Sauna-Etikette: So wird das Schwitzen ein Vergnügen

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, ist es gesund, sich abzuhärten: zum Beispiel in der Sauna. Manch einer verzichtet allerdings auf die wohltuende Wärme, weil er sich fragt, wie man bei so viel Nähe und Körperfreiheit die Form wahren kann. Wenn sogar die Kleidung als Reviergrenze fehlt, sind Rücksicht und Etikette besonders wichtig, damit der Genuss für alle stilvoll statt frivol ist.
Die wichtigsten Empfehlungen des großen Knigge für stilvollen Sauna-Genuss:

Kein Schweiß aufs Holz
In Deutschland ist es üblich, nackt zu saunieren, jedoch legen Sie ein Saunatuch unter, das so groß ist, dass Ihr Schweiß nicht aufs Holz tropft. Saunabänke sind nicht imprägniert, daher würden sie Schweiß samt Bakterien und Duftnote sofort unwiderruflich aufsaugen.

Reden oder schweigen?
Sofern es sich nicht um eine Ruhe- oder Meditations-Sauna handelt, sind leise Gespräche erlaubt. Grüßen Sie, wenn Sie die Sauna betreten, das schafft eine angenehme, unbedrohliche Atmosphäre.
"Ist hier noch frei?" ist eine wichtige Frage, wenn Sie sich neben eine fremde Person setzen möchten. Sie dringen schließlich in ein "unsichtbares Revier" ein und wollen Ihr Gegenüber weder zu Aggressionen reizen noch verletzen. In einer engen Kabine mit lauter Fremden ist diese höfliche Floskel daher besonders wichtig.

Breit machen
Wenn wenig Betrieb ist, können Sie sich gern breit machen und eine ganze Saunabank für sich beanspruchen. Wenn allerdings viel los ist, ist Rücksicht gefragt: Es ist unhöflich, wenn Sie den Platz für drei beanspruchen, während andere sich zusammenkauern müssen.
Platzieren Sie sich so, dass zwischen Ihnen und weiteren Saunierern mindestens 30 centimeter Abstand sind. Keiner fühlt sich wohl, wenn ein Fremder einem zu dicht auf die Pelle rückt. Schließlich wollen Sie die Wärme genießen und sich entspannen. Reservieren Sie außerdem keine Ruheliegen mit dem Handtuch: Gönnen Sie auch anderen an Ihrem Lieblingsplatz Erholung.

Welch ein Duft!
Verzichten Sie bereits am Tag vor dem Sauna-Gang auf den Genuss von Zwiebeln und Knoblauch die Ausdünstungen sind unerträglich.

Keine Zeit für Zärtlichkeit
Sind Sie mit der Partnerin oder dem Partner in der Sauna, so beschränken Sie Zärtlichkeiten auf Händchenhalten oder einen kurzen Kuss. Alles Weitere sparen Sie sich besser für zu Hause auf, wenn es keine Zuschauer gibt.

Natürliche Einstellung zum Nacktsein
Gehen Sie mit Ihrer Nacktheit so natürlich wie möglich um. Schämen Sie sich nicht: Nur weil Sie nackt sind, müssen Sie noch lange nicht ordinär wirken. Stellen Sie sich nicht zur Schau, und stieren Sie andere nicht an. Wenn Ihnen das zu intim ist, verzichten Sie auf Blick-Kontakte mit anderen; in dieser besonderen Situation ist das nicht unhöflich.
Gibt es einen Bistro-Bereich, so betreten Sie diesen mit einem Bademantel bekleidet denn für Nacktheit gibt es hier kein triftiges Argument, jedoch einige dagegen.

Hygiene
Duschen Sie unbedingt, bevor Sie die Sauna betreten oder sich im Tauchbecken abkühlen. Verzichten Sie auf den Verzehr von mitgebrachten Speisen Krümel oder ein faulender Apfelrist verderben anderen die Freude.

Viel Vergnügen beim stilvollen Schwitzen!


Was tun Sie, wenn Sie Ihren Chef in der Sauna treffen?
Treffen Sie Ihren Chef oder andere Bekannte in der Sauna, verhalten Sie sich so natürlich wie möglich. Entschärfen Sie jegliche Peinlichkeit, indem Sie ein paar nette Worte miteinander wechseln. Fragen Sie ihn zum Beispiel sachlich, ob er schon ein erfahrener Sauna-Gänger ist und noch ein paar Tipps fürs richtige Saunieren für Sie parat hat.
Wenn Sie es steuern können, treten Sie ihm mit Handtuch oder Bademantel bekleidet gegenüber, stellen Sie sich so zu ihm, dass Sie beide in dieselbe Richtung gucken, so kommen Sie nicht in Verlegenheit, wohin Sie den Blick richten sollen.