Sind braune Schuhe eigentlich immer noch verpönt?

Woher kommt die Regel "no brown in town" (kein Braun in der Stadt)? Der große Knigge erläutert es so:

Die britische Oberschicht gab bis in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts die Kleideregeln der westlichen Welt vor. Sie umfassten eine strikte Dreiteilung der Garderobe in Stadtkleidung, Landkleidung und festliche Kleidung.

Die Stadtkleidung entsprach in etwa dem, was wir heute als Geschäftskleidung kennen. Die Landkleidung war das Pendant zur heutigen Freizeitmode. Die festliche Kleidung bildete einen eigenen Bereich, sie wird in Stadt und Land getragen.

Als Stadtfarben gelten Grau- und Blautöne, dazu gehört der schwarze Schuh. Auf dem Land dominieren dagegen Erd- und Pflanzenfarben, weil sie besser zu Aktivitäten in der Natur passen. Hier ist braunes Schuhwerk die korrekte Wahl. Dieser Farbcode wurde für die Geschäftskleidung und die Freizeitgarderobe übernommen.

Diese Dreiteilung gibt es nach wie vor, allerdings wird sie in Deutschland längst nicht mehr so streng gesehen: Braune Business-Schuhe sind – je nach Anlass, Branche und Position – erlaubt, schwarze Freizeitschuhe harmonieren zum Beispiel gut mit dunklen Jeans.