Den Mut haben, Einfühlungsvermögen zu zeigen
Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,
wir sind an diesem Morgen sehr früh aufgestanden, um noch rechtzeitig den Flughafen zu erreichen. Wir haben ausreichend Zeit einkalkuliert, es ist Montagmorgen, man weiß ja nie … Wir diskutieren über die Reservierungspolitik der neuen Airlines: Zwei Tickets sind wegen Krankheit verfallen, Stornierung war nicht möglich, Umbuchung teurer als die zwei neuen Tickets. Und über den Standort: Düsseldorf-Weeze nennt Ryanair den ehemaligen Militärflughafen, doch zwischen Düsseldorf und dem kleinen Städtchen kurz vor der holländischen Grenze liegen 80 Kilometer und eine Stunde Fahrzeit.
Plötzlich stecken wir fest: Verkehrsunfall, 8 Kilometer Stau – nichts geht mehr. Die Minuten verrinnen und auch die Stunden. Innerlich steigt der Stresspegel. Doch dann – oh Wunder – schaffen wir es doch noch, pünktlich zum Einchecken am Flughafen zu sein. Keine Zeit verlieren: rein in die Halle, vorbei an einer ewig langen Schlange direkt zum Schalter von Ryanair. „Zu spät“, sagt die Dame, ohne auch nur hochzublicken. „Sie sind eine Minute zu spät. “ Wieso zu spät? Es sind noch 45 Minuten bis zum Abflug. Die Maschine ist noch gar nicht gelandet! „So sind unsere Regeln …“
Am gegenüberliegenden Service-Schalter sind drei Mitarbeiter ins morgendliche Gespräch vertieft und für Kunden nur schwer ansprechbar. Uns schlägt pures Desinteresse entgegen, der einzige Trost: „In zwei Tagen, am Mittwoch, geht die nächste Maschine. “
Fassungslos schauen wir uns an: Gehört das zum Service-Alltag in Deutschland? Kein Wort der Entschuldigung, kein Verständnis, null Empathie. Kein „Es tut mir leid … ich kann Ihre Enttäuschung verstehen … lassen Sie uns gemeinsam nach einer Lösung suchen …“ Stattdessen das Gefühl der Ohnmacht und vier wertlose Flugtickets.
Am Nachmittag stehen wir am Flughafen in Dortmund. Die freundlichen Mitarbeiter von Easyjet lassen uns den Schock des Morgens vergessen. Und tief im Inneren hoffe ich immer noch, dass die Zahl der Menschen zunimmt, die den Mut haben, auch in unvorhergesehenen Situationen Empathie zu zeigen. Nutzen Sie die Fachbeiträge von Der große Knigge, um Ihr persönliches Einfühlungsvermögen zu trainieren!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Rainer Wälde
Herausgeber Der große Knigge
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