Niederlagen und schwere Lebenssituationen: Ob und wie Sie es anderen mitteilen
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Niederlagen und persönliche Krisen sind nicht nur schmerzhaft. Sie enthüllen auch anderen unsere schwache und verletzliche Seite und gefährden damit unser Ansehen.
Lesen Sie in diesem Beitrag aus dem großen Knigge, ob und wie Sie über Ihre wunden Punkte sprechen können, ohne einen Image-Verlust zu riskieren.
Kennen Sie Situationen wie diese?
- Reiner K. könnte sich ohrfeigen. Ein falscher Klick, und alle Daten waren unwiederbringlich verloren. Die Arbeit von Wochen umsonst, der Termin für das Projekt nicht mehr zu halten. Wie soll er das nur seinem Chef beibringen?
- Marga S. ist nervlich am Ende. In der Ehe hat es schon lange gekriselt. Aber jetzt ist es endgültig: Ihr Mann ist ausgezogen. Wie wird sie das allein schaffen? Wie wird es finanziell weitergehen? Sie kann kaum noch klar denken, geschweige denn sich auf ihren Job konzentrieren. Und wenn sie aus dem Haus geht, hat sie das Gefühl, alle Nachbarn starrten sie an.
- Steffen M. hat gerade erfahren, dass sein befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert wird. Er war nicht gut genug. Was werden Familie, Freunde und Bekannte sagen? Wie soll er aus so einer Startposition heraus jemals wieder Arbeit finden?
Das Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein
Bestimmte Probleme kommen in den besten Kreisen vor, niemand ist davor gefeit. Prominente und hochrangige Persönlichkeiten trifft es durch das Medieninteresse besonders hart, wenn ein Makel oder ein Fehler in ihrem Leben herauskommt:
- Steffi Graf war in einer schweren Lebenslage, als ihr Vater Peter Graf wegen Steuerhinterziehung angeklagt wurde.
- Franz Beckenbauer und seine damalige Ehefrau gerieten in Erklärungsnöte, als öffentlich wurde, dass er ein uneheliches Kind hat.
- Das Model Kate Moss befand sich in einer ernsthaften Krise, als bekannt wurde, dass sie wieder drogenabhängig ist und eine Entziehungskur machen muss.
Nicht alle Probleme sind so schwerwiegend. Doch jeder Mensch erlebt schwierige Situationen und persönliche Niederlagen, muss im Leben so manchen Schicksalsschlag hinnehmen. Befinden Sie sich in einer schwierigen Lebenslage, kommen zu dieser an sich schon belastenden Situation noch andere Probleme hinzu:
- Wie stehen Sie nun vor den anderen da?
- Wie bringen Sie es ihnen am besten bei?
- Müssen Sie überhaupt etwas sagen?
- Was tun Sie, wenn Sie auf Ihre missliche Situation angesprochen werden?
Richtig zu handeln ist gar nicht so einfach in einer Lage, die für Sie selbst schmerzlich oder peinlich ist, in der Sie sich schuldig fühlen und die Reaktion Ihrer Umwelt fürchten.
Hohn statt Mitgefühl
Und doch hängt einiges davon ab, denn „wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“. Nur zu gern werden Niederlagen und Schwächen gegen Sie verwendet und können Ihrem Ansehen schaden.
Wenn Sie solche Folgeschäden verhindern möchten, müssen Sie sich mit Ihrer Situation auseinandersetzen und sich eine Strategie zurechtlegen. Die folgenden 4 Soforthilfemaßnahmen unterstützen Sie dabei.
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Sofortmaßnahme Nr. 1: Stellen Sie sich dem Problem
Niederlagen und schwierige Lebenssituationen bringen das innere Gleichgewicht durcheinander. Wer verunsichert ist, ist ein leichtes Opfer für Übergriffe von außen.
Haben Sie eine Situation hingegen erst einmal verarbeitet, geht es Ihnen nicht nur persönlich besser. Sie können dann auch anderen souveräner entgegentreten. Ihre persönliche Problembewältigung hat daher oberste Priorität!
