"Der große Knigge" empfiehlt: Denken beim Schenken

Gerade bei Last-Minute-Geschenken zu Weihnachten ist die Gefahr groß, voll daneben zu greifen. Das Ergebnis: "Eine schöne Bescherung, aber im schlechten Sinn des Wortes", warnt der Ratgeber Der große Knigge. Trotz aller Hektik sollte deshalb ein Grundsatz jeglichen Schenkens nicht vergessen werden: "Ein Geschenk soll zeigen, dass man sich über den Empfänger Gedanken gemacht hat", erinnert Agnes Anna Jarosch, Chefredakteurin von "Der große Knigge" und Initiatorin des Deutschen Knigge-Rats.

Hinter dem Parfum oder der Krawatte in letzter Minute stecke häufig Gedankenlosigkeit, warnt Alexandra Sievers. Dagegen sei beispielsweise ein Gutscheinheft für zwölf Blumensträuße, für jeden Monat einen, sicher ein persönlicheres Geschenk. Ein Fresskorb mit lukullischen Spezialitäten des letzten Urlaubslandes "zur Erinnerung daran" vermittle bestimmt ebenfalls viel Freude. Als besonderes Zeichen der Zuneigung und Gemeinsamkeit könne beispielsweise eine Sanduhr mit dem Gutscheinversprechen verstanden werden, sich Zeit für gemeinsames Kochen oder einen gemeinsamen Ausflug zu nehmen. Außerdem ließen sich Hobby-Geschenke auch noch in allerletzter Minute organisieren, wie beispielsweise ein Jahres-Abo einer Angler-Zeitschrift für den Freizeit-Angler, einen Kompass für den Outdoor-Sportler oder ein Hörbuch auf Englisch für den Englisch Lernenden.

Missionarische Geschenke, wie die Krawatte für den Jeanstyp oder die Küchenmaschine für die berufstätige Ehefrau, damit sie wieder öfter kocht, seien hingegen die besten Garanten für Enttäuschung und Unfrieden am Heiligen Abend. "Auch Theaterkarten für den Kulturmuffel oder Wein für den Antialkoholiker ist die Gedankenlosigkeit pur, ebenso wie eine lieblose Verpackung", so Jarosch. Und wenn es daneben geht, dann sollte der solchermaßen Beschenkte die Regel beherzen: "Geschenktes verschenkt man nicht weiter."