Vorstellen und bekannt machen: Wie lösen Sie diese 10 Fälle?
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Selbstbewusstes Auftreten und die Fähigkeit, Kontakte herzustellen und zu ermöglichen, sind Trümpfe im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Miteinander. Doch wie machen Sie auch in kniffeligen Situationen bei der Kontaktaufnahme eine gute Figur? Wie helfen Sie anderen, dabei gut dazustehen?
10 Beispiele aus der Praxis illustrieren, wie Sie selbst in heiklen Situationen Fettnäpfchen umgehen.
So präsentieren Sie sich ansprechend
Wann immer ...
- ... Sie eine Person oder mehrere kennen lernen möchten,
- ... eine Person/eine Gruppe Sie kennen lernen soll und Sie dabei
- ... auf die Hilfe von Dritten nicht zählen können oder wollen,
ist es angebracht, dass Sie sich selbst vorstellen.
Welche Formulierungen Sie wählen sollten
Der Eindruck, den eine Person sich von Ihnen macht, entsteht in Bruchteilen von Sekunden. Neben Ihrem freundlichen Lächeln und einer offenen Haltung und Gestik spielt ausgerechnet Ihr Name hier eine herausragende Rolle. Grund genug, ihn bei der Selbstvorstellung angemessen zu nennen.
So sprechen Sie bitte nicht über sich selbst
Falsch: „Ich bin Dr. Graf von Achim und zu Stolz.“
Richtig: „Ich bin Achim von und zu Stolz.“
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Begründung: „Noblesse oblige“ – Adel verpflichtet, und zwar zu Understatement (Bescheidenheit). Daher ist es üblich, sich nicht mit Adels-, Mandats- und Ehrentiteln sowie akademischen Graden vorzustellen.
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Falsch: „Ich bin die Frau Klein.“
Richtig: „Ich bin Elfriede Klein.“
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Begründung: Weder Frauen noch Männer benutzen in der Selbstvorstellung das Anredewort. „Frau“/„Herr“. Die Benutzung des Artikels vor dem Namen ist ein Merkmal der Umgangssprache. Auch die Umstellung von Vor- und Nachnamen, wie sie in Oberbayern üblich ist („Ich bin der Huber Toni“), kommt in der Hochsprache nicht vor.
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Leiten Sie Ihren Namen ein
Da Ihr Gegenüber Sie noch nicht kennt, ist ihm auch Ihre Stimme nicht vertraut. Beginnen Sie daher die Vorstellung immer so, dass sich der neue Bekannte an Ihre Sprechweise gewöhnen kann, bevor er die wichtige Information aufnehmen soll.
Sagen Sie zuerst den Tagesgruß, und leiten Sie dann über zu Ihrem Namen. Je nach Temperament, Rolle und Umfeld kann das so klingen:
- „Herzlich willkommen bei der ABC & Co KG. Ich bin Ursula Hofmann.“
- „Grüß Gott. Ich heiße Lars Holgerson.“
- „Guten Abend. Mein Name ist Stefan Kurz.“
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Treten Sie immer so auf, wie Sie es sich wünschen?
- Was sagen Sie, wenn Ihnen jemand das „Du“ anbietet, Sie dieses Angebot aber nicht annehmen möchten?
- Wie entschuldigen Sie sich, wenn Sie vor lauter Terminen das Mittagessen mit einem wichtigen Geschäftspartner vergessen haben?
- Wie bringen Sie einem Mitarbeiter bei, dass er einen unangenehmen Körpergeruch aussendet?
- Wie wimmeln Sie lästige Anrufe wirkungsvoll ab?
- Wie sagen Sie „Nein“, ohne dass Sie riskieren, sich unbeliebt zu machen?
Vermeiden Sie diese und weitere typischen Fettnäpfchen-Fallen!
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Nennen Sie Vor- und Nachnamen
Stellen Sie sich hierzulande im Direktkontakt sowie am Telefon mit dem Vor- und Zunamen vor. Ihr Name besteht aus beiden, die vollständige Nennung beugt Verwechslungen vor und klingt persönlich.
