfolge. Verabschieden Sie sich zuerst

  • vom Chef, dann von der Sekretärin,
  • von der Kollegin, dann vom Kollegen,
  • vom Älteren, dann vom Jüngeren.

Privat verabschieden Sie sich zuerst

  • von der Dame, dann vom Herrn,
  • vom Älteren, dann vom Jüngeren.

Aufstehen oder sitzen bleiben?

Im Privaten existiert (noch) die alte Regel, dass Damen bei der Begrüßung sitzen bleiben dürfen – das gilt auch für die Verabschiedung.

Modern, geschäfts- und alltagstauglich ist die neue Regel: Jeder Mensch steht für jeden auf. Das ist nicht nur wertschätzend, sondern auch geschickt: Sie begegnen dem anderen auf einer Augenhöhe, man muss nicht zu Ihnen hinabsehen.'

Es muss nicht immer der Handschlag sein


Nach einem geschäftlichen internen Meeting genügt eine verbale informelle Verabschiedung unter den Teilnehmern vollkommen. In dieser Situation können Sie das formelle „Auf Wiedersehen“ durch ein „Tschüss“ ersetzen. Diese Variante ist möglich, wenn Kollegen und Kolleginnen zusammenkommen, die oft miteinander sprechen oder arbeiten.

Das gilt auch im Privaten: Auch auf privaten Feiern oder Parties sind „Tschüss“, „Macht's gut“, „Einen schönen Abend noch“ passende Abschiedsworte. Von den Gastgebenden verabschieden Sie sich dann ebenfalls nicht unbedingt nur mit Handschlag, sondern – je nach Grad der Vertraulichkeit – auch mit Umarmung oder Küsschen.

Abschied nehmen in großen Runden: Dürfen Sie auf den Tisch klopfen?

Aus gemütlicher Runde verabschieden sich manche Gäste mit einem lauten Klopfen auf den Tisch. Diese Geste ist nicht besonders stilvoll. Auf Holz klopfen sollten Sie allenfalls nach fröhlichen Skatrunden und Kegelabenden!

Die richtigen Abschiedsworte in großen Runden
Abschiedsformel Kategorie Anlass
auf Wiedersehen formell bis distanziert Geschäftsleben; privat: Fremde, flüchtige Bekannte
guten Tag, guten Abend formell privat, geschäftlich
schönen Tag noch informell privat, geschäftlich
ciao, ciao
bye-bye
adieu
privat, flüchtig, locker (Modewörter) privat
ade süddeutscher Abschiedsgruß privat, geschäftlich
schönen Tag noch für Sie informell privat, geschäftlich
auf den Tisch klopfen privat, kumpelhaft, lässig Skatrunde, Kegelabend

 

Der große Knigge-Chefredaktions-Tipp:
Vergessen Sie den Blickkontakt nicht


Bauen Sie (Blick-)Kontakt auf, auch wenn Sie sich ohne Handschlag verabschieden. So wirken Sie offen und herzlich. Heben Sie gegebenenfalls kurz die Hand und winken Sie allen kurz zu. Diese Geste ersetzt in großen Runden den Handschlag und intensiviert Ihren Abschiedsgruß.


 
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Karrierefaktor gute Umgangsformen und stilsicheres Auftreten – wie sieht es da bei Ihnen aus?

Der große Knigge Dass Sie mit Feingefühl und souveränem Auftreten Sympathiepunkte sammeln, wissen Sie natürlich. Aber – wüssten Sie auch,
  • ob Sie grüßen sollten, wenn Sie Ihre Chefin/Ihren Chef auf der Toilette treffen?
  • wie Sie stilvoll reagieren, wenn Ihnen im Meeting ein peinlicher Versprecher unterläuft?
  • bei welchen Veranstaltungen von Ihnen pünktliches Erscheinen erwartet wird – und wann es stilvoller ist, lieber ein wenig zu spät zu kommen?
Wenn Sie diese Etikette-Fallen kennen, haben Sie vielen Kollegen etwas voraus: Man wird Sie nicht nur für sympathisch, sondern für KARRIERE-TAUGLICH halten ... und Sie haben Job-Chancen, die anderen für immer verschlossen bleiben. Einfach nur, weil Sie sich sicher in Gesellschaft und Job bewegen.

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Keine Angst vor Emotionen


Mit Mimik, Tonfall und Händedruck drücken Sie beim Abschied positive oder negative Gefühle aus. Sie vermitteln Herzlichkeit und Interesse am anderen Menschen, indem Sie ihn mit seinem Namen ansprechen, Blickkontakt halten und lächeln.

Ein kühl ausgesprochenes „Auf Wiedersehen“ kombiniert mit knappem Händedruck und unbewegtem Gesicht schafft Distanz. Ein schlaffer Händedruck wirkt unsympathisch, ein zu fester barsch.

Zeigen Sie anderen Ihre Freude über den gemeinsamen Abend, das Wiedersehen oder Kennenlernen. Auch ein förmliches Abschiedsritual darf herzlich sein: Im Beruflichen bleiben Sie zwar auf Distanz, doch Ihr Blick und Ihre Mimik verraten, ob Sie sich freuen. Ist Ihnen jemand sympathisch, dauert das Handreichen einige Sekundenbruchteile länger, als wenn das nicht der Fall ist.