In kleinen Schritten werden Sie leichter mit Misserfolgen und Krisen fertig:
Nehmen Sie die Situation an
Verschwenden Sie keine Zeit mit Selbstvorwürfen, Schuldzuweisungen und „Ach-hätte-ich-doch“. Akzeptieren Sie, dass Sie eine Niederlage erlitten haben oder gerade eine schwierige Zeit durchmachen. Gestehen Sie sich Trauer, Wut, Ärger und das Recht auf Fehler und Schwächen zu.
Das große Knigge-Beispiel: Franz Beckenbauer machte es sich mit der Aussage „Gott freut sich über jedes Kind“ in seiner Niederlage gewiss etwas zu einfach. Für die Presse war er mit dieser Einstellung jedoch nicht mehr so angreifbar, schnell war er wieder der beliebte „Medien-Kaiser“.
Analysieren Sie die Situation sachlich
Fragen Sie sich:
- Was lief schief?
- Welche Konsequenzen hat das für Sie?
- Wer kann Ihnen helfen, wen können Sie um Rat fragen?
- Was können Sie tun, um Ihre aktuelle Situation zu verbessern und ähnliche Fehlschläge in Zukunft zu vermeiden?
Setzen Sie Stärken und Schwächen in Relation
Nehmen Sie das Ganze nicht wichtiger als unbedingt erforderlich! Bedenken Sie bei Niederlagen und Krisen: Jeder Mensch hat Schwächen und Dinge, die er nicht so gut kann. Jeder macht Fehler. Das ist normal und stellt deshalb auch Ihren Wert nicht infrage.
Richten Sie den Blick bewusst auf Ihre Stärken und ruhig auch einmal auf die Schwächen Ihrer Mitmenschen. Komischerweise verzeiht man sich selbst seltener als anderen.
Wenn Sie eine schwierige Zeit durchmachen: Rückschläge, Jobverlust, Trennung von der Partnerin oder vom Partner, materielle Verluste und Fehltritte sind schlimm. Aber der Schmerz, den Sie durchmachen, gehört zum Leben dazu. Und er geht vorüber, auch wenn Sie das jetzt noch nicht so recht glauben können. Erinnern Sie sich an die Krisen, die Sie bereits hinter sich haben. Auch die waren irgendwann überstanden.
Das große Knigge-Beispiel: Wer heute an Steffi Graf denkt, denkt an die große Tenniskönigin oder an die Frau, die von ihrem Mann André Agassi öffentlich eine sehr rührende, romantische Liebeserklärung erhielt. Die damalige Aufregung um die Steuerhinterziehung ist längst vergessen. Sie verliert an Bedeutung, wenn man sie in Relation zu den anderen Höhen und Tiefen des Tennis-Stars setzt.
Sehen Sie das Positive
Alles hat 2 Seiten. Jede Niederlage, jede Krise birgt auch eine Chance. Versuchen Sie, diese positiven Aspekte für sich zu finden:
Das große Knigge-Beispiel: Trennung vom (Ehe-)Partner
Eine Trennung von der Partnerin oder vom Partner mag auf den ersten Blick eine Katastrophe sein. Realistisch betrachtet ist sie jedoch oft besser als ein ödes Nebeneinanderherleben oder eine streitgeladene Beziehung. Die zermürbenden Kämpfe haben ein Ende. Endlich können Sie die Dinge tun, auf die Sie Ihrem Partner zuliebe bisher verzichtet haben. Keine griesgrämige Ehefrau macht Ihnen Vorwürfe, weil Sie Ihre Zeit beim Fußballtraining verbringen. Vorbei die Zeiten, in denen Sie ihm zuliebe die Sportschau schauten, obwohl auf einem anderen Kanal Ihre Lieblingssendung lief.
Das große Knigge-Beispiel: Verlust des Arbeitsplatzes
Der Verlust des Arbeitsplatzes kann auch ein willkommener Anlass sein, sich beruflich weiterzuentwickeln oder umzuorientieren. Nutzen Sie die Zeit, um Ihre Qualifikation zu verbessern oder sich beruflich neu zu orientieren. Sie haben wegen Ihres Alters kaum noch Chancen, eine neue Anstellung zu finden? – Vielleicht können Sie sich selbstständig machen. Oder Sie nutzen die Zeit, um sich in der Familie oder auch in einem Verein zu engagieren. Hauptsache, Sie fühlen sich nicht nutzlos.