So schnell ist eine Panne passiert: erlebte Geschichte
Der Hotelgast aus Ulm tritt an die Rezeption des Hamburger Hotels. „Mein Name isch Löffler. Grüß Gott. Hab für zwei Nächte reserviert.“
Die Empfangsmitarbeiterin sucht und sucht im PC und in den Unterlagen und kommt schließlich zum Gast zurück: „Tut mir Leid, Herr Schlöffler, wir haben kein Zimmer für Sie.“
Seither stellt Herr Löffler sich so vor, wie er heißt: „Uwe Löffler“.
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Wichtige Informationen sofort geben
Gegebenenfalls sind neben der Nennung des Namens weitere Informationen sinnvoll – je nachdem, was für das Gegenüber in der jeweiligen Situation relevant ist.
- Das kann Ihr Aufgabengebiet oder Ihre Position sein: „Ich leite die Abteilung Verkauf.“
- Das kann die Ankündigung des nächsten Schrittes sein: „Ich begleite Sie jetzt zu Frau Schulze.“
- Das kann eine Äußerung auf der Beziehungsebene sein: „Ich freue mich sehr, Sie endlich persönlich kennenzulernen.“
Klare Angebote subtil machen
Duzen oder siezen? Das ist in lockerem und/oder jugendlichem Umfeld nicht von vornherein klar. Geben Sie einen Hinweis, was Sie wünschen:
- „Ich bin Lore Abel.“ Bedeutet: Nennen Sie mich Frau Abel.
- „Ich bin Lore Abel. Sagen Sie einfach Lore.“ Bedeutet: Nehmen wir die Vornamen, bleiben wir aber beim Sie.
- „Ich bin Lore Abel. Lore.“ Wenn Sie die Entscheidungsgewalt haben, dürfen Sie auffordern: „Machen wir kein Aufhebens. Duzen wir uns einfach.“
Vorsicht mit der Bond-Version
„Mein Name ist Band. Jakob Band.“ So stellen Sie sich bitte nicht vor! Diese Variante überlassen Sie besser dem echten James Bond. Es wäre ungeschickt, wenn Sie den inneren Blick Ihres Gegenübers auf die Kinoleinwand konzentrierten und so von sich selbst ablenkten.
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Vorstellen und bekannt machen: Die Grundregeln
„Die wichtigste Person bekommt alle Informationen zuerst“ – diese Faustregel stimmt beim Zusammenführen von Personen immer. Aber wer ist die wichtigste Person? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten.
Einseitig vorstellen oder bekannt machen?
Stellen Sie sich vor, Sie führten Ihre Freundin und unsere Bundeskanzlerin zusammen. Dann ist klar: Frau Dr. Merkel bekommt zuerst die Information: „Das ist meine Freundin Bärbel Möhne.“
Stellen Sie sich nun vor, Sie setzten die Bekanntmachung so fort: „Bärbel, das ist unsere Bundeskanzlerin.“ Sie sagten dann zwischen den Zeilen entweder, dass die Bundeskanzlerin nicht öffentlich bekannt ist oder dass Ihre Freundin keine Ahnung hat. Im schlimmsten Fall wären beide beleidigt.
Stellen Sie daher nur einseitig vor. Zum Beispiel: „Frau Bundeskanzlerin, das ist unsere PR-Fachfrau Isabella König, die nachher das Interview mit Ihnen führen wird.“ Das genügt.
Wann Sie vorstellen, wann Sie bekannt machen
Eine Very Important Person (VIP) wird über die Identität der Person ohne Promi-Bonus informiert. Wer der VIP ist, versteht sich von selbst. Diese Regel gilt auch für extreme Rangunterschiede wie Vorstand - Auszubildende: Die ranghöhere Person wird über die rangniedere Person informiert, das reicht.
- Dem Oberbürgermeister wird die Abteilungsleiterin vorgestellt.
