Empfehlungen für Frankreich

Der große Knigge weiß: Die Franzosen respektieren die Deutschen, aber sie lieben sie nicht; die Deutschen lieben die Franzosen, aber sie respektieren sie nicht. Gemeinsam aber fühlen sich beide unschlagbar. Wenn Sie in Frankreich sind, sollten Sie das Rad nicht neu erfinden und folgendes respektieren:
  • Französische Manager haben ein anderes Zeitverständnis. Oft beginnen Sitzungen später und dauern länger als geplant. Kalkulieren Sie daher Ihren eigenen Zeitplan großzügig und lassen Sie ausreichend Lücken.
  • Ein ausgiebiges Mittagessen ist fast allen Franzosen heilig. Dort wird auch nicht über das Geschäft, sondern über Privates gesprochen. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Sie müssen nicht bereits am ersten Tag mit Ergebnissen nach Hause kommen. Schaffen Sie zunächst eine persönliche Atmosphäre, danach geht das Geschäftliche auch leichter von der Hand.
  • Ein französischer Chef kritisiert seinen Mitarbeiter niemals direkt, sondern mit versteckten Andeutungen. Konflikte werden gern verharmlost, Fehler nur zögernd zugegeben. Wer offen tadelt, gilt schnell als arroganter Besserwisser. Sprechen Sie Kritik nur durch die Blume aus.
  • Vor allem in Südfrankreich hat der Patron das Sagen. Der Führungsstil ist autoritär. Entscheidungen werden herausgezögert, weil zuerst der Chef gefragt werden muss. Kehren Sie hier vom Konsensdenken ab und setzen Sie auf hierarchieorientiertes Taktieren. Notfalls müssen Sie einen dem Patron in der Hierarchie gleichgestellten deutschen Manager hinzuziehen.

· Franzosen sind seit Schulzeiten elitäre Einzelkämpfer, Teamgeist ist ganz schwach ausgeprägt. Ihre Informationen müssen Sie sich selbst besorgen. Außerdem sollten Sie sich auf die hohe Schule der Diplomatie verstehen. Dafür halten einmal aufgebaute Allianzen oft ein Leben lang.