Wie gefragt sind Höflichkeitsgesten?

Gute Umgangsformen sind nach wie vor im Trend, wie eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des Männermagazins „Playboy” bestätigt. Insgesamt 87 % der Deutschen finden es zeitgemäß, wenn der Mann der Frau in den Mantel hilft.

Zustimmung finden ebenfalls die Gesten, dass er ihr

  • die Tür aufhält (86 %),
  • Feuer gibt (59 %) und
  • bei Tisch den Stuhl heranschiebt (57 %).


Auffällig bei dieser Umfrage ist, dass es bei den Antworten große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt: Die befragten Männer stimmten den Aussagen generell öfter zu als die Frauen, zum Teil war die Zustimmung sogar doppelt so hoch. Für den Handkuss zum Beispiel sind 12 % der Männer, aber nur 6 % der Frauen.

Der große Knigge-Fazit: Von traditionellen zu modernen Rollenspielen
Die Interpretation der Studie war, dass Männer mehr Wert auf Etikette legen als Frauen. Doch Vorsicht, vielleicht sind die Frauen nur etwas moderner in ihren Ansichten. Schließlich ist im Beruf geschlechtsspezifisches Verhalten passé. Der Ranghöhere geht vor, der Gastgeber hält dem Gast unabhängig von Geschlecht und Alter die Autotür auf.

Und auch im Privaten ist es längst kein Fauxpas mehr, wenn die Dame für ihren Gast die Tür aufhält – im Gegenteil. Nicht immer hat die Frau von heute Lust, sich auf ein männlich dominiertes Rollenspiel einzulassen.

Der Deutsche Knigge-Rat sagt: „In erster Linie sollte nicht das Geschlecht darüber entscheiden, wer Höflichkeitsgesten empfängt. Darauf hat jeder ein Anrecht: Männer, Frauen und Kinder.”