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Wann Sie Fremde grüßen sollten
Beim Wandern haben Sie das vielleicht schon erlebt: In dünn besiedelten und touristisch kaum erschlossenen Gegenden grüßen sich die Menschen, die einander begegnen, ohne Ausnahme. Auf dem Bürgersteig einer Großstadt wäre das undenkbar: Je mehr fremde Menschen sich auf einem Fleck befinden, desto größer scheint ihr Bedürfnis nach Abgrenzung und Anonymität zu sein.
Der große Knigge-Tipp: Dennoch bleibt es eine höfliche Sitte, den Tagesgruß zu entbieten ...
- wenn Sie Fremde nach dem Weg fragen
- wenn Sie ein Ladenlokal, eine Arztpraxis, ein Amtszimmer, ein Sekretariat betreten
- wenn Sie auf Verkäufer, Kassiererinnen usw. zugehen, auch im Supermarkt
- beim Eintreten in ein Wartezimmer
- wenn Sie ein Zugabteil betreten
- gegenüber den unmittelbaren Sitznachbarn im Flugzeug und im Zug
Es ist – leider – unüblich geworden, dass Personen, die im Bus oder in der U-Bahn Platz nehmen, auf einer engen Treppe aneinander vorbeigehen oder am Waschbecken einer Toilette aufeinander warten, sich grüßen. Doch wenigstens ein freundliches Nicken sollte sein!
Setzen Sie die Ellenbogen ein – mit gutem Gewissen
Wer in Gesprächen – beispielsweise im Büro – besonders überzeugen möchte, sollte laut dem großen Knigge öfter seine Ellenbogen einsetzen. Allerdings anders, als Sie das jetzt gerade denken: Eine (tatsächliche!) kurze Berührung am Ellenbogen des Gegenübers wirkt Wunder. So sagt der sehr bekannte britische Körpersprache-Spezialist Allan Pease.
Experimente haben nämlich gezeigt, dass Kollegen nach einer solchen Berührung bereitwilliger zusammenarbeiten. Allerdings müssen dabei einige Regeln beachtet werden, um nicht aufdringlich zu erscheinen:
So berühren Frauen einander instinktiv am Unterarm; tun sie das jedoch bei einem männlichen Kollegen, könnte er es als Annäherungsversuch auffassen. Männer bevorzugen nämlich unbewusst die Berührung am Oberarm – auf die wiederum Frauen empfindlich reagieren.
Für Männer und Frauen gilt: Die Berührung sollte in jedem Fall nur leicht sein und nicht länger als 3 Sekunden dauern. Und andere Körperteile wie Rücken, Hände oder gar Beine und Po sind laut Allan Pease tabu.
Wenn Sie zuhause zum Tee einladen: Die feine englische Art
In England sagt man: „Der Weg zum Himmel führt an der Teekanne vorbei.“ Der englische Nachmittagstee („Afternoon Tea“) ist mittlerweile auch in deutschen Luxushotels zu einer festen Institution geworden.
Der große Knigge-Tipp: Zuhause brauchen Sie für diesen „Weg zum Himmel“:
- einen hochwertigen schwarzen Tee,
- Zucker und Milch bzw. Sahne,
- feines Porzellan,
- Finger-Sandwiches: in Fingergröße geschnittene gebutterte und mit Salatgurke, Lachs und Schinken belegte Toast-Sandwiches; idealerweise auf einer mehrstöckigen Etagere gereicht,
- Scones: weiche Teebrötchen mit ungesüßter Schlagsahne oder Rahm (Clotted Cream) und Marmelade,
- Gebäck und Süßigkeiten wie z. B. kandierte Früchte und Pralinen.
Wollen Sie nicht ganz so viel Aufhebens betreiben? Laden Sie zum „Cream Tea“ ein; dann brauchen Sie zum Tee nur Scones mit Schlagsahne und Marmelade zu servieren.
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Briefe an Kranke: Zeigen Sie Verständnis und Mitgefühl
Nicht immer müssen Sie die Aussicht auf Heilung oder auf eine passende Lösung parat haben, um einen kranken oder bedrückten Menschen aufzumuntern. Viel wichtiger ist, sich in die Person hineinzuversetzen, die Sie mit Ihrer Grußbotschaft erreichen wollen.