Kombinieren Sie die Verabschiedung mit einem Dank

Es passiert leider gar nicht so selten, dass gute Gastfreundschaft für selbstverständlich genommen wird. Damit Sie in angenehmer Erinnerung bleiben, sollten Sie die Verabschiedung um einen Dank, um ein Lob oder ein Kompliment ergänzen. Überlegen Sie sich ggf. vorher, was Sie sagen möchten:

  • Als Gast: „Dieses Restaurant ist ein echter Geheimtipp, Sie haben eine sehr gute Wahl für uns getroffen. Herzlichen Dank für diesen rundum gelungenen Abend!“
  • Als Gastgeber: „Es macht immer wieder Spaß, euch als Gäste zu haben. Vielen Dank auch für die wunderschöne Weinkaraffe. Ihr habt euch gemerkt, dass meine alte Karaffe einen Sprung bekommen hat. Ihr seid so aufmerksam!“
  • Zum Referenten: „Herzlichen Dank für die spannenden Ausführungen! Ich bin froh, dass ich mich kurzfristig noch angemeldet habe.“

Als Gast sollten Sie bedenken: Eine Einladung nach Hause ist immer noch etwas Besonderes. Wurden Sie privat nach Hause eingeladen, zeigen Sie Stil, indem Sie sich am Folgetag noch einmal telefonisch bedanken oder eine Dankeskarte schreiben.

Zeitgemäß ist, dass Sie Ihren Dank bei lockeren und alltäglichen Anlässen auch per E-Mail oder SMS versenden dürfen. Lediglich bei förmlichen Anlässen gilt nach wie vor: Greifen Sie zum Briefbogen oder zur Dankeskarte.

Der große Knigge-Insider-Tipp: Begleiten Sie Ihren Gast

Geleiten Sie als Gastgeber Ihren Gast bis zur Tür – schon allein deswegen, um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden. Hin und wieder erlebt man, dass ein Gastgeber seinen Gast im Wohnzimmer verabschiedet und nicht zur Tür geleitet. Auf der Suche nach der Ausgangstür irrt der Gast vielleicht durch das Haus und öffnet aus Versehen andere Türen. Das ist unangenehm – und auch für die Gastgeber kann es peinlich sein, wenn z. B. nicht aufgeräumt ist. Selbst wenn der Gast sich auskennt: Sie drücken Ihre Wertschätzung aus, wenn Sie ein paar Schritte mitgehen.

Als Faustregel gilt: Je weiter Sie den Gast begleiten, desto höher die Wertschätzung. Ein Minimum an Höflichkeit ist die Begleitung bis zur Zimmer- oder Bürotür. Dem folgen Aufzug, Treppe und Ausgang, Autotür, ggf. sogar Bahnhof/Flughafen.

Die große Knigge-Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Halten Sie sich an die Etiketteregeln, die auf dem beruflichen, dem privaten und dem gesellschaftlichen Parkett gelten.
  2. Als Gastgeber bestimmen Sie das Ende der Veranstaltung und senden durch einen offiziellen Abschluss das Signal zum Aufbruch.
  3. Als höflicher Gast wissen Sie, wann es an der Zeit ist, zu gehen

Ergebnis

Dauer Abschied
geschäftliche Besprechung je nach Agenda Gastgeber (bzw. den Ranghöchsten) beachten
Frühstück ca. 1-2,5 Std. vor dem Mittagessen
Brunch ca. 3-4 Std. spätestens 15 Minuten nach dem offiziellen Ende
Mittagessen/Businesslunch ca. 2-2,5 Std. ca. 10 Minuten nach dem Kaffee/dem offiziellen Ende
Kaffeetafel ca. 2-2,5 Std. vor dem Abendessen
gesetztes Abendessen, Festveranstaltung ca. 3-4 Std. nach dem Kaffee, Faustregel: 23:00 Uhr
Bälle, Vernissagen etc. unbestimmt zu verschwinden, ohne sich zu verabschieden, ist erlaubt
zeitlich eingegrenzte Veranstaltungen wie z. B. Empfänge abhängig von der Einladung spätestens 15 Minuten nach dem offiziellen Ende, frühestens nach 30 Minuten Anwesenheit
Notfälle  

sofort, aber ohne Aufsehen zu erregen

 

4. Sie beachten auch die sanften Aufbruchsignale des Gastgebers.

  • Überlegen Sie, welche Verabschiedung angemessen ist: vom „Auf Wiedersehen“ bis zur herzlichen Umarmung. Achten Sie dabei auch auf die Körpersprache Ihres Gegenübers.
  • Verbinden Sie Ihre Abschiedsworte mit anerkennenden Worten und mit einem Dank. Sowohl als Gast als auch als Gastgeber sollte Ihnen zumindest ein positiver Aspekt einfallen, den Sie lobend erwähnen können.
  • Besonders aufmerksam ist es, wenn Sie als Gastgeber Ihren Gast nicht nur bis zur Wohnungstür, sondern bis zum Fahrstuhl, zum Ausgang, zum Gartentor, zum Auto etc. begleiten.

Ob als Gastgeber oder Gast, wenn Sie diese Tipps beherzigen, bleiben Sie immer in bester Erinnerung!

 
Für diesen Auftritt wurden Bilder des Fotografen Franz Pfluegl aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.


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Rainer Wälde

Persönliche Wertschätzung zeigen durch liebevolle Details

Sehr geehrte Leserinnen,

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am Wochenende war ich zu einer Hochzeit in der Nähe von Heilbronn eingeladen. Bereits am Eingang spürte ich, mit wie viel Liebe zum Detail Braut und Bräutigam ihren Festtag vorbereitet haben. In der Kirche lag auf jedem Gottesdienstprogramm ein besonderes Taschentuch – liebevoll mit einer Banderole versehen „Für die Freudentränen“.