Eine lange Familienpause wirkt sich zwar für manche Frauen fachlich nachteilig aus. Aber dafür können Sie hier Schlüsselqualifikationen wie
- Organisationstalent,
- Flexibilität,
- Verantwortungsbewusstsein und
- Kommunikationsfähigkeit
erwerben, die im Berufsleben wichtiger sind als das reine Fachwissen. Das nämlich können Sie jederzeit auffrischen und verbessern.
- Sie sind um wertvolle Erfahrungen reicher
Die Chance in der Krise, das Positive in einer negativen Situation zu erkennen hilft Ihnen, selbst besser mit Ihrem Problem fertig zu werden. Und es hilft Ihnen auch dabei, Ihre Niederlagen besser zu kommunizieren – wenn dies erforderlich ist.
Denn je negativer Sie selbst die Dinge bewerten, desto negativer bringen Sie diese auch herüber. Umgekehrt:
Je weniger Sie selbst sich als Verlierer empfinden,
desto weniger werden Sie von außen als solcher wahrgenommen.
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Sofortmaßnahme Nr. 2: Entscheiden Sie, ob und mit wem Sie sprechen
Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden
Grundsätzlich sollten Sie Kummer und Sorgen nicht in sich hineinfressen. Es tut gut, darüber zu reden, und liefert darüber hinaus auch neue Sichtweisen und Lösungsansätze.
Vorsicht: Alles, was Sie sagen, kann auch gegen Sie verwendet werden!
Keinesfalls sollten Sie mit Ihren Schwächen hausieren gehen und wahllos herumerzählen, dass das Kind klaut, der Partner fremdgegangen oder der Führerschein eingezogen ist. Und auch mit Antworten auf entsprechende Fragen sollten Sie grundsätzlich eher zurückhaltend sein.
Das Problem: Vorgespielte Freundlichkeit
Denn auch wenn man Ihnen vordergründig freundlich und verständnisvoll begegnet, müssen Sie damit rechnen, dass der ein oder andere zumindest hinter Ihrem Rücken schlecht über Sie reden wird:
| Situation |
Negative Interpretation |
| Ihr Kind klaut? |
Kein Wunder bei der Erziehung (dem Vater, der Mutter) ... |
| Ihr Partner hat Sie verlassen? |
So zickig (ungepflegt, launisch, bestimmend), wie sie ist, war das ja wohl vorauszusehen ... |
| Der Führerschein ist weg? |
Dass die ein Alkoholproblem hat, war ja schon bei der letzten Betriebsfeier ziemlich offensichtlich ... |
Wer ist Ihnen gegenüber loyal?
Überlegen Sie sich deshalb gut, wem Sie sich anvertrauen. Bedenkenlos offen und ehrlich sollten Sie Ihre Schwächen, Fehler und Sorgen nur solchen Menschen erzählen, die absolut loyal sind. Das können enge Familienangehörige oder Freunde, aber auch professionelle Ansprechpartner wie Beratungsstellen, Seelsorger, Ärzte oder Anwälte sein, die von Berufs wegen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.
Allen anderen gegenüber sollten Sie sehr genau darauf achten, ob überhaupt und, wenn ja, in welcher Art und Weise Sie sich über eigene Defizite und Schwachstellen äußern.
Wann Sie selbst das Gespräch suchen sollten
Von sich aus ansprechen sollten Sie Dinge, die Ihnen zum Nachteil gereichen können, in Ihrem weiteren Umfeld nur dann, wenn es unbedingt sein muss. Selbst die Initiative zu ergreifen empfiehlt sich insbesondere dann, wenn andere Menschen durch die Situation unmittelbar mitbetroffen sind und/oder durch ein offenes Wort Schlimmeres verhindert werden kann.