Der große Knigge-Tipp: Ihre Wünsche kommen besonders gut an, wenn Sie sich vorher Gedanken machen, auf welchem Weg Sie die gewünschte Wirkung – den Empfänger aufzumuntern – erreichen:
- Braucht der Empfänger ganz einfach Ablenkung von seinem Schmerz oder seiner Krankheit?
- Oder ist er in einer so verzweifelten Lage, dass er Ihren Zuspruch, Ihr Verständnis und Ihre Anteilnahme viel nötiger hat?
- Fühlt sich der Empfänger allein gelassen? Würde ihn die Aussage trösten, dass Sie ihm bei seinen Ängsten, Sorgen und Nöten zur Seite stehen?
- Ist er mutlos und verzagt? Können Sie ihm Mut zusprechen, bestimmte Ängste nehmen oder seine Zuversicht sonst irgendwie stärken?
- Zweifelt der Empfänger an seiner eigenen Person und an seinen Fähigkeiten? Gibt es etwas, das Sie an ihm schätzen und womit Sie sein Selbstvertrauen wieder herstellen können?
Sie werden sehen: Sobald Sie es schaffen, beim Schreiben an den Empfänger zu denken und sich in ihn hineinzuversetzen, gelingt es Ihnen fast von selbst, den richtigen Ton anzuschlagen. Dann ist ein Gruß, der den betreffenden Menschen wirklich tröstet und aufmuntert, weder schwierig noch besonders zeitaufwändig.
Besuch einer Kollegin im Krankenhaus: 3 Schritte für die richtige Entscheidung
Vielleicht ist Ihre Kollegin beglückt, wenn Sie durch Ihren Besuch die Kluft zwischen Beruflichem und Privatem überbrücken. Vielleicht möchte sie sich aber auch nicht „die Blöße geben“, sich Ihnen im Nachthemd und ungeschminkt, möglicherweise mit einer Infusion am Arm, zu präsentieren. Finden Sie heraus, was sie sich wünscht.
1. Schritt: Rufen Sie Ihre Kollegin an
Fragen Sie sie, ob es ihr schon wieder besser geht. „Nein“? Dann wünschen Sie ihr alles Gute und kündigen einen weiteren Anruf zu einem späteren Zeitpunkt an.
2. Schritt: Lehnt sie ab?
Fragen Sie sie, ob sie Besuch empfangen kann und will. „Ich brauche noch Ruhe!“ Jetzt wissen Sie Bescheid: Sie müssen draußen bleiben. Einen Strauß Blumen können Sie ihr dennoch schicken.
3. Schritt: Freut sie sich hingegen über regen Besuch?
Dann teilen Sie ihr mit, dass auch Sie einen Besuch bei ihr erwägen. Fragen Sie sie, was sie davon hält. So kann sie Ihrem Angebot stattgeben, und mit einem Blumenstrauß können Sie sich leichten Herzens auf den Weg in die Klinik machen.
Müssen Sie Ihren Nachbarn mit „Dr.“ ansprechen?
Zu Ihrer Ärztin sagen Sie wahrscheinlich „Frau Doktor“ und dies ohne ihren Namen, ob sie promoviert ist oder nicht. Das ist üblich und in Ordnung, denn bei dieser Berufsgruppe fallen oft Berufsbezeichnung und akademische Ehren zusammen. Andererseits darf Ihre Ärztin selbst den „Dr.“ nur dann im Namen führen, wenn sie promoviert ist.
Der akademische Grad „Doktor“ kann in einen Pass und Personalausweis eingetragen werden, ist aber im Gegensatz zu Adelstiteln kein Bestandteil des bürgerlich-rechtlichen Namens.
Rechtlich gesehen sprechen Sie Ihren Nachbarn also auch dann mit seinem vollen Namen an, wenn Sie den Doktortitel weglassen. Der große Knigge empfiehlt: Die Höflichkeit gebietet jedoch, dass Sie ihm diese Ehre erweisen. Solange er Sie nicht auffordert, „den Doktor wegzulassen“, sprechen Sie ihn also beispielsweise immer als „Herr Dr. Meier“ an.
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