- Dem Preisträger wird bei einer Preisverleihung die Hotelchefin vorgestellt.
In allen anderen Situationen informieren Sie alle Betroffenen. Unterschiede in der Wertigkeit treten durch die Reihenfolge zutage, in der den Personen Informationen – und damit Wertschätzung – zuteilwerden. Wer zuerst informiert wird, hat einen Informationsvorsprung. Ein Recht darauf haben Ranghöhere, Gastgeber, ältere Menschen und Damen.
Bekannt machen: Die Reihenfolge im Überblick
| Zuerst erfährt … |
Danach wird … |
| der Vorgesetzte, wer der neue Mitarbeiter ist. |
der Mitarbeiter über die Identität des Chefs informiert. |
| der Kunde den Namen des Kollegen. |
der Kollege mit dem Namen des Kunden vertraut gemacht. |
| die deutlich ältere Person die Identität der jüngeren. |
die jüngere Person eingeweiht. |
| ein bereits Anwesender, wer neu hinzukommt. |
der Neuzugang aufgeklärt, wer schon vor Ort ist. |
| der Fremde (aus einem anderen Unternehmen, Ausländer …), wer der Interne ist. |
der Interne (aus dem eigenen Unternehmen, Inländer) informiert. |
| die Dame den Namen des Herrn. |
dem Herrn die Identität der Dame verraten. |
So erleichtern Sie das Kennenlernen
- Klassisch: „Meine verehrten Damen, gestatten Sie, dass ich Sie miteinander bekannt mache.“ Das klingt aus dem Mund eines älteren Herrn in einem förmlichen Umfeld – wie einem großen Ball – plausibel.
- Schlicht: Im beruflichen Umfeld ist ein schlichteres Vorgehen angebracht: „Es freut mich, dass Sie sich nun kennen lernen. Herr Meier. Frau Lehmann.“
- Locker: Bei einer Party ist dagegen unter jungen Leuten ein lockeres „Das ist Georg und das ist Michaela“ angemessener.
Manche verzichten ganz auf Worte und beschränken sich auf eine Handbewegung zuerst zur einen, dann zur anderen Person hin. Auch das ist möglich. Es ist empfehlenswert, Zusatzinformationen zu geben, die den neuen Bekannten den Einstieg ins Gespräch erleichtern: „Auch Charlotte ist aus Köln.“ – „Auch Holger sammelt italienische Weine.“
Nach der Vorstellung: Der zweite Satz
In den meisten Kulturkreisen laufen Vorstellungen nach einem selbstverständlichen Ritual ab. „How do you do?“ – „How do you do?“ heißt es in Großbritannien, nachdem die Namen genannt sind. Die Amerikaner finden „How are you?“ – „I'm fine. And how are you?“ normal. In Frankreich sagen Herren zu Damen „Enchanté de faire votre connaissance“, Damen antworten mit dem Tagesgruß: „Bonjour, monsieur“; geht es informell zu, gilt: „Ça va?“ – „Ça va.“
Was Sie in Deutschland antworten können
In Deutschland sind Floskeln so sehr verpönt, dass von den Stereotypen „Sehr angenehm“, „Freut mich“, „Schon viel von Ihnen gehört“ abzuraten ist. Zumal die letzte Bemerkung genauso stereotyp mit „Hoffentlich nur Gutes“ beantwortet wird.
Bei uns wird erwartet, dass Sie sich etwas einfallen lassen, am besten etwas Spezifisches und Individuelles:
- „Ich war schon so gespannt, Kirstens neuen Freund zu treffen.“
- „Jetzt habe ich zur Stimme auch das Gesicht.“
- „Bisher hatten wir uns ja immer verpasst, das ist nun endlich vorbei.“
10 knifflige Fälle aus Beruf und Privatleben: Wie würden Sie entscheiden?
Nun kennen Sie die Regeln – so weit die Theorie. Die folgenden zehn Praxisfälle zeigen Ihnen, wie sich diese Theorie im Alltag umsetzen lässt.