Das große Knigge-Beispiel: Schwerer beruflicher Fehler
Wenn Ihnen im Job ein folgenschwerer Fehler unterlaufen ist, ist es unklug, zu warten, bis Ihr Chef Ihnen zufällig auf die Schliche kommt. Je früher Sie mit der Sprache herausrücken, desto eher kann Ihr Chef vielleicht noch Rettungsmaßnahmen ergreifen. Außerdem zerstören Sie mit Vertuschungsversuchen ein für allemal jegliche Vertrauensbasis.
Im weiteren Kollegen- und Bekanntenkreis dagegen müssen Sie Ihren Fehler nicht freiwillig an die große Glocke hängen. Hier sind Sie keine Rechenschaft schuldig und riskieren unnötig, sich eine Blöße zu geben.
Das große Knigge-Beispiel: Private Sorgen wirken sich auf die Leistung aus
Wer im Beruf schlechte Leistung bringt, muss heute schnell um seinen Arbeitsplatz fürchten. Das gilt umso mehr, wenn der Vorgesetzte davon ausgeht, dass ein Mitarbeiter einfach nur unmotiviert und faul ist.
Wenn Ihr Vorgesetzter dagegen weiß, dass Sie gerade eine schwierige Zeit durchmachen: Trennung, Probleme mit den Kindern, Krankheit ..., wird er eher Verständnis zeigen und Ihnen eine Schonzeit (aber keine Dauerentschuldigung) zugestehen.
Auch wenn Sie bereits jetzt mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen können, dass Ihre persönlichen Probleme ohnehin bald die Runde machen werden, kann Angriff ausnahmsweise die beste Verteidigung sein.
Indem Sie das Thema selbst ansprechen, nehmen Sie der Sache ihren Sensationscharakter. Damit ist das Ganze für Ihre lieben Mitmenschen als Gesprächsstoff von vornherein schon gar nicht mehr „soo“ interessant. Zusätzlich bestechen Sie durch Ehrlichkeit und gebieten wilden Spekulationen durch gezielte Informationen Einhalt.
Wann es besser ist, erst einmal abzuwarten
In den meisten Fällen aber gilt: Warten Sie erst einmal ab, ob Ihre Niederlage oder schwierige Lebenssituation von den anderen überhaupt wahrgenommen wird. Wenn Sie angesprochen werden, können Sie immer noch reagieren. Bis es (vielleicht) so weit ist, legen Sie sich die passenden Antworten am besten schon einmal zurecht.
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Dass Sie mit Feingefühl und souveränem Auftreten Sympathiepunkte sammeln, wissen Sie natürlich. Aber – wüssten Sie auch,
- ob Sie grüßen sollten, wenn Sie Ihre Chefin/Ihren Chef auf der Toilette treffen?
-
- wie Sie stilvoll reagieren, wenn Ihnen im Meeting ein peinlicher Versprecher unterläuft?
- bei welchen Veranstaltungen von Ihnen pünktliches Erscheinen erwartet wird – und wann es stilvoller ist, lieber ein wenig zu spät zu kommen?
Wenn Sie diese Etikette-Fallen kennen, haben Sie vielen Kollegen etwas voraus: Man wird Sie nicht nur für sympathisch, sondern für KARRIERE-TAUGLICH halten ... und Sie haben Job-Chancen, die anderen für immer verschlossen bleiben. Einfach nur, weil Sie sich sicher in Gesellschaft und Job bewegen.
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Sofortmaßnahme Nr. 3: Blocken Sie Neugier und Sensationslust ab
Auch wenn Sie auf Niederlagen und schwierige Lebenssituationen angesprochen werden, müssen Sie nicht zwangsläufig Rede und Antwort stehen. Entscheiden Sie vielmehr auch hier nach den schon genannten Kriterien, ob Sie sich äußern oder die Frage abblocken wollen:
- Ist der andere direkt betroffen?
- Lässt sich durch eine Antwort Schlimmeres vermeiden?
- Tut es Ihnen gut, über die Sache zu reden?
- Kann er Ihnen dabei helfen, Ihre Probleme zu bewältigen und Lösungen zu finden?
- Wenn ja, ist der andere wirklich vertrauenswürdig?
