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Gesprächstechniken: Wie Sie Einwänden und Angriffen am besten begegnen So räumen Sie mögliche Einwände ausBereiten Sie sich inhaltlich vor und setzen Sie sich schon vorab mit möglichen Einwänden auseinander:
Der große Knigge-Extra-Tipp: Kommen Sie Ihrem Gegenüber zuvorNehmen Sie Einwände, mit denen Sie sicher rechnen können, im Gespräch vorweg. Das zeigt dem anderen, dass Sie sich nicht nur Gedanken um sich, sondern auch um ihn gemacht haben, wirkt ehrlich und schafft Vertrauen.Beispiel: Erst kürzlich hat Ihr Chef bei der Team-Besprechung über die schlechten Umsatzzahlen geklagt. Nun wollen Sie eine Gehaltserhöhung für sich durchsetzen. Anstatt zu warten, bis Ihr Chef Ihre Forderung mit dem Hinweis auf die schlechte Unternehmenslage mit einem Satz abschmettert, gehen Sie besser in die Offensive und sprechen dieses Thema von sich aus an: „Herr Meier, ich kenne die angespannte wirtschaftliche Situation unseres Unternehmens. Dennoch möchte ich mit Ihnen über mein Gehalt sprechen …“ Aber Vorsicht! Bitte wenden Sie diese Technik nur dann an, wenn Sie Ihr Gegenüber so gut kennen, dass
Sie seine Einwände auch wirklich voraussagen können. Nicht alles, was in Ihrem Kopfkino als
todsicherer Einwand kommt, muss für Ihren Gesprächspartner tatsächlich ein Problem darstellen.
Spätestens wenn Sie selbst das Thema aktiv angesprochen haben, schaffen Sie allerdings auch bei
ihm ein Problembewusstsein. Sie legen sich also unter Umständen selbst Steine in den Weg.Beispiel: Sie möchten Ihrem Kunden einen Fonds verkaufen. Auch wenn Sie selbst noch den letzten Börsen-Crash vor Augen haben, wäre es ein Fehler, den Risikoaspekt aktiv anzusprechen. Vielleicht hat Ihr Kunde ja gar kein Problem mit der Sicherheit von Fonds! Wenden Sie die Schleifentechnik anAm besten ausräumen lassen sich Einwände mit der Schleifentechnik. So funktioniert sie:
Schritt 1: Nehmen Sie den Einwand auf Aus Sicht des Vortragenden ist ein Einwand immer berechtigt. Deshalb ist es wichtig, ihn ernst zu nehmen und nicht etwa einfach zu überhören. Indem Sie dies tun, zeigen Sie Ihrem Gegenüber Wertschätzung und erhalten sich seine Gesprächsbereitschaft. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner unbedingt ausreden. Schauen Sie ihn dabei aufmerksam an, anstatt auf den Boden zu blicken oder ungeduldig von einem Fuß auf den anderen zu treten. Nicken Sie zum Zeichen, dass Sie ihm folgen. Oder am Telefon: Geben Sie durch ein „hörbares Kopfnicken“ („Hm, ja, aha …“) zu verstehen, dass Sie ganz bei der Sache sind. Fragen Sie nach, wenn Sie sich bei schwammigen Einwänden nicht sicher sind, wo genau die Widerstände liegen. Damit zeigen Sie nicht nur echtes Interesse, Sie können danach auch besser argumentieren:
Beispiel:
Der große Knigge-Extra-Tipp: Was tun bei scharfen Einwänden?Besonders scharfe Einwände sollten Sie beim Nachfragen oder Zusammenfassen in eine mildere, sachliche Form bringen, damit sich negative Emotionen gar nicht erst hochschaukeln können.Beispiel:
Schritt 2: Sie federn den Einwand ab Den positiven Effekt, den Sie allein mit dem Eingehen auf seine Bedenken erzielt haben, verstärken Sie noch, indem Sie Verständnis für die Sichtweise Ihres Gesprächspartners zeigen und ihn für seinen Einwand „loben“. Dabei müssen Sie Ihr Lob nicht einmal heucheln. Denn tatsächlich hat ein Einwand, auch wenn er lästig ist, durchaus Vorteile, über die Sie sich freuen können. Ihr Gesprächspartner ist immerhin grundsätzlich bereit, sich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Er offenbart Ihnen seine Einstellungen und Absichten, seine Motive, seine Vorurteile, seine Ängste und Widerstände. Sie müssen nicht ins Blaue hinein argumentieren, sondern können ganz gezielt auf Ihren Gesprächspartner eingehen. Und ist ein Einwand nicht immer auch eine Herausforderung, bei der Sie Ihre Kompetenz in besonderer Weise beweisen können? Lob und Verständnis äußern Sie z. B. durch folgende Formulierungen:
