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5. März 2010

Darf man das - oder darf man das nicht?

Liebe Leser,

Kennen Sie die Antwort auf diese 3 Fragen?

- Sagt man 2010 wieder "Gesundheit"?
- Dürfen Sie einen Brief mit "Ich" beginnen?
- Ist es unfreundlich, in E-Mails Abkürzungen zu verwenden?

Falls nein - oder auch nur, falls Sie unsicher sind - dann klicken Sie gleich einmal hier. Denn dann erhalten Sie per kostenlosem Sofort-Download den "Knigge- 2010: Was ist neu – was ist veraltet". Dieser brandaktuelle Ratgeber steht nur heute zum kostenlosen Sofort-Download für Sie bereit. Klicken Sie zum Gratis-Download deshalb jetzt gleich hier!

Darf man das – oder darf man das nicht?

Der Münchner Starkbieranstich hat eine lange Tradition. Mönche haben einst das Starkbier zum "Nahrungsmittel" erklärt, um in der langen Fastenzeit nicht auf geistigen Beistand in Form von wohlig schmeckenden Bier zu verzichten. Auch wenn die Zahl der Mönche seitdem stark zurückgegangen ist, ist es beim Brauch des Starkbier-Anstichs in der Fastenzeit geblieben. Der wird in München verbunden mit dem "Derblecken", dem "kritischen Spiegel-Vorhalten" gegenüber Personen des öffentlichen Lebens. Woher die Bezeichnung (richtig: derbleck’n) herkommt, ist nicht mehr ganz genau zu ergründen. Vermutlich leitet sie sich ab von "die Zähne blecken", als "jemandem die blitzenden Zähne zeigen".

Humorvolle und selbstbewusste Wirte zogen ihre Stammgäste gerne mit diesen Geschichten auf. Andere Wirte beauftragten bei Veranstaltungen, zu denen die Gäste auf ähnliche Weise begrüßt werden sollten, auch schon mal professionelle Redner, die sich im Vorfeld über die Eigenheiten und Empfindlichkeiten der Gäste erkundigten und daraus ihre Spottgeschichten machten. Von den Opfern des Spotts wurde erwartet, dass sie diesen mit Humor nehmen. Das gilt beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg ebenso - auch wenn dieser gelegentlich zum politischen Spießrutenlauf ausartet.

Doch wo ist die Grenze zu ziehen? Was ist noch "erlaubter" Spott - und was nicht?

Genau diese Frage steht seit diesem Mittwochabend im Raum. Denn da war es wieder soweit. Auf dem Nockherberg wurde wieder Starkbier angestochen und "Bruder Barnabas" alias Michael Lerchenberg, durfte spotten. Und das tat er auch. Die Rede war - wie immer - mehr oder weniger lustig, bis es zu diesen Sätzen, gerichtet an den FDP-Vorsitzenden und Bundesaußenminister Guido Westerwelle kam:

"Alle Hartz-IV-Empfänger versammelt er in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drumrum ein großer Zaun." Über dem Eingangstor werde "in großen eisernen Lettern" stehen: "Leistung muss sich wieder lohnen."

Der Bespottete und zahlreiche andere fanden diesen Vergleich nicht lustig - und hielten die Grenze zum "erlaubten" Spott für überschritten. Doch wie reagiert man als "öffentliche Person" in so einer Situation?

Guido Westerwelle reagierte schriftlich. Er schickte einen Brief an die Paulaner Brauerei als Veranstalter. Darin schreibt er:

"Mit einem KZ-Wächter verglichen zu werden, geht zu weit. Sie haben mich all die Jahre zum Salvator-Anstich eingeladen. Mehrfach habe ich gern teilgenommen. Für die Zukunft bitte ich, von Einladungen an meine Person abzusehen."

Lassen wir mal dahingestellt, dass die Formulierung "Einladungen an meine Person" nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Die Reaktion ist sicherlich konsequent, deutlich - und trotzdem zurückhaltend stilvoll. Denn ein solcher Vergleich ist - auch in einer Spottrede, die sicherlich sehr viel weiter gehen kann und darf, als eine "normale" Rede, angesichts des Leids, dass sich hinter Zäunen und Mauern in den 30er Jahren bis 1945 hin abspielte, jenseits der tolerierbaren Grenzen.