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| Nein? |
Ja? |
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| Abblocken! |
Antworten! |
Möchten Sie antworten, lesen Sie weiter bei Sofortmaßnahme Nr. 4. Wenn Sie abblocken wollen, dann am besten so:
Möglichkeit 1: Weisen Sie die Frage klar zurück
- Darüber möchte ich im Moment nicht reden.
- Das tut hier nichts zur Sache.
- Das ist persönlich/meine Sache.
Der Vorteil einer so klaren Ansage liegt vor allem darin, dass Ihr Gegenüber kaum einen neuen Anlauf nehmen wird, Sie erneut mit der für Sie unangenehmen Situation zu konfrontieren.
Der Nachteil: Eine Abweisung klingt schnell etwas schroff. Sie müssen damit rechnen, dass der andere beleidigt reagiert. Diesen Effekt können Sie durch ein vorangestelltes „Entschuldigen Sie“ bzw. „Tut mir leid“ etwas entschärfen.
Möglichkeit 2: Elegant ablenken mit der Touch-Turn-Talk-Methode
Hier gehen Sie scheinbar auf das Gesagte ein, um dann sofort zu einem anderen, unverfänglicheren Thema zu wechseln. Eine wirkliche Antwort geben Sie nicht. Wichtig ist, dass Sie anschließend die Gesprächsführung behalten, damit Ihr Gesprächspartner nicht nochmals zum Schlag ansetzen kann.
Das große Knigge-Beispiel: „Sag mal, stimmt das, dass du dich von deiner Frau getrennt hast?“
- Touch = Scheinbar auf das Gesagte eingehen: „Wo hast du das denn her?“ („Wer erzählt denn so etwas?“ –„Erzählt man sich das?“)
- Turn = Thema wechseln: „Was ich mit dir besprechen wollte, sind die Termine für morgen.“
- Talk = Die Gesprächsführung übernehmen: „Um 9 Uhr Meeting. Und gleich danach der Termin mit Dr. Schneider. Richtig? Hast du die Unterlagen schon fertig?“
Der Vorteil dieses Ablenkungsmanövers besteht vor allem darin, dass der andere sein Gesicht wahren kann, denn Sie geben ihm hier keine klare Abfuhr. Sie gehen lediglich freundlich über die Grenzüberschreitung Ihres Gesprächspartners hinweg.
Die Touch-Turn-Talk-Methode eignet sich besonders gut, wenn Ihr Gegenüber es nicht böse meint, sondern unbedacht eine unangenehme Frage gestellt hat.
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Treten Sie immer so auf, wie Sie es sich wünschen?
- Was sagen Sie, wenn Ihnen jemand das „Du“ anbietet, Sie dieses Angebot aber nicht annehmen möchten?
- Wie entschuldigen Sie sich, wenn Sie vor lauter Terminen das Mittagessen mit einem wichtigen Geschäftspartner vergessen haben?
- Wie bringen Sie einem Mitarbeiter bei, dass er einen unangenehmen Körpergeruch aussendet?
- Wie wimmeln Sie lästige Anrufe wirkungsvoll ab?
- Wie sagen Sie „Nein“, ohne dass Sie riskieren, sich unbeliebt zu machen?
Vermeiden Sie diese und weitere typischen Fettnäpfchen-Fallen!
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Menschen – egal, ob geschäftlich oder privat – absolut sicher fühlen,
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Lebenserfolg. Lassen Sie nicht zu, dass auch nur ein einziger
Etikette-Fehler Ihrer Karriere schadet.
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Sofortmaßnahme Nr. 4: Legen Sie sich eine Gesprächsstrategie zurecht
Ob Sie selbst die Initiative zum Gespräch ergreifen oder auf eine entsprechende Frage antworten: Wenn Sie über Ihre Niederlagen und persönlichen Krisen sprechen, sollten Sie sehr genau darauf achten, was und wie Sie es sagen.
So viel wie nötig, so wenig wie möglich
Wenn Sie im Beruf einen Fehler gemacht haben, ist es sicherlich sinnvoller, dem Chef gleich alle Fakten offen auf den Tisch zu legen. Denn wenn er Ihnen die Einzelheiten erst mühsam aus der Nase ziehen muss oder später noch Schlimmeres ans Tageslicht kommt, ist der Ärger umso größer.