Bei allem Verständnis beachten Sie aber: Tappen Sie nicht in die Identifikationsfalle! Belassen Sie es bei einer begrenzten Zustimmung, anstatt sich vollkommen mit Ihrem Gesprächspartner zu identifizieren. Sonst ist das Gespräch an dieser Stelle beendet, ohne dass Sie irgendetwas erreicht haben. Dies gilt umso mehr, als die Identifikation mit einem anderen Menschen auch gründlich schiefgehen kann. So z. B. bei der Verkäuferin, die Sie am Anfang dieses Beitrags kennengelernt haben: Bei der Aussage „Kein Geld“ sieht sie unweigerlich einen armen Menschen vor sich, dem es nicht einmal für das Nötigste reicht und der kaum weiß, wie er über die Runden kommen soll. Eine voreilige Interpretation, denn die gleiche Person, der 50 Euro für Naturkostprodukte zu viel sind, legt vielleicht noch am selben Tag, ohne mit der Wimper zu zucken, das 10-Fache für einen Flachbildschirm auf den Tisch! In Wirklichkeit lautet der Einwand in den meisten Fällen nämlich nicht: „Ich habe kein Geld“, sondern „Ich habe kein Geld für …, weil mir andere Dinge wichtiger sind“. Wenn es der Freundin gelänge, das Interesse des Kunden zu wecken, hätte sie durchaus Chancen, doch noch ins Geschäft zu kommen. Anzeige
Schritt 3: Sie ziehen eine Schleife Wie aber schlagen Sie nun elegant den Bogen zu Ihrer weiteren Argumentation? Je nach Situation können Sie den Einwand entweder
Möglichkeit 1: Sie stellen den Einwand mit Fingerspitzengefühl richtig Wenn der Einwand zwar subjektiv verständlich und damit auch berechtigt, aber objektiv falsch ist, stellen Sie ihn sachlich, aber mit Fingerspitzengefühl richtig. Nicht gesprächsfördernd sind dabei Äußerungen wie:
Denn damit greifen Sie das Selbstwertgefühl Ihres Gegenübers an und provozieren erst recht seinen Widerstand. Sie gewinnen viel, wenn Sie diese oft leicht dahingesagten Sätze ganz einfach weglassen und sich stattdessen – nachdem Sie grundsätzliches Verständnis geäußert haben! – auf eine wertfreie Darstellung von Daten, Fakten und Referenzen beschränken. Spüren Sie die unterschiedliche Wirkung In einer Sitzung des Planungsausschusses schlägt Ihre Kollegin vor, einige Aufgaben an Fremdfirmen auszulagern. Sie sind dagegen: „Das ist doch viel zu teuer!“
Würden Sie nicht auch sagen, dass Sie bei Reaktion 2 wesentlich gesprächsbereiter sind? Möglichkeit 2: Sie deuten den Einwand zu einem Vorteil um Viele Einwände sprechen in Wirklichkeit für und nicht gegen Sie. Ihrem Gesprächspartner fehlt nur ein Perspektivenwechsel, um dies zu erkennen. Nehmen Sie noch einmal die gerade geschilderte Situation: Ihre Kollegin schlägt die Auslagerung von Arbeiten an Fremdunternehmen vor. In Wirklichkeit ist es ja gerade der Preis, der gegen diese Lösung spricht. Dies kann sie zum Ausdruck bringen, indem sie dem Einwand „zu teuer“ entgegnet: „Ich stimme Ihnen zu: Die Kosten dürfen wir auf gar keinen Fall vernachlässigen. Sie sind Dreh- und Angelpunkt. Gerade deshalb (!) wird Sie meine Kalkulation interessieren. Ich habe das Ganze nämlich einmal für uns durchgerechnet. Wenn ich Ihnen das kurz vorstellen darf …“ In der Verkaufswelt wird diese Methode oft als „Bumerang–Methode“ bezeichnet, weil sie den Einwand wie einen Bumerang an den Adressaten zurückgehen lässt. Sie eignet sich aber auch, wenn Sie kein Verkäufer im engeren Sinn des Wortes sind. Denn immer wenn Sie sich durchsetzen oder etwas erreichen wollen, sind Sie im Grunde genommen ein Verkäufer. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie Ihre Wünsche und Ziele schließlich bestmöglich an den Mann bzw. an die Frau bringen. Wortschleifen, mit denen Sie den Einwand an den Adressaten zurückschicken können, sind:
Möglichkeit 3: Sie wiegen den Einwand auf Auch das ist immer eine gute Möglichkeit, mit Einwänden umzugehen, und jeder von uns tut das in der Regel auch ganz automatisch. Leider machen dabei jedoch viele einen kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Fehler: Sie benutzen das Wörtchen „aber“. „Du hast ja Recht, aaaaaber …“ Bitte versuchen Sie, sich diesen Zweisilber in Zukunft zu verkneifen, denn er löst bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus: Sie müssen einfach widersprechen. Verwenden Sie lieber Formulierungen, die in unserem Unterbewusstsein weniger bzw. gar nicht negativ vorbelegt sind, z. B.