Doch wie reagieren Sie, wenn Sie Opfer eines Fehlverhaltens anderer werden? Welche Reaktion ist dann angemessen?

Nun, eine Standard-Antwort gibt es hierfür sicher nicht. Aber ich kann Ihnen gerne eine Art "Handlungsleitfaden" an die Hand geben. Hier ist er:

Warum Sie eine Kränkung nicht hinzunehmen brauchen


Stellen Sie sich folgende Situation einmal vor:

Ein Kollege hat private Informationen weitererzählt, die Sie ihm mit der Bitte um Vertrautheit erzählt haben. Unangenehmer noch: Sie haben es direkt mitbekommen. Als Sie im Kopierraum waren (wo er Sie nicht sehen konnte), haben Sie das Gespräch, das er auf dem Flur mit einer Kollegin geführt hat, (unfreiwillig) mitbekommen.

Wie reagieren Sie in solchen Situationen angemessen? Und vor allem: Wie machen Sie deutlich, dass Sie ein solches Verhalten nicht (mehr) akzeptieren können oder wollen?

Das Wichtigste zuerst:
Senden Sie Ich-Botschaften in Ihrer Antwort!

Eine Ich-Botschaft besteht aus 3 Elementen

A: Eine Beschreibung des Verhaltens, das Sie erleben und/oder das Sie stört.
B: Ihr Gefühl (die Gefühle), das durch die Störung ausgelöst wird.
C: Ein Lösungsvorschlag und/oder die konkrete Wirkung, also die Aussage, wie das Verhalten auf Sie wirkt und warum Sie um eine Veränderung bitten.

Die Reihenfolge der drei Elemente ist variabel. Wichtig ist, dass alle drei Teile vorhanden sind. Die reine Gefühlsäußerung ist keine Ich-Botschaft. Beispiele: "Ich bin böse aufSie." "Ich bin enttäuscht von Ihnen." "Ich bin besorgt." Solche Botschaften befremden und verwirren.

Doch Achtung: "Ich-Botschaften" verlangen viel von Ihnen!

Nämlich echtes Gefühlsmanagement! Ich-Botschaften haben nur dann positive Auswirkungen, wenn sie authentisch sind. Wirken sie unecht, vorgeschoben oder aufgesetzt, verkommen sie zum Psychokram. Verwenden Sie Ich-Botschaften deshalb bitte nie als Technik im Sinne von kalkuliertem, auswendig gelerntem Wissen, sondern immer als Ausdruck Ihres authentischen Gefühls. Dessen genaue Schilderung ist das zentrale Element einer hilfreichen Ich-Botschaft.Das bedeutet: Sie können nur dann eine solche Nachricht stimmig übermitteln, wenn Sie in der Lage sind, Ihr Gefühl richtig zu benennen.

Typische Ich-Botschaften sind: "Mir liegt viel daran, dass …", "Diese Äußerung gibt mir zu denken.", "Was geschehen ist (das) macht mich traurig ..."

Doch wie bringen Sie diese Botschaften am besten rüber?

Denken Sie an das Beispiel mit dem Kollegen, der ein Geheimnis weitererzählt hat. Vermutlich platzen Sie in so einer Situation vor Wut. Dennoch sollten Sie (Stichwort Gefühlsmanagement) jetzt nicht aus dem Kopierraum stürmen, und den Kollegen noch im Flur und vor der Kollegin, mit der er gerade spricht, auf seinen Geheimnisverrat hinweisen. Am besten, Sie tun das nicht mal am selben Tag! Auch wenn es noch so in Ihnen rumort - schlafen Sie darüber - und sprechen Sie den Kollegen am nächsten Tag unter vier Augen darauf an:

"Ich fühle mich im Moment sehr unwohl, Herr ... Genau genommen bin ich sehr traurig. Ich habe gestern zufällig mitbekommen, wie Sie Frau ... weitererzählt haben, dass ... Ich hatte Sie gebeten, diese Information vertraulich zu behandeln. Nun habe ich das Gefühl, dass mein Vertrauen missbraucht worden ist. Können Sie dieses Gefühl verstehen?"

