Stilvolle Geschäftskorresponzenz beginnt bei der Anschrift

Der große Knigge gibt Ihnen Tipps, welche der vier häufigsten Fehler Sie bei einer Adresse vermeiden sollten.

Dass zu einem modernen Firmenimage auch ein entsprechender Briefstil gehört, spricht sich zunehmend mehr herum. Was aber nützt das Bemühen um zeitgemäße Formulierungen im Brief ohne Bürokratendeutsch und altmodische Redewendungen, wenn sich die Adresse wie eine von „Anno dazumal” darstellt?

Wenig, denn die Anschrift liefert den ersten Eindruck eines Schreibens.
Achten Sie deshalb darauf, bereits mit der Adresse zu beweisen, dass Sie auf der Höhe der Zeit sind. Vermeiden Sie die folgenden vier Fehler bei einer Geschäftsadresse.

An die Fa.
Helmut Lerb & Co. KG
z. H. Frau Schönhuber
Neuer Wall 3-5
12345 Musterfeld

„An die

Dieser Zusatz gilt genauso wie „An den“ oder „An das“ als antiquiert.
Diese Zusätze werden ersatzlos gestrichen. Also nicht „An die XYZ-Bank”, sondern „XYZ-Bank“. Nicht „An das Institut für ...“, sondern „Institut für ...“. Nicht „An den Präsidenten des ABC-Vereins“, sondern „Präsidenten des ABC-Vereins“.

„Fa.

Ebenso überflüssig wie „An die” ist in den meisten Fällen der Hinweis, dass es sich um eine Firma handelt.

Beispiele:
bei allen Rechtsformen und Bezeichnungen wie „Holzgroßhandel“, „Möbelhaus“, „Reitsportbedarf“ und ähnlichem. Es wird dann weder das abgekürzte „Fa.“
noch das komplette Wort „Firma“ vor den Firmennamen gesetzt. Voraussetzung dafür ist allerdings: Es geht aus der Firmenbezeichnung eindeutig hervor, dass es sich um eine solche handelt. Nur wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie „Firma“ (nicht abgekürzt und ohne „An die“) verwenden. Beispiel „Firma Gaby Kiebitz“, wenn eine eindeutige Unternehmensbezeichnung fehlt. Hätte Gaby Kiebitz einen Zusatz wie „Frisurenstudio“, ist „Firma“ wieder überflüssig.

„z. H.

Obwohl das „z. Hd.“ oder „z. Hdn.“ noch altmodischer beziehungsweise falscher sind als „z. H.“, scheinen alle drei unausrottbar zu sein. Dabei sind sie genauso unnötig wie alle bereits erwähnten Zusätze auch. Praktiker berufen sich auf weitere gesparte, überflüssige Anschläge und darauf, dass die postalisch korrekte Zustellung mit der modernen Form (nächster Abschnitt) auch ohne „z. H.“ gewährleistet ist.

Ironiker sagen: „Wofür soll das ,z. H.` gut sein? Es wird doch auch ohne diesen Hinweis niemand auf die Idee kommen, jemandem einen Brief zu Füßen (,z. F.` jemals gesehen?) zu legen, statt ihm den in die Hand zu drücken.“

Halten Sie sich deshalb an die moderne Empfehlung, auf das „z. H.“ zu verzichten.

„Frau Schönhuber”

„Frau Schönhuber“ hat, wie jeder Mensch, einen Vornamen. Diesen zu erfragen (falls nicht bekannt) und mitzunennen, gilt bei zeitgemäßen Adressen als stilvoll. Die anfangs mit den vier am häufigsten auftauchenden „Adress-Altertümern“dargestellte Anschrift sollte unter modernen Gesichtspunkten also so aussehen:

Helmut Lerb & Co. KG
Frau Ulrike Schönhuber
Neuer Wall 3-5
12345 Musterfeld