Beispiel: „Sie haben Recht. Die Schuhe sind nicht ganz billig. Dafür sind sie exakt auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten. Sie entsprechen ganz genau den Anforderungen, die die Laufbandanalyse ergeben hat, und Sie können zu 100 % sicher sein, Ihre Gelenke beim Laufen optimal zu schonen.“ Möglichkeit 4: Sie stellen den Einwand zurück Ihr Gegenüber möchte mit seinem Einwand ernst genommen werden. Deshalb ist eine Zurückstellung grundsätzlich gefährlich. Vielleicht wollen Sie später ja gar nicht auf den Einwand zurückkommen, sondern sich seiner lediglich auf bequeme Weise entledigen? Das zumindest könnte Ihr Gesprächspartner annehmen und Ihnen schon im Voraus verübeln – keine gute Basis für die Durchsetzung Ihrer Ziele. Dennoch kann es sinnvoll sein, einen Einwand zunächst einmal zurückzustellen, z. B. dann, wenn
Diese Formulierungen wirken glaubhaft:
Nicht jeder Einwand lässt sich ausräumen Zum Ernstnehmen eines Einwands gehört es auch, ggf. zu akzeptieren, dass sich der andere nicht umstimmen lässt, oder sich gar selbst überzeugen zu lassen. So hat Petra aus dem Anfangsbeispiel inzwischen eingesehen, dass ein Hund zum jetzigen Zeitpunkt wirklich keine gute Idee wäre. Noch früher aufstehen, weil der Hund Gassi muss? Das Tier den ganzen Tag allein lassen? In ein paar Jahren kann das schon anders aussehen, aber jetzt? Lieber nicht. Auch innerhalb eines Gesprächs einen Einwand nach dem anderen ausräumen zu wollen ist meist wenig sinnvoll. Wer mehr als 3 Einwände vorbringt, ist – davon können Sie ausgehen – zumindest im Augenblick nicht bereit, sich überzeugen zu lassen. Solche Einwände sind in Wirklichkeit Vorwände. Wenn Sie hier weiterargumentieren, laufen Sie Gefahr, Ihr Gegenüber zu nerven. Besser ist in einem solchen Fall, das Gespräch fürs Erste im Guten zu beenden und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt neu aufzunehmen. So parieren Sie Angriffe Wie aber verhalten Sie sich, wenn ein Gesprächspartner nicht nur Zweifel an der Sache hat, sondern Sie persönlich angreift? Zurückschlagen bringt wenigEs bringt Sie in der Sache selten weiter und verschafft Ihnen allenfalls eine vorübergehende Befriedigung. Auf jeden Fall aber lässt es einen faden Beigeschmack zurück und kann Ihrem Image schaden, wenn Sie im Eifer des Gefechts überreagieren.Denken Sie auch daran: Inhaltlich erreichen Sie Ihre Ziele nur, wenn Sie Ihren Gesprächspartner friedlich stimmen können. Das wird Ihnen mit einem Gegenangriff jedenfalls nicht gelingen.
Versuchen Sie lieber, sich Wut und Ärger möglichst wenig anmerken zu lassen. Damit treffen Sie Ihr
Gegenüber übrigens oft mehr als mit einem Gegenschlag. Stellen Sie sachlich die Fakten richtig. Bleiben
Sie höflich. Begeben Sie sich nicht auf das Niveau Ihres Gegners. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der große Knigge-Zusammenfassung: Das Wichtigste im Überblick
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In diesem Beitrag wurden Bilder des Fotografen Kaarsten aus der Bilderdatenbank „Fotolia“ verwendet
Experten-Umfrage 2010: Sie sind gefragt!
Sind Sie der Meinung, dass Werte wie Rücksichtnahme und Respekt in unserer Gesellschaft einen angemessenen Stellenwert einnehmen?Gute Umgangsformen gelten als Schlüssel zu beruflichem und privatem Erfolg. Gerade heutzutage legen immer mehr Menschen wieder Wert auf ein rücksichtsvolles und von Respekt geprägtes Miteinander. Wir würden gerne von Ihnen wissen, wie Sie den Stellenwert von Umgangsformen in unserer heutigen Gesellschaft beurteilen. Diese und weitere Fragen finden Sie in dieser Umfrage, die Sie mühelos mit ein paar Klicks ausfüllen können.
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