Die T-Frage: Wie viel Trinkgeld im Euro-Zeitalter?

Die Währungsumstellung hat wie die Umfrage beweist zu ziemlicher Verunsicherung beim Trinkgeld geben geführt. Manche verhalten sich wie bei einer Auslandsreise im Umgang mit einer fremden Währung: Sie geben zuviel Trinkgeld.

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Der große Knigge stellt jedoch fest:
Die meisten scheinen die Euro-Einführung jedoch dazu zu nutzen, am Trinkgeld zu sparen. Jedenfalls klagt die Mehrzahl der in typischen Trinkgeldberufen Tätigen offensichtlich zu Recht. An den grundsätzlichen Empfehlungen zur Höhe eines Trinkgeldes hat sich im Gegensatz zu den Scheinen und Münzen jedoch nichts geändert.

Der Grund: Im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Friseursalon und bei Taxiunternehmen sind die Grundgehälter nach wir vor niedrig „weil ja das Trinkgeld noch dazukommt.”

Und, was viele nicht wissen: Ab einer bestimmten Höhe müssen sie versteuert werden. Die Trinkgelder bleiben also für die damit Bedachten gar nicht in voller Höhe erhalten.

Die wichtigsten Euro-Trink-gelder im Überblick:

  • Restaurant: Es bleibt anders als beispielsweise in den USA eine freiwillige Leistung des Gastes, Trinkgeld zu geben. Haben Sie sich jedoch gut bedient gefühlt, drücken Sie Ihren Dank bitte auch in klingender Münze aus. 

    Halten Sie sich dabei einfach weiterhin an die Faustregel: Zwischen fünf und zehn Prozent der Rechnungssumme sind als Trinkgeld angemessen. Das lässt sich genau so leicht errechnen wie früher in D-Mark.

    Fühlen Sie sich jedoch nicht verpflichtet, bei kleineren Beträgen auf den nächsten Euro aufrunden zu müssen. Beispiel: Sie haben im Café 4,10 Euro zu zahlen. 41 Cent wären 10 Prozent. Also sind Sie mit 4,40 bis 4,50 Euro großzügig genug. Eine Rechnung von 28,60 Euro hingegen auf 29 Euro aufzurunden wirkt eher wie ein Tadel statt wie ein Lob.

  • Friseurinnen und Friseure: Für Einzelleistungen wie Haare waschen, Dauerwelle wickeln, Farbe auftragen und anderes waren bislang 1 bis 2 Mark üblich. Die praktikable Umrechnung: mindestens 50 Cent, besser 1 Euro, wenn diese Leistungen von verschiedenen Personen erbracht wurden. Sonst entsprechend mehr.

  • Taxifahrerinnen und -fahrer: Für kurze Strecken Höflichkeit und Freundlichkeit vorausgesetzt 50 Cent bis 1 Euro. Bei Langstrecken etwas mehr. Ebenso, wenn über das übliche Maß hinaus Hilfe geleistet wurde. Beispiel: etwas Schweres bis zur Wohnungstür tragen.

  • Im Hotel: Gibt es einen Wagenmeister, der Ihnen alles rund um Ihr Auto einschließlich parken abnimmt, sind 1 bis 3 Euro, je nach Aufwand, angemessen. Zeigen Sie sich für das Koffertragen etwa bei einem Pagen mit 1 Euro pro schwerem Gepäckstück erkenntlich.

    Bekommen Sie etwas auf Ihr Zimmer gebracht wie Housekeeping, Roomservice ist 1 Euro eine nette Dankgeste. Es ist üblich für das Zimmermädchen (auch wenn ein Mann diesen Beruf ausübt) pro Nacht 1 bis 2 Euro im (Bade-) Zimmer zu lassen.