Dresscode-Knowhow: Abendkleidung, festliche Kleidung

Verweise wie „Abendkleidung“, auch „festliche Kleidung“, sollen den Gästen mehr Freiheiten gewähren. Deswegen sind sie aber leider auch ungenau. Ist der Smoking gefragt oder der Frack? Vielleicht auch nur der dunkle Anzug? Wie unterschiedlich so ein Dresscode ausgelegt werden kann, schildert der Kleidungs- und Stilexperte Bernhard Roetzel im großen Knigge:


Dresscode-Vermerk „Abendgarderobe“

Auf einer Medienpreisverleihung in Düsseldorf: Meine Einladung enthielt den Dresscode-Vermerk „Abendgarderobe“. Ich erschien daraufhin im Smoking, stellte aber schnell fest, dass ich der einzige Mann war, der den Bekleidungshinweis in dieser Weise ausgelegt hatte. Lag ich falsch? Nein, denn die Damen trugen dagegen tatsächlich „Abendgarderobe“.

Was war passiert? Anscheinend hatten die Männer den Dresscode anders ausgelegt als ihre Begleiterinnen. Das sagt uns zwei Dinge. 1.: Die Damen waren besser informiert als die Herren. 2.: Die Herren haben das ihren Begleiterinnen (natürlich) nicht geglaubt.

Der große Knigge-Tipp: Fragen Sie am besten beim Gastgeber nach, wie festlich genau die Veranstaltung ausgelegt ist. Ansonsten kann es Ihnen ebenfalls passieren, dass Sie als Einziger im Smoking antreten. Oft ist mit Abendkleidung der dunkle Anzug für den Herrn und Kleid, Kostüm oder Hosenanzug für die Dame gemeint. Oft – aber nicht immer.

Typische Anlässe „Abendkleidung, festliche Kleidung“

Es kann sich um diverse Veranstaltungen handeln, bei denen Gastgeber oder Ausrichter nicht so recht wissen, was die Gäste anziehen sollen. Häufig sind es Privatanlässe, da sich professionelle Veranstalter meistens ein wenig besser auskennen. Wie gesagt: Besser, Sie fragen nach, damit Sie nicht over- oder underdressed erscheinen.