Möchten Sie Ihrem Chef dagegen erklären, warum Sie gerade nicht die Leistung erbringen können, die er von Ihnen gewohnt ist, muss er dazu nicht wissen, dass Ihr Partner Sie gerade mit Ihrer besten Freundin betrogen hat oder Ihr Kind drogenabhängig ist. Es reicht, wenn er weiß, dass Sie gerade ernste private Probleme haben, die Sie sehr belasten.
Dass Sie Ihre Arbeit verloren haben, reicht als Information für Menschen, die Ihnen nicht allzu nahe stehen, aus. Das ist ja heute nichts Ungewöhnliches. Dass Sie wegen fachlicher Mängel oder gar einem Fehlverhalten gehen mussten, behalten Sie lieber für sich.
Wann absolute Offenheit erforderlich ist
Schwieriger ist es, wenn Sie einem neuen Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch erklären sollen, warum Sie Ihren alten Arbeitsplatz verloren haben. Denn der potenzielle neue Chef wird in der Regel schon der Zeugnisformulierung entnehmen, dass da irgendetwas nicht in Ordnung war. Eventuell wird er auch bei Ihrem alten Arbeitgeber nachfragen. Es nützt also nichts, zu leugnen oder zu beschönigen.
Besser, Sie schildern hier kurz, was zur Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses geführt hat und betonen, dass Sie aus Ihrem Fehler gelernt haben.
Halten Sie Ihre Gefühle zurück
Jede Niederlage und jede Krise hat eine sachliche und eine emotionale Seite. Was tatsächlich vorgefallen ist, ist die eine Sache, wie sehr Sie die ganze Sache mitnimmt, die andere.
Es gilt: Je mehr Gefühl Sie zeigen, desto verwundbarer werden Sie. Je ruhiger Sie bleiben, desto weniger Angriffsfläche bieten Sie. Wenn Sie es mit Menschen zu tun haben, die Ihre Fehler und Niederlagen gegen Sie verwenden könnten,
- beschränken Sie sich möglichst auf die Fakten,
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Wir haben uns getrennt. |
- reden Sie allenfalls sachlich über Ihre Gefühle,
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Das macht mir gerade sehr zu schaffen. |
| und vermeiden Sie Gefühlsausbrüche und Tränen. |
Übernehmen Sie Verantwortung
Stehen Sie zu Ihrer Niederlage, und schieben Sie die Verantwortung dafür nicht auf andere ab. Damit beweisen Sie Charakterstärke.
Also bitte nicht: „Meine Mitbewerberin hatte einfach die besseren Karten. Sie wissen schon: Beine bis zum Hals und einen Ausschnitt bis zum Bauchnabel. Da konnte ich natürlich nicht mithalten.“
Oder (bei einer Kündigung): „Der hatte nur Angst, dass ich an seinem Stuhl säge. Das habe ich von Anfang an gespürt. Und wenn man einen Grund sucht, dann findet man einen.“ Bleiben Sie lieber ehrlich, oder lassen Sie die Schuldfrage ganz außen vor.
Setzen Sie ein positives Gegengewicht
Wichtig ist, dass nicht Ihre Niederlage oder Lebenskrise als letzter, übermächtiger Eindruck beim anderen hängen bleibt, sondern etwas Positives. Etwas, das für Sie spricht. Manche vermeintliche Schwäche können Sie sogar ganz zur Stärke umformulieren:
Das große Knigge-Beispiel: Sprünge im Lebenslauf
Wenn Ihr Lebenslauf viele Sprünge aufweist, lässt sich das sowohl negativ als auch positiv deuten:
Negativ: Sie haben kein Durchhaltevermögen. Sie wissen nicht, was Sie wollen.
Positiv: Sie sind vielseitig interessiert und begabt. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe und können sich in kürzester Zeit in neue Aufgabengebiete einarbeiten. Kurz: Sie sind ein Multitalent, das man überall einsetzen kann.
Sie sehen: Es liegt an Ihnen, ob Sie sich positiv oder negativ darstellen.
Wo sich Defizite nicht in Vorteile umdeuten lassen, sollten Sie versuchen, sie durch andere Stärken auszugleichen.