1. „Ehret das Alter“ oder „Ladies first“?
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Situation: Sie möchten in Ihrem privaten Umfeld eine junge Dame und einen älteren Herrn miteinander bekannt machen. Mit wem beginnen Sie?
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Die Lösung: Da kommt Ihnen vielleicht „Ladies first“, der Leitsatz alter Kavaliere, in den Sinn, und Sie beschließen: Die Dame wird zuerst informiert. Aber Vorsicht: Nicht nur im internationalen Protokoll ist das Geschlecht eine nachrangige Kategorie, sondern auch in der Etikette gilt: Alter übertrumpft Geschlecht. Das bedeutet hier: Die ältere Person wird zuerst informiert, dann kommt die jüngere Dame an die Reihe. Der Altersunterschied sollte allerdings mindestens eine Generation betragen, um als Kriterium zu gelten.
Auch wenn die Regelung „Alter vor Geschlecht“ korrekt ist: Ein Kavalier der alten Schule würde sich der Dame immer unterordnen, selbst wenn sie fast noch ein Teenager wäre. Er könnte sogar gekränkt sein, wenn Sie ihm beim Bekanntmachen den „Altersbonus“ zusprechen, statt ihn in der Rolle des Gentlemans zu lassen. Entscheiden Sie nicht starr, sondern von Fall zu Fall flexibel!
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2. Kundenbesuch: Wer wird bevorzugt behandelt?
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Situation: Ein Ihnen bekannter Kunde kommt zu einer Besprechung zu Ihnen. An der Sitzung nehmen außerdem Ihr Assistent und eine externe Webdesignerin (Ihre Dienstleisterin) teil. Wer wird wem zuerst vorgestellt?
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Die Lösung: Man könnte meinen, Ihre Kollegen hätten Priorität, da sie der Riege der Gastgeber angehören. Vielleicht sind sie sogar bereits versammelt, um dem Gast einen respektvollen Empfang zu bereiten. Dennoch ist diese Einschätzung falsch. Der Kunde hat als Ihr Auftraggeber mehr Macht als Sie alle und somit den höheren Rang inne. Er hat also das Recht, als Erster informiert zu werden. Er erfährt zuerst, wer die beiden ihm unbekannten Personen sind.
Wer wird dem Kunden zuerst vorgestellt?
Es ist Ihr Assistent, weil er zu Ihrem Unternehmen gehört und darum eine größere Nähe zu Ihrem Kunden hat als die Webdesignerin. Sie wird dem Kunden als Ihre Dienstleisterin zuletzt vorgestellt. Sie können sie aufwerten, indem Sie sie nach dem Kunden, jedoch vor dem Assistenten informieren. Ihm können Sie Ihre Vorgehensweise später erklären.
3. Wie wichtig ist Ihre Partnerin?
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Situation: Sie und Ihre neue Lebensgefährtin sind, ganz privat, zu einer Geburtstagsfeier Ihres Freundes Bernd eingeladen. Er kennt Ihre Freundin noch nicht. Sie klingeln, Bernd öffnet. Wie läuft die Vorstellung ab?
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Die Lösung: Das Prinzip „Ladies first“ greift nach modernen Regeln auch in dieser Situation nicht. Bernd ist – so unkompliziert er sein mag – Gastgeber. Er hat das Recht, zu erfahren, wen Sie in sein Revier bringen. Ihre Begleitung muss also auf die Information warten. Ohnehin wusste sie ja bestimmt, wohin Sie sie mitnehmen – sie war also schon im Vorteil.
Achtung: Früher galt in fast allen beruflichen Situationen „Ladies First“. Wundern Sie sich also nicht, falls Sie es auch heute noch anders erleben sollten und der Status „Dame“ höher bewertet wird als der Status „Gastgeber“.
