Netiquette – Verhaltensregeln im Internet

Heutzutage ist das Internet ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags geworden. Dabei stehen insbesondere die Informationssuche und die Kommunikation im Vordergrund. Gleichzeitig hat sich das reale Leben außerdem in manchen Teilen immer weiter in den Online-Bereich verlagert, ein gutes Beispiel dafür ist das Online-Shoppen. Kurzum, kaum ein Computerbesitzer möchte heute noch auf das World Wide Web verzichten. Doch so wie es auch im ganz normalen Alltag oder Büroleben gewisse Verhaltensregeln gibt, so sollte auch der Knigge für das Internet nicht vernachlässigt werden.

Benimmregeln für soziale Netzwerke

Der echte Name

Die Anonymität des Internets ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits schützt sie die User, andererseits lädt sie aber auch zu unangemessenem Verhalten ein, da keine Konsequenzen drohen.

Das Internet ist zwar ein Ort der Anonymität, doch gerade in Business-Netzwerken sollte auf Pseudonyme verzichtet werden. Das mag zwar gerade denjenigen missfallen, die sich Sorgen um den Datenschutz machen, doch im beruflichen Alltag sind Spitznamen einfach unprofessionell. Zudem wird es Ihren Kontakten so auch erschwert, Sie zu finden.

Aus Sicht der Netiquette ist es übrigens durchaus sinnvoll, in allen Netzwerken, ganz gleich ob privat oder beruflich, den Klarnamen zu verwenden. Denn so agieren Sie ganz automatisch höflicher, schließlich können Sie sich nicht mehr hinter Ihrem Pseudonym verstecken.

 

 

 

                                                                                                                              Quelle: pixabay.com © niekverlaan

Job im Hinterkopf behalten

Bedenken Sie stets, dass die Fotos, Videos oder Kommentare, die sie aufFacebook oder anderen Plattformen gepostet haben, womöglich nicht für jeden ihrer Kontakte bestimmt sind. Das gilt insbesondere dann, wenn sich beispielsweise der Chef oder einzelne Kunden unter den Kontakten befinden. Aber auch in Hinblick auf eine spätere Bewerbung oder ein Vorstellungsgespräch könnten sich peinliche oder unangemessene Bilder als fatal erweisen – denn auch Ihr zukünftiger Chef kann Sie im Internet suchen und wird dies voraussichtlich auch tun.

Locker bleiben

Auch wenn der Arbeitstag stressig war, der eigene Ärger sollte niemals im sozialen Netzwerk ausgelassen werden. Tatsächlich passiert es immer wieder, dass unzufriedene Arbeitnehmer einen gehässigen Kommentar über ihren Chef verfasst haben – in der Regel dauert es aber nicht lan ge, bis eben jener dies sieht und entsprechend reagiert (im schlimmsten Fall mit einer Kündigung).

 

Bescheidenheit ist Trumpf

Online kann es schnell zu hitzigen Diskussionen kommen - bleiben Sie daher locker und legen Sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage.

 

Quelle: pixabay.com © OpenClips

Wer immer wieder mit seinen Erfolgen angibt, sich als Experte aufspielt oder den Neid anderer User schürt, kommt über kurz oder lang gar nicht gut an. Seien Sie stattdessen lieber offen gegenüber anderen Nutzern. Gerade neue und unerfahrene User werden in Foren beispielsweise gerne mit einem „Nutze die Suchfunktion“ oder „RTFM“ („Read the fucking manual“) abgespeist, wenn sie eine Frage gestellt haben, die in dieser Form schon sehr oft vorkam. Ein nettes Daraufhinweisen tut es aber genauso gut. Gerade für Unternehmen ist es außerdem sinnvoll, selbst bei unnötigen Fragen höflich zu bleiben und diese im Forum oder auf der Firmenpage freundlich zu beantworten. Im Forum von Ersatzteile-24.de sind die Moderatoren beispielsweise auf die Wünsche ihrer Kunden eingegangen und haben sich bemüht eine Problemlösung zu finden – das erfreut nicht nur den betroffenen Verbraucher, sondern hinterlässt auch bei der gesamten Community einen positiven Eindruck.

Trolle im Internet

„Don't feed the Troll!“ – so lautet ein bekanntes Sprichwort im Internet. Als Trolle werden Internetuser bezeichnet, die Beiträge verschicken, welche nur einen Zweck verfolgen. Provozieren, ohne einen wirklichen Beitrag zur Diskussion zu leisten. Nicht jeder wütende oder unbeholfene User ist aber automatisch ein Troll. Hier gilt es also abzuwägen. Andererseits erarbeiten sich Forentrolle schnell einen Ruf auf der jeweiligen Seite und können somit meist problemlos identifiziert werden. Eine detaillierte Erklärung gibt es außerdem hier. Eine andere, ähnliche Form von Usern ist der Hater – er lebt seine Wut im Netz aus und regt sich lautstark (und meist mit einer blumigen Beschreibung) über ein bestimmtes Thema auf. Sowohl die eine als auch die andere Gruppe sind jedoch gleichermaßen schädlich für das Diskussionsklima.

