Darf man das - oder darf man das nicht?
Liebe Leser,
Kennen Sie die Antwort auf diese 3 Fragen?
- Sagt man 2010 wieder "Gesundheit"?
- Dürfen Sie einen Brief mit "Ich" beginnen?
- Ist es unfreundlich, in E-Mails Abkürzungen zu
verwenden?
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Darf man das – oder darf man das nicht?
Der Münchner Starkbieranstich hat eine lange Tradition.
Mönche haben einst das Starkbier zum "Nahrungsmittel"
erklärt, um in der langen Fastenzeit nicht auf geistigen
Beistand in Form von wohlig schmeckenden Bier zu verzichten. Auch
wenn die Zahl der Mönche seitdem stark zurückgegangen
ist, ist es beim Brauch des Starkbier-Anstichs in der Fastenzeit
geblieben. Der wird in München verbunden mit dem "Derblecken",
dem "kritischen Spiegel-Vorhalten" gegenüber Personen des
öffentlichen Lebens. Woher die Bezeichnung (richtig:
derbleck’n) herkommt, ist nicht mehr ganz genau zu
ergründen. Vermutlich leitet sie sich ab von "die Zähne
blecken", als "jemandem die blitzenden Zähne zeigen".
Humorvolle und selbstbewusste Wirte zogen ihre Stammgäste
gerne mit diesen Geschichten auf. Andere Wirte beauftragten bei
Veranstaltungen, zu denen die Gäste auf ähnliche Weise
begrüßt werden sollten, auch schon mal professionelle
Redner, die sich im Vorfeld über die Eigenheiten und
Empfindlichkeiten der Gäste erkundigten und daraus ihre
Spottgeschichten machten. Von den Opfern des Spotts wurde erwartet,
dass sie diesen mit Humor nehmen. Das gilt beim Starkbieranstich
auf dem Münchner Nockherberg ebenso - auch wenn dieser
gelegentlich zum politischen Spießrutenlauf ausartet.
Doch wo ist die Grenze zu ziehen? Was ist noch "erlaubter" Spott
- und was nicht?
Genau diese Frage steht seit diesem Mittwochabend im Raum. Denn da
war es wieder soweit. Auf dem Nockherberg wurde wieder Starkbier
angestochen und "Bruder Barnabas" alias Michael Lerchenberg, durfte
spotten. Und das tat er auch. Die Rede war - wie immer - mehr oder
weniger lustig, bis es zu diesen Sätzen, gerichtet an den
FDP-Vorsitzenden und Bundesaußenminister Guido Westerwelle
kam:
"Alle Hartz-IV-Empfänger versammelt er in den leeren,
verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge,
drumrum ein großer Zaun." Über dem Eingangstor werde "in
großen eisernen Lettern" stehen: "Leistung muss sich wieder
lohnen."
Der Bespottete und zahlreiche andere fanden diesen Vergleich nicht
lustig - und hielten die Grenze zum "erlaubten" Spott für
überschritten. Doch wie reagiert man als "öffentliche
Person" in so einer Situation?
Guido Westerwelle reagierte schriftlich. Er schickte einen Brief an
die Paulaner Brauerei als Veranstalter. Darin schreibt er:
"Mit einem KZ-Wächter verglichen zu werden, geht zu weit.
Sie haben mich all die Jahre zum Salvator-Anstich eingeladen.
Mehrfach habe ich gern teilgenommen. Für die Zukunft bitte
ich, von Einladungen an meine Person abzusehen."
Lassen wir mal dahingestellt, dass die Formulierung "Einladungen an
meine Person" nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Die
Reaktion ist sicherlich konsequent, deutlich - und trotzdem
zurückhaltend stilvoll. Denn ein solcher Vergleich ist - auch
in einer Spottrede, die sicherlich sehr viel weiter gehen kann und
darf, als eine "normale" Rede, angesichts des Leids, dass sich
hinter Zäunen und Mauern in den 30er Jahren bis 1945 hin
abspielte, jenseits der tolerierbaren Grenzen.
Doch wie reagieren Sie, wenn Sie Opfer eines Fehlverhaltens
anderer werden? Welche Reaktion ist dann angemessen?