Sobald Sie kommentieren, was Sie tun, ist ein möglicher Fettnapf aus dem Weg geräumt. „Carola, ich stelle dich dann sofort vor. Bernd wird dir gefallen und du ihm sowieso.“ So fühlt sich Ihre Frau aufgewertet, obwohl sie an der Tür als Nummer zwei steht.
4. Müssen Sie Ihrer Chefin folgen?
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Situation: Sie duzen sich im beruflichen Alltag mit Ihrer Chefin. Auf der Straße treffen Sie sie mit ihrem Mann, den sie Ihnen mit den Worten „Das ist mein Mann Peter“ vorstellt. Ist so eine Vorstellung eine Einladung/die Anweisung zum Duzen?
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Die Lösung: Der Ehemann sollte selbst entscheiden, ob er geduzt werden möchte oder nicht. Er muss die Initiative ergreifen und Sie mit „Hallo Thomas“ begrüßen – oder mit „Guten Tag, Herr Lang.“ Stellen Sie sich also zuerst auf ein Sie ein.
Anweisungen Ihrer Chefin mögen im Berufsalltag Gesetz sein. Doch ist die Information „Das ist Peter“ im halb beruflichen Kontext überhaupt als Anweisung zu verstehen? Zwar sollten Personen so vorgestellt werden, wie sie anzusprechen sind. Doch hat Ihre Chefin vielleicht so weit nicht gedacht.
„Mein Mann Peter“ – diese Formulierung entbehrt nicht der Komik. Genau genommen lässt sie darauf schließen, dass die Chefin einen weiteren Mann hat. Vermeiden Sie unfreiwillig komische Formulierungen. Sonst weist Sie ein Spaßvogel noch darauf hin, dass Bigamie in Deutschland verboten ist. Sagen Sie besser: „Das ist Peter Schmidt, mein Mann.“
5. So erfahren Sie den Namen einer fremden Person
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Situation: Sie treffen im Theater Ihren Arzt, Herrn Dr. Lehmann. Er stellt Ihnen seine Begleitung als „meine Lebensgefährtin“ vor. Wie sprechen Sie die Dame an?
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Die Lösung: Will der Herr verhindern, dass Sie den Namen der Dame erfahren, oder ist er nur ungeschickt? Einerseits wollen Sie nicht indiskret oder neugierig wirken oder den Herrn für sein Versäumnis tadeln, andererseits möchten Sie seine Begleitung ins Gespräch mit einbeziehen.
Fragen Sie nach
Sie können beiden eine Brücke bauen: „Ich habe leider Ihren Namen nicht verstanden.“ Nur ein Witzbold wird antworten, das sei normal, er habe ihn ja auch gar nicht gesagt. Dann wüssten Sie den Namen immer noch nicht, aber Sie hätten wenigstens schon miteinander gelacht. Genauso gut und für manche besser ist der direkte Weg: „Wie darf ich Sie ansprechen?“ Oder: „Sagen Sie mir auch Ihren Namen?“
„Can you spell your name please – Können Sie bitte Ihren Namen buchstabieren?“ So würde ein Brite um Hilfe bitten. Sagen Sie entsprechend: „Geben Sie mir einen Tipp: Wie kann ich mir Ihren Namen merken?“
Vorsicht bei diesen Notlösungen
„Wie war noch Ihr werter Name?“ hört man hin und wieder noch, auch wenn diese Formulierung sachlich falsch ist. Sie wollen ja nicht wissen, wie der Name der Dame – vielleicht als Mädchenname – einmal war. Außerdem wird das Adjektiv „wert“ in diesem Zusammenhang als antiquiert empfunden.
Kavaliere der alten Schule können sich aus der Affäre ziehen, indem sie die Unbekannte mit „Gnädige Frau“ ansprechen: eine Notlösung, mit der sich nicht jeder anfreunden kann und die nur manchmal passt. Ist „Mut zur Lücke“ ein gutes Prinzip für Sie, plaudern Sie mit der Dame, ohne ihren Namen zu nennen. Ein genuscheltes „Frau Hmmm“ hingegen wäre unpassend.
