Man wünscht niemals einen guten Appetit?

Für Sie von "Der große Knigge" aufgeschnappt: Neues aus de Stil-&-Etikette-Gerüchteküche:

Nicht auszurotten ist die Aussage: „Man sagt nicht mehr guten Appetit.” Oft gefolgt von einem zweifelndem „Warum eigentlich nicht?” oder „Stimmt das?”.


So allgemeingültig stimmt diese Regel nicht. Richtig ist, dass man sich bei einem offiziellen Essen, zum Beispiel einem Bankettessen, noch nie einen guten Appetit gewünscht hat. Die Gastgeberin gab früher und gibt auch heute noch das Zeichen zum Essensbeginn, indem sie einfach zum Besteck greift. (Wenn sie fehlt übernimmt der Gastgeber diese Aufgabe.)

Außerdem gibt es viele Situationen in denen der Wunsch „Guten Appetit” nicht ganz passend ist. Hat der oder die Gastgebende selbst gekocht, wirken solche Worte von dieser Seite gesprochen schnell wie ein Selbstlob.

Als Gast sollten Sie nie von sich aus einen „ wünschen. Des Weiteren geben einige Trainerinnen und Trainer zu bedenken, dass diese Worte zum Essensbeginn in Zeiten der Völlerei nicht gedankenlos ausgesprochen werden sollten.

Wenn zum Beispiel Kolleginnen und Kollegen sich mittags in der Kantine einen guten Appetit wünschen, ist dagegen jedoch nichts einzuwenden. Kaum jemand wird wohl in so einer Situation verletzt oder irritiert sein. Und darum geht es ja bei modernen Umgangsformen: Ihr Gegenüber soll sich in Ihrer Gegenwart wohl und gut aufgehoben fühlen.