Natürlich wird Ihr Kollege allerlei Ausreden suchen (und vielleicht gibt es ja wirklich sogar einen triftigen Grund. Das rechtfertigt aber nicht den Vertrauensbruch. Ihr Kollege hätte Sie dann vielmehr mit diesem Grund konfrontieren und Sie um Erlaubnis bitten müssen, die Information doch noch weiterzugeben!) - dennoch haben Sie etwas bewirkt: Sie haben gezeigt, dass ein solches Verhalten bei Ihnen negative Gefühle hervorruft. Dass Sie enttäuscht sind. Und dass Sie das Verhalten in keiner Weise billigen. Doch Achtung:

Dampf ablassen braucht Stil

Es wird immer wieder Situationen geben, die bei Ihnen sofort große Verärgerung hervorrufen. Beachten Sie dann trotz aller Emotionalität die folgenden Grundsätze:

1. Schlafen Sie mindestens einmal darüber. Im wahrsten Sinne des Wortes.

2. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen: "Weil du immer ...", "Warum müssen Sie ständig ...?", "Alles, was du tust ..."

3. Wenn Sie Ihren Ärger thematisieren, wollen Sie, dass sich etwas ändert. Eine Veränderung kann aber nur eintreten, wenn Sie den genauen Punkt verdeutlichen, der Sie in Rage versetzt hat. Werden Sie deshalb konkret.

4. Benennen Sie dabei die Art Ihres Zorns so genau wie möglich. Fühlen Sie sich verletzt, gereizt, entrüstet, wütend, empört, erbittert, aufgebracht, peinlich berührt, gequält, gekränkt, belästigt, missgelaunt, diskriminiert, unzufrieden, aufgeregt, beleidigt, verstimmt, enttäuscht, gefoppt? Je exakter Sie Ihren Gefühlszustand beschreiben können "Ich bin wütend auf dich, weil ich schrecklich enttäuscht bin, dass du mich belogen hast", um so eher können Sie auf Verständnis hoffen. "Ich bin eben einfach sauer" hingegen ist eine so allgemeine, schwammige Äußerung, dass sie wenig zum besseren Verständnis beitragen kann.

5. Sprechen Sie in Ich-Botschaften: "Ich fühle mich beleidigt, wenn ...", "Ich habe deinen Satz eben so empfunden: ...", "Ich kann mit Ihrer Art, Dinge anzusprechen, schlecht fertig werden", "Ich ärgere mich, weil ...", "Ich finde es verletzend, wenn ich ständig unterbrochen werde." Wenn die Wogen der Emotion hochschlagen, ist es besonders schwierig, in Ich-Botschaften zu sprechen. Üben Sie deshalb am besten erst in weniger stressigen Unterhaltungen. Es dauert eine Zeit, bis diese Form der Gesprächsführung - die empfehlenswerteste für alle schwierigen Gespräche! - verinnerlicht ist. Das muss sie aber sein, ehe sie in emotionsgeladenen Situationen zum Tragen kommen kann.

Tipp:
Die Gesprächstechnik der Ich-Botschaften können Sie im Leben überall einsetzen - nicht nur bei Konflikten. Trainieren Sie sie. Entdecken Sie sie - und wie Ihre Kommunikation damit plötzlich eine ganz neue Ebene erreicht.

Doch Halt!

Bevor Sie wegklicken, habe ich noch etwas ganz Besonderes für Sie:

Canasta, Rommé und Doppelkopf waren gestern!
Und was gibt es heute?


Das große Stil- und Etikette-Quiz. Ein Spiel, mit dem Sie mit der Familie … den Kindern … Freunden und Kollegen auf wunderbar vergnügliche Art die aktuellen Umgangsformen kennen lernen – und um die Wette eifern können. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Dieses Kartenspiel wird nie langweilig, ist "pädagogisch wertvoll" - und begeistert jeden, der es einmal in den Händen hatte.

Wie wäre es?

Laden Sie Freunde ein - und los geht es. Ich verspreche Ihnen einen vergnüglichen Abend der besonderen Art. Voller Diskussionen, Erinnerungen (Ach so war das …) und guter Laune. Dass Sie dabei so ganz nebenbei die modernen Umgangsformen vertiefen, verinnerlichen und vielleicht so manchen Tipp ganz neu kennen lernen – gut so, oder?

Mein Tipp:

Klicken Sie gleich einmal hier - und entdecken Sie ein Spiel, mit dem Sie sich begeistern - und Ihre Familie … Freunde und Kollegen auch. Ein Klick hier genügt!

Mit herzlichen Grüßen
Ihre

Agnes Anna Jarosch



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