Nun, eine Standard-Antwort gibt es hierfür sicher nicht. Aber
ich kann Ihnen gerne eine Art "Handlungsleitfaden" an die Hand
geben. Hier ist er:
Warum Sie eine Kränkung nicht hinzunehmen brauchen
Stellen Sie sich folgende Situation einmal vor:
Ein Kollege hat private Informationen weitererzählt, die Sie
ihm mit der Bitte um Vertrautheit erzählt haben. Unangenehmer
noch: Sie haben es direkt mitbekommen. Als Sie im Kopierraum waren
(wo er Sie nicht sehen konnte), haben Sie das Gespräch, das er
auf dem Flur mit einer Kollegin geführt hat, (unfreiwillig)
mitbekommen.
Wie reagieren Sie in solchen Situationen angemessen? Und vor allem:
Wie machen Sie deutlich, dass Sie ein solches Verhalten nicht
(mehr) akzeptieren können oder wollen?
Das Wichtigste zuerst:
Senden Sie Ich-Botschaften in Ihrer Antwort!
Eine Ich-Botschaft besteht aus 3 Elementen
A: Eine Beschreibung des Verhaltens, das Sie erleben
und/oder das Sie stört.
B: Ihr Gefühl (die Gefühle), das durch die
Störung ausgelöst wird.
C: Ein Lösungsvorschlag und/oder die konkrete Wirkung,
also die Aussage, wie das Verhalten auf Sie wirkt und warum Sie um
eine Veränderung bitten.
Die Reihenfolge der drei Elemente ist variabel. Wichtig ist, dass
alle drei Teile vorhanden sind. Die reine
Gefühlsäußerung ist keine Ich-Botschaft. Beispiele:
"Ich bin böse aufSie." "Ich bin enttäuscht von Ihnen."
"Ich bin besorgt." Solche Botschaften befremden und verwirren.
Doch Achtung: "Ich-Botschaften" verlangen viel von
Ihnen!
Nämlich echtes Gefühlsmanagement! Ich-Botschaften haben
nur dann positive Auswirkungen, wenn sie authentisch sind. Wirken
sie unecht, vorgeschoben oder aufgesetzt, verkommen sie zum
Psychokram. Verwenden Sie Ich-Botschaften deshalb bitte nie als
Technik im Sinne von kalkuliertem, auswendig gelerntem Wissen,
sondern immer als Ausdruck Ihres authentischen Gefühls. Dessen
genaue Schilderung ist das zentrale Element einer hilfreichen
Ich-Botschaft.Das bedeutet: Sie können nur dann eine solche
Nachricht stimmig übermitteln, wenn Sie in der Lage sind, Ihr
Gefühl richtig zu benennen.
Typische Ich-Botschaften sind: "Mir liegt viel daran, dass
…", "Diese Äußerung gibt mir zu denken.", "Was
geschehen ist (das) macht mich traurig ..."
Doch wie bringen Sie diese Botschaften am besten
rüber?
Denken Sie an das Beispiel mit dem Kollegen, der ein Geheimnis
weitererzählt hat. Vermutlich platzen Sie in so einer
Situation vor Wut. Dennoch sollten Sie (Stichwort
Gefühlsmanagement) jetzt nicht aus dem Kopierraum
stürmen, und den Kollegen noch im Flur und vor der Kollegin,
mit der er gerade spricht, auf seinen Geheimnisverrat hinweisen. Am
besten, Sie tun das nicht mal am selben Tag! Auch wenn es noch so
in Ihnen rumort - schlafen Sie darüber - und sprechen Sie den
Kollegen am nächsten Tag unter vier Augen darauf an:
"Ich fühle mich im Moment sehr unwohl, Herr ... Genau
genommen bin ich sehr traurig. Ich habe gestern zufällig
mitbekommen, wie Sie Frau ... weitererzählt haben, dass ...
Ich hatte Sie gebeten, diese Information vertraulich zu behandeln.
Nun habe ich das Gefühl, dass mein Vertrauen missbraucht
worden ist. Können Sie dieses Gefühl verstehen?"
