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Rainer Wälde
Herausgeber Der große Knigge
Meine Erlebnisse mit einem
Geldgeschenk zur Hochzeit

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,

ich bin momentan etwas ratlos: In der letzten Ausgabe habe ich Ihnen unsere Erlebnisse bei der letzten Hochzeit erzählt. Für meine Frau und mich war der Besuch eine Form der Wertschätzung. Obwohl wir zur Feier nicht eingeladen waren, haben wir uns kurzfristig entschieden, zumindest an der kirchlichen Trauung teilzunehmen, um dem jungen Brautpaar persönlich zu gratulieren und einen guten Start in die Ehe zu wünschen.

Zu Hause wurde die Grußkarte getextet, dazu legten wir ein Geldpräsent. Wir hatten es großzügig gewählt, weil wir die junge Braut persönlich schätzen. Nach der Trauung überreichten wir dem bislang unbekannten Bräutigam diskret unseren Umschlag. In den Wochen danach begegneten wir immer wieder der Braut. Sie berichtete von der Hochzeit und den ersten Wochen – doch kein Wort zu unserem Geschenk. Langsam machten wir uns Gedanken: War der Umschlag verloren gegangen? Oder wollten uns die beiden mit einer Dankeskarte vom Fotografen überraschen?

Mittlerweile sind Monate vergangen – ohne Reaktion: Bei passender Gelegenheit sprach ich das Thema an: „Ist unsere Hochzeitskarte mit dem Geld bei Ihnen angekommen?“ Die Braut reagierte sachlich, etwas kühl: „Ja sicher, die haben wir erhalten.“ Nicht mehr, kein Wort des Dankes, kein „Wir haben uns gefreut“, keine Entschuldigung wie „Wir haben vergessen, uns zu bedanken“, sondern die Antwort kam eher in einem Grundton, als ob ein Geldgeschenk in dieser Höhe selbstverständlich sei.

Jetzt wissen Sie, warum ich momentan etwas ratlos bin. Doch dann habe ich mich entschlossen, bei nächster Gelegenheit mit der jungen Ehefrau über das Thema Geschenke zu sprechen. Ich bin gespannt, wie sie reagiert. Falls Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben, würde ich mich über eine E-Mail von Ihnen freuen. Lassen Sie uns gemeinsam für eine Renaissance der Umgangsformen eintreten. Die vorliegende Ausgabe bietet wieder eine Fülle von Anregungen dazu.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Rainer Wälde
Herausgeber Der große Knigge

 
PS: 

Treten Sie immer so auf, wie Sie es sich wünschen?

Für den ersten Eindruck bietet sich Ihnen keine zweite Chance: Schon innerhalb der ersten drei Sekunden entscheidet sich, wie Sie auf Ihre Mitmenschen wirken. Ihre berufliche und gesellschaftliche Stellung erfordert, dass Sie in jeder Situation sicher und angemessen auftreten. Souverän. Taktvoll. Wer die modernen Umgangsformen beherrscht, hat Erfolg.

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05.02.2012   

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