So umgehen Sie die Trinkgeld-Frage, wenn der Chef Sie bedient

Eigentlich bekommen Chefs kein Trinkgeld. Doch beschleicht Sie im Frisörsalon oder Restaurant nicht auch ein ungutes Gefühl, wenn Sie mit Service und Leistung zufrieden sind und kein Trinkgeld geben sollen?

Der große Knigge meint: Mit Ihrem Gefühl liegen Sie gar nicht falsch – und möglicherweise mit dem Entschluss, auf ein Trinkgeld zu verzichten, daneben.

Richtig ist, dass die alte Umgangsformen-Regel besagt: "Der Chef bekommt kein Trinkgeld." Richtig ist aber auch, dass viele Menschen diese Regel gar nicht mehr kennen. Hintergrund: Ursprünglich war das Trinkgeld für die Bediensteten, die nicht so viel verdienten. Ein Trinkgeld für den Chef wäre daher zu früheren Zeiten einer Verhöhnung oder Beleidigung gleichgekommen.

Das hat sich etwas geändert: Die meisten Chefs interpretieren das Trinkgeld mittlerweile als nette, wohlwollende Geste und sind nicht beleidigt. Sie legen es z. B. in die Kasse für den nächsten Betriebsausflug.

Heute gibt es viele Selbstständige ohne oder mit 1 bis 2 Mitarbeitern, die sehr kämpfen müssen, um sich auf dem Markt zu behaupten, und sich daher ebenfalls über ein Trinkgeld freuen. Das trifft beispielsweise auf viele Frisöre zu. In solchen Fällen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Sie können z. B. sagen: "Zwar gibt man Chefs eigentlich kein Trinkgeld, doch das finde ich ungerecht. Schließlich arbeiten Chefs heutzutage fast noch härter als viele Angestellte."