Sie können sich spontan auch selbst vorstellen – selbst dann, wenn Herr Dr. Lehmann Sie schon präsentiert hat. Wenn Sie Glück haben, geht Ihr Plan auf, und die Dame nennt ihren Namen selbst.
6. Wenn zwei Paare sich treffen: Kuddelmuddel vermeiden!
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Situation: Ihr Arbeitgeber veranstaltet einen Tag der offenen Tür, zu dem auch Familienmitglieder eingeladen sind. Auf dem Weg treffen Sie und Ihre Frau einen älteren Kollegen von Ihnen in Begleitung. Wer wird wem zuerst vorgestellt?
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Die Lösung: Das Treffen findet auf neutralem Terrain statt, als Gastgeber hat hier niemand Priorität. Der Kollege hat nur einen geringen Altersvorsprung, hierdurch also auch keinen Bonus. Zählt also endlich einmal die Dame vor dem Herrn? Nein. Hier werden der Kollege und seine Begleitung zuerst informiert, weil Fremde gleichen Ranges vorgezogen werden sollten.
Achtung, neu! Früher hätte es geheißen: Informieren Sie zuerst die Damen untereinander, dann binden Sie die Herren ein. Nach modernen Regeln gilt heute: Vermeiden Sie ein Kuddelmuddel, fördern Sie die Gleichberechtigung der Geschlechter auch auf dem privaten Parkett. Sagen Sie der Kollegenfrau und dem Kollegen, dass die Dame an Ihrer Seite Ihre Frau ist. Dann sagen Sie Ihrer Frau, wer die beiden sind. Danach geben sich die neuen Bekannten die Hände.
Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn Sie es noch anders erleben und zuerst die Damen informiert werden. Die alte Schule existiert noch, sie ist nicht „falsch“!
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7. Ganz auf sich allein gestellt – was nun?
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Situation: Sie sind als Frau zu einem Empfang eingeladen, Sie kennen niemanden außer dem Gastgeber, der gerade beschäftigt ist. Dürfen Sie sich selbst vorstellen? Und wenn ja – wie?
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Die Lösung: Sie gehören vielleicht nicht zu der Generation von Damen, zu denen Kontakt nur durch Dritte möglich war. Aber womöglich haben Sie zu Hause dennoch gelernt, sich im fremden Umfeld zurückhaltend zu verhalten. Unter Umständen hat man Ihnen sogar gesagt: „Andere ansprechen? Nie! Ein anständiges Mädchen tut das nicht!“
Dann sollten Sie sich jetzt die Erlaubnis geben, aktiv zu werden. Sie müssen keinesfalls um Ihren guten Ruf fürchten! Es ist nicht nur akzeptiert, sondern erwünscht, dass Frauen couragiert auftreten und durch Kontakte ein Netzwerk aufbauen. Jetzt hilft Ihnen eher der Grundsatz „Ein Networker kennt keinen Schmerz“ – also: nur zu!
Gehen Sie mit offenen Augen durch den Raum: Wo schaut Sie jemand an? Gehen Sie auf diese Person zu, auch wenn sie in einer Gruppe steht. Fragen Sie dann ganz selbstverständlich: „Darf ich mich zu Ihnen stellen/ gesellen/setzen?“ Geht das Gespräch nach dem einladenden „Ja, klar“ weiter, warten Sie mit der Vorstellung, bis sich die Gelegenheit dazu bietet.
8. Ergreifen Sie auf Festen die Initiative
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Situation: Sie und Ihr Mann/Ihre Frau sind zu einer Gala eingeladen und bekommen Plätze an einem Tisch zugewiesen, an dem Sie niemanden kennen. Wie verhalten Sie sich?
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Die Lösung: Eigentlich müssten die Anwesenden die Hinzukommenden in ihren Kreis aufnehmen. Da aber im fremden Umfeld oft Unsicherheit besteht, ergreifen Sie die Initiative. Machen Sie am Tisch die Runde, um sich vorzustellen. Generell gilt: Ob die Dame oder der Herr zuerst geht, hängt von der Rolle ab. Wer ursprünglich die Einladung bekommen hat, geht vor und stellt zuerst sich, dann die Begleitperson vor. Hier reicht der Name.