Das große Knigge-Beispiel: „Wo Schatten ist, da ist auch Licht“
- Sprachen sind vielleicht nicht Ihr Metier.
- Dafür kann Ihnen in technischen Sachen so leicht niemand etwas vormachen.
- Sie sind allein erziehend.
- Gerade deshalb haben Sie die Kinderbetreuung hervorragend organisiert. Ihr Chef muss sich also keine Sorgen machen, dass Sie öfter als andere fehlen werden.
Oder aber Sie legen den Schwerpunkt auf die (bessere) Zukunft: Sie haben aus Ihrer Niederlage gelernt. Sie arbeiten an Ihren Schwächen.
Das große Knigge-Beispiel: Entwickeln Sie sich weiter
Ihre Sprachkenntnisse waren zu dürftig, um Ihre ausländischen Verhandlungspartner überzeugen zu können. Sie haben inzwischen aber schon einen Sprachkurs belegt. Das wird Ihnen kein zweites Mal passieren.
Buhlen Sie nicht um Mitleid
Stellen Sie auch ernste Lebenskrisen nie als völlig aussichtslos dar. Lassen Sie immer ein Fünkchen Hoffnung durchscheinen. Wenn Sie selbst sich nämlich völlig aufgeben, werden das auch die anderen tun.
Wichtig: Je besser Sie selbst Ihre schwierige Situation verarbeitet haben, desto authentischer können Sie darüber sprechen; desto leichter merken die anderen, dass Sie trotz einzelner Schwächen und Niederlagen insgesamt eine starke, kompetente und verlässliche Person sind.
Der große Knigge-Experten-Tipp: Die Zeit arbeitet für Sie
Haben Sie Geduld mit sich selbst, und denken Sie daran, dass die Zeit für Sie arbeitet. Neue Ereignisse überlagern Ihre Niederlage und lassen die Erinnerung daran verblassen, wie schlimm sie auch gewesen sein mag.
Beispiel: Kate Moss – Viele Experten prophezeiten ihr das Ende ihrer Karriere, und dennoch ist sie gefragt wie eh und je. Auf das professionelle Model möchten die Vertragspartner – trotz des Ausrutschers – nicht dauerhaft verzichten.
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Wie Phönix aus der Asche
Wenn Sie sich an diese Vorsichtsmaßnahmen halten, werden auch Niederlagen, Schwächen und Lebenskrisen Ihrem Image nichts anhaben können.

Sofortmaßnahme Nr. 1: Stellen Sie sich dem Problem
- Nehmen Sie die Situation an.
- Analysieren Sie die Situation sachlich.
- Setzen Sie Stärken und Schwächen in Relation.
- Sehen Sie das Positive.
Sofortmaßnahme Nr. 2: Entscheiden Sie, ob und mit wem Sie darüber sprechen
- Sprechen Sie sich bei vertrauenswürdigen Personen (Freunden, der Familie, professionellen Seelsorgern und Beratern) aus, und holen Sie sich Rat.
- Suchen Sie das Gespräch mit denjenigen, die durch Ihre Niederlage/schwierige Lebenssituation unmittelbar betroffen sind. Weihen Sie andere mit ein, wenn Sie dadurch Schlimmeres verhindern können.
- Erzählen Sie allen anderen nur das, was erforderlich ist. Behalten Sie detaillierte, emotionale Ausführungen für sich.
Sofortmaßnahme Nr. 3: Blocken Sie Neugier und Sensationslust ab
- Direkt: „Darüber möchte ich jetzt nicht sprechen“
- Indirekt: Touch-Turn-Talk-(3-T-)Methode
Sofortmaßnahme Nr. 4: Legen Sie sich eine Gesprächsstrategie zurecht
- Überlegen Sie, was Sie preisgeben wollen und müssen.
- Beschränken Sie sich auf die sachlichen Fakten.
- Stehen Sie zu Ihren Fehlern, und übernehmen Sie Verantwortung.
- Sprechen Sie über Erfahrungen und Lerneffekte und Ihre Lösungsstrategien.
Für diesen Auftritt wurden Bilder des Fotografen Akasha+ aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.
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