Natürlich wird Ihr Kollege allerlei Ausreden suchen (und
vielleicht gibt es ja wirklich sogar einen triftigen Grund. Das
rechtfertigt aber nicht den Vertrauensbruch. Ihr Kollege hätte
Sie dann vielmehr mit diesem Grund konfrontieren und Sie um
Erlaubnis bitten müssen, die Information doch noch
weiterzugeben!) - dennoch haben Sie etwas bewirkt: Sie haben
gezeigt, dass ein solches Verhalten bei Ihnen negative Gefühle
hervorruft. Dass Sie enttäuscht sind. Und dass Sie das
Verhalten in keiner Weise billigen. Doch Achtung:
Dampf ablassen braucht Stil
Es wird immer wieder Situationen geben, die bei Ihnen sofort
große Verärgerung hervorrufen. Beachten Sie dann trotz
aller Emotionalität die folgenden Grundsätze:
1. Schlafen Sie mindestens einmal darüber. Im wahrsten
Sinne des Wortes.
2. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen: "Weil du immer ...",
"Warum müssen Sie ständig ...?", "Alles, was du tust
..."
3. Wenn Sie Ihren Ärger thematisieren, wollen Sie, dass
sich etwas ändert. Eine Veränderung kann aber nur
eintreten, wenn Sie den genauen Punkt verdeutlichen, der Sie in
Rage versetzt hat. Werden Sie deshalb konkret.
4. Benennen Sie dabei die Art Ihres Zorns so genau wie
möglich. Fühlen Sie sich verletzt, gereizt,
entrüstet, wütend, empört, erbittert, aufgebracht,
peinlich berührt, gequält, gekränkt, belästigt,
missgelaunt, diskriminiert, unzufrieden, aufgeregt, beleidigt,
verstimmt, enttäuscht, gefoppt? Je exakter Sie Ihren
Gefühlszustand beschreiben können "Ich bin wütend
auf dich, weil ich schrecklich enttäuscht bin, dass du mich
belogen hast", um so eher können Sie auf Verständnis
hoffen. "Ich bin eben einfach sauer" hingegen ist eine so
allgemeine, schwammige Äußerung, dass sie wenig zum
besseren Verständnis beitragen kann.
5. Sprechen Sie in Ich-Botschaften: "Ich fühle mich
beleidigt, wenn ...", "Ich habe deinen Satz eben so empfunden:
...", "Ich kann mit Ihrer Art, Dinge anzusprechen, schlecht fertig
werden", "Ich ärgere mich, weil ...", "Ich finde es
verletzend, wenn ich ständig unterbrochen werde." Wenn die
Wogen der Emotion hochschlagen, ist es besonders schwierig, in
Ich-Botschaften zu sprechen. Üben Sie deshalb am besten erst
in weniger stressigen Unterhaltungen. Es dauert eine Zeit, bis
diese Form der Gesprächsführung - die empfehlenswerteste
für alle schwierigen Gespräche! - verinnerlicht ist. Das
muss sie aber sein, ehe sie in emotionsgeladenen Situationen zum
Tragen kommen kann.
Tipp:
Die Gesprächstechnik der Ich-Botschaften können Sie im
Leben überall einsetzen - nicht nur bei Konflikten. Trainieren
Sie sie. Entdecken Sie sie - und wie Ihre Kommunikation damit
plötzlich eine ganz neue Ebene erreicht.
Doch Halt!
Bevor Sie wegklicken, habe ich noch
etwas ganz Besonderes für Sie:
Canasta, Rommé und
Doppelkopf waren gestern!
Und was gibt es heute?
Das große Stil- und
Etikette-Quiz. Ein Spiel, mit dem Sie mit der Familie
… den Kindern … Freunden und Kollegen auf wunderbar vergnügliche Art
die aktuellen Umgangsformen kennen lernen – und um die
Wette eifern können. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Dieses Kartenspiel wird nie langweilig, ist "pädagogisch
wertvoll" - und begeistert jeden, der es einmal in den Händen
hatte.
Wie wäre es?
Laden Sie Freunde ein - und los geht es. Ich
verspreche Ihnen einen vergnüglichen Abend der besonderen Art.
Voller Diskussionen, Erinnerungen (Ach so war das …) und
guter Laune. Dass Sie dabei so ganz nebenbei die modernen
Umgangsformen vertiefen, verinnerlichen und vielleicht so manchen
Tipp ganz neu kennen lernen – gut so, oder?
Mein Tipp:
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begeistern - und Ihre Familie … Freunde und Kollegen auch.
Ein Klick hier genügt!
Mit herzlichen Grüßen
Ihre

Agnes Anna Jarosch