Zählen Sie zu den Ersten, die am Tisch ankommen? Bleiben Sie stehen und warten Sie, bis alle Tischnachbarinnen und -nachbarn eingetroffen sind. So können Sie flexibel auf Ankommende zugehen und die Kontaktaufnahme erleichtern und dann in Ruhe Platz nehmen.
9. So gehen Sie mit freundlichen Eindringlingen um
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Situation: Im Restaurant, der Hauptgang wird gerade serviert. Da betritt eine Freundin von Ihnen das Lokal, entdeckt Sie und kommt direkt auf Sie zugestürmt, um Sie zu begrüßen. Neugierig mustert sie Ihren Begleiter. Was tun Sie?
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Die Lösung: Ihrer Freundin sollte die Regel klar sein: Aus hygienischen Gründen gibt es beim Essen keinen Handschlag. Sie müsste korrekterweise in maßvollem Abstand vom Tisch bleiben und nach einem mündlichen Gruß weitergehen. Das tut sie nicht. Unterstellen Sie ihr im besten Fall: Sie meint es gut, ist nur ungeschickt. Schützen Sie aber gleichzeitig die Intimität Ihres Treffens und die Identität Ihres Begleiters. Legen Sie Ihr Besteck ab. Stehen Sie auf. Begrüßen Sie Ihre Freundin, und wünschen Sie ihr einen schönen Abend.
Gehen Sie einer bekannten Person, die freudig auf Sie zukommt, ein Stück entgegen, und halten Sie sie so von Ihrer Begleitung fern. Stellen Sie in Aussicht, dass Sie sich bald bei ihr melden. Dann das Versprechen halten! Entscheiden Sie selbst, ob Sie die Begegnung dann überhaupt noch thematisieren wollen.
10. Müssen Sie sich Überfälle gefallen lassen?
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Situation: Bei einer Messe haben Sie eine Frau kennen gelernt, die Sie unsympathisch und aufdringlich fanden – auf diese Bekanntschaft hätten Sie gern verzichtet. Einige Stunden später – Sie sind mit Geschäftskollegen in einen netten Plausch vertieft – gesellt sich die Dame zu Ihnen in die Runde. Müssen Sie sie bekannt machen und in das Gespräch mit einbeziehen?
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Die Lösung: Wenn Sie die Dame einmal mit Ihren Geschäftskollegen bekannt machen, müssen Sie sie einladen, sich dazuzusetzen. Wenn Sie sie in die Runde einladen, vergraulen Sie möglicherweise Ihre Kollegen. Es könnte natürlich auch anders sein, und die Bekannten empfänden die Dame als Bereicherung. Das ist nicht vorauszusehen. Stehen Sie lieber zu Ihrem Gefühl. Es ist der Frau gegenüber negativ: Also sorgen Sie dafür, dass sie nicht in die Runde kommt.
Hartnäckige Höflichkeit hilft
Halten Sie durch. Bleiben Sie sitzen, wünschen Sie höflich-distanziert: „Einen schönen Abend auch für Sie“, und wenden Sie sich konsequent Ihren Gesprächspartnern zu. Diese haben Ihre Aufmerksamkeit verdient.
Lässt der Eindringling sich davon nicht beeindrucken? Stehen Sie auf, und sagen Sie der Dame, dass Sie im vertrauten/vertraulichen Kreis sind: „Ich bitte da um Ihr Verständnis.“ Sie haben nicht nur die Erlaubnis, das zu tun. Sie müssen das tun, um Ihre Runde zu schützen!
Sich schnell richtig entscheiden: Was weiterhilft
Es ist gut, die Regeln über das Vorstellen und Bekannt machen zu kennen. Es ist wichtig, sie in komplexen Konstellationen praktisch anzuwenden. Es ist offensichtlich, dass Fingerspitzengefühl und Takt dabei Ihr Handeln leiten sollen.