Die einzig richtige Reaktion auf einen Trollbeitrag:

Ignorieren oder eben sprichwörtlich „nicht füttern“. Jede Antwort, die auf einen Trollkommentar folgt, wird diesen nur noch weiter anstacheln – findet er hingegen keinen Nährboden, so wird er irgendwann gelangweilt das Feld räumen.

Shitstorm

Eine Diskussion im Rahmen von Blogs, sozialen Netzwerken oder in Form von Kommentaren auf einer Internetseite. Innerhalb eines kurzen Zeitraums richten sich dabei sehr viele kritische und  subjektive Äußerungen an einen einzigen Empfänger. Dieser kann ein Unternehmen, eine Einzelperson oder eine Institution sein. Beleidigungen kommen dabei nahezu immer vor.

Firmen und Unternehmen im Social-Media-Bereich

Neben Privatusern haben auch immer mehr Unternehmen ihren Weg in das Web gefunden und beschränken sich dabei nicht mehr nur auf eine Firmenwebsite, sondern sind ebenso in sozialen Netzwerken vertreten. Und das durchaus zu Recht, denn so können sie eine größere Kundennähe aufbauen und vor allem einen weiteren Kanal nutzen, um ihren Bekanntheitsgrad zu vergrößern und Werbemaßnahmen zu tätigen. Dennoch ist der Umgangston gerade in diesem Bereich ein sehr sensibler Faktor. In jüngster Vergangenheit gab es bereits etliche Fälle, in denen Unternehmen unbedacht etwas gepostet haben, nur um kurz darauf den Ärger ihrer Kunden auf sich zu ziehen. Läuft es dann noch besonders schlecht, so ist von einem sogenannten Shitstorm die Rede. Einige bekannte Beispiele sind etwa folgende:

1. Schlecker

Der Werbeslogan des Dienstleisters Schleckers sollte mit „For You. Vor Ort“ Kundennähe signalisieren, stieß aufgrund des Denglish jedoch auf Kritik bei der Fachzeitschrift „Deutsche Sprachwelt“. Der eigentliche Shitstorm folgte aber erst, nachdem Schlecker auf die Kritik reagierte. Das Unternehmen sagte, das Motto spreche den durchschnittlichen Schlecker-Kunden an, der ein niedriges bis mittleres Bildungsniveau besitzt. Die Empörung, die darauf folgte, war entsprechend groß.

2. Pril

Der Henkel-Konzern suchte für eine limitierte Pril-Edition ein neues Design, welches die Netzgemeinde vorschlagen durfte. Doch die User nahmen das Thema weniger ernst als das Unternehmen und so kamen bizarre Vorschläge wie ein Grillhähnchen mit dem Aufdruck „Schmeckt lecker nach Hähnchen“ heraus. Der Konzern entschied sich jedoch nicht für die beliebtesten Vorschläge, sondern wählte ein Design, das zur Marke passte. Verständlicherweise fühlten sich die User schnell verschaukelt und machten ihrem Unmut Luft. Einen guten Ausgang nahm der Skandal aber trotzdem, denn in Gedenken an den Shitstorm produzierte Henkel 111 Flaschen mit dem „Rage Guy“ – einem bekannten Internetmemme, das für Wut und Ärger steht.

Social Media für Unternehmen – der Ton macht die Musik

Nicht ganz uninteressant in diesem Zusammenhang ist auch das sogenannte Social Media Monitoring, also das permanente Absuchen bestimmter Quellen nach definierten Schlüsselwortkombinationen. Es hilft Unternehmen dabei, wichtige Mitbewerber zu identifizieren, strategische Themen zu wählen oder andere Faktoren wie Preis-Leistungs-Verhältnis, Freundlichkeit und Nachhaltigkeit genauer zu analysieren. Typische Quellen sind beispielsweise:

  • Social Networks wie LinkedIn oder Facebook
  • Blogs und Microblogs
  • Foren
  • Content-Communities wie YouTube

Auf diesem Wege werden wertvolle Markt- und Marken-Einsichten geboten, die das Marketing eines Unternehmens erheblich verbessern können. Gleichzeitig lassen sich jedoch auch Probleme beim Umgang mit dem Kunden vermeiden und die Zielgruppe kann langfristig besser angesprochen werden.

Fazit

Im Grunde ist die Netiquette keine bahnbrechende Neuheit, sie orientiert sich vielmehr an den Verhaltensregeln, die auch im normalen Leben beachtet werden sollten. Angepasst an die speziellen Eigenschaften des Internets soll sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium garantieren. Solange Sie darauf Acht geben, Ihren digitalen Fingerabdruck möglichst klein zu halten, liefern Sie Datensammlern erstens nicht zu viel Stoff und werden Ihr Image auch nicht durch einen unüberlegten Post gefährden. Ansonsten gilt: Behandeln Sie Ihre Online-Kontakte so, wie Sie auch selbst behandelt werden wollen.