Wie treffen Sie in jeder Situation die richtige Entscheidung über das Prozedere und die angemessenen Worte?
Nehmen Sie sich Zeit
Bereiten Sie im Beruf und als Gastgeber möglichst viele Begegnungen vor, spielen Sie künftige Begebenheiten, bei denen Sie Menschen zusammenführen, vor Ihrem inneren Auge durch. Machen Sie Ihre Hausaufgaben!
Andere Begegnungen, vor allem im öffentlichen Raum, laufen spontan ab. Selbst da hilft das Prinzip der Pfadfinder „Be prepared – Halte dich bereit“.
- Stellen Sie sich umgehend die Grundfrage: „Wem sollte ich zuerst etwas Gutes tun?“ Diese Person informieren Sie als Erste.
- Ihr zweiter Gedanke ist ein Appell: „Alle mit Informationen versorgen, alle!“ Verhelfen Sie sämtlichen Anwesenden durch Ihre Informationen zu Wohlbefinden.
- Treten Sie, wenn Sie einen Fehler in der Abfolge oder in der Anrede bemerken, nicht auf die Bremse. Peinlichkeit ist gerade im frühen Stadium einer Begegnung extrem ansteckend. Atmen Sie durch, und denken Sie eines: „Weiter im Text!“
Viel Erfolg, Mut und Experimentierfreude dabei!
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Für diesen Auftritt wurden Bilder der Fotografen nyul, Jaimie Duplass und Jose Gil aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.
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Alle Themenschwerpunkte:
- Niederlagen ertragen: Wie Sie auch in schwierigen Lebenssituationen Haltung zeigen
- Fit fürs „Global Business“: Interkulturelle Kompetenz im Geschäftsalltag
- Glücklich zu zweit: Umgangsformen in der Partnerschaft
- Geschenke-Knigge 2011: So finden Sie die passenden Weihnachtspräsente
- Achtung Rufmord: So bremsen Sie Klatschmäuler und schützen sich und andere
- Wie Sie exotische Früchte perfekt zubereiten und richtig genießen
- So spenden Sie mit Ihren Aufmunterungsgrüßen Trost und machen Mut
- Erfolgsfaktor Sympathie: Wie Sie auf der emotionalen Ebene überzeugen
- Wie Sie auch in Krisenzeiten eine Kultur des Wohlstands pflegen
- Wie Sie sich Namen besser merken und Peinlichkeiten vermeiden
- Schluss mit der Ja-Sagerei! So kommt Ihnen ein freundliches Nein leicht über die Lippen
- Raus mit den Schrankhütern:
Mit wenigen Griffen immer adrett gekleidet
- Ein Besuch im Krankenhaus: Darf man kranke Menschen küssen?
- Wie Sie Ihre guten Umgangsformen an Kinder und Enkel weitergeben
- Wein zum Festessen: Stilsicher auswählen und servieren
- Stilsicher und vielseitig: Musterbriefe für Ihre Weihnachts- und Neujahrspost
- Die Kunst des Visitenkarten-Tauschs: So bleiben Sie im Gespräch und kommen ins Geschäft
- Stets am richtigen Platz: So begleiten Sie andere Menschen am besten
- So kommen Sie auch mit schwierigen Chefs, Kunden und Kollegen klar
- Ihre Plauderthemen für den Sommerurlaub
- Wie Sie lästige Anrufe wie ein Profi behandeln
- Ob Tagung, Geburtstag oder Tag der offenen Tür: So organisieren Sie Veranstaltungen wie ein Profi
- Schluss mit Missverständnissen!
So kommunizieren Frauen und Männer
auf einer Wellenlänge
- 25-mal Hintergrundwissen zu Fakten
und Bräuchen rund um Ostern
sowie zu Daten im März
- Pannen & Peinlichkeiten 2010:
So schützen Sie sich in heiklen Situationen
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