Smalltalk für Introvertierte: Mit diesen 5 Tricks kommen Sie stressfrei ins Gespräch

Finden Sie den Smalltalk beim Stehempfang ungefähr so attraktiv wie schlecht gekühlten Sekt? Kommen Sie zu Festen möglichst erst in letzter Minute? Und reservieren Sie in der Bahn einen Einzelplatz, um Gespräche mit Mitreisenden ganz sicher zu vermeiden?

Dann gehören Sie vermutlich zu den Menschen, die eher introvertiert als extravertiert sind – also mehr nach innen als nach außen gewandt.

 

Warum Intros Smalltalk mühsam finden

Diese  Persönlichkeitsstruktur hat nichts mit Ihrer Redefähigkeit zu tun. Denn die meisten Intros  sind weder menschenscheu noch unkommunikativ.

Aber, und das ist der entscheidende Punkt, oberflächliche Gespräche ermüden sie. Das liegt daran, dass bei Intros das Gehirn von Haus aus aktiver ist als bei Extros. Zusätzliche und vermeintlich überflüssige Anregungen werden ihnen deshalb schnell zu viel.

 

So reden Intros beim Smalltalk locker mit

Trotzdem muss der Smalltalk kein Negativerlebnis für Sie sein. Mit ein paar einfachen Techniken halten Sie entspannt beim kleinen Gespräch mit.

1 Machen Sie sich klar: Sie wirken souveräner als Sie denken. Intros tragen Gefühle weniger als Extros nach außen. Ein gesellschaftliches Unbehagen merkt man ihnen daher kaum an. Der Management-Trainer Henry Thomson nennt dieses Phänomen die „Ruhe-Illusion der Introvertierten“.

2 Motivieren Sie sich damit, dass Smalltalk sinnvoll ist. Er ist die Vorspeise vor dem Hauptgericht und hilft Ihnen, das Eis zu brechen und zu den gehaltvollen Themen vorzudringen.  

3 Beugen Sie dem Kaltstart vor. Sie hassen es, fremde Menschen anzusprechen? Dann bitten Sie Freunde oder Kollegen, Sie bekannt zu machen. Vor einer Tagung oder einer Netzwerkveranstaltung kontaktieren Sie andere Teilnehmer am besten schon über soziale Medien. So legen Sie den Grundstein für ein entspanntes persönliches Gespräch.  

4 Werfen Sie Gesprächsköder aus. Wenn beispielsweise jemand fragt, wie es Ihnen geht, führt ein einsilbiges „Danke, gut“ in die Sackgasse. Bessere Antwort: „Danke, gut. Ich fahre nächste Woche nach Cornwall und freue mich auf lange Spaziergänge.“ Der kleine Mehraufwand hält den Smalltalk am Laufen und erleichtert die Suche nach einem gemeinsamen Thema.

5 Spielen Sie Ihre leisen Stärken aus. Leise Menschen stehen nicht gern im Rampenlicht. Das können Sie in einen Vorteil verwandeln: Stellen Sie interessante Fragen und geben Sie Ihrem Gesprächspartner Gelegenheit zu glänzen. Zuhören und Empathie wirken sympathisch und sind Stärken, die vielen Extros abgehen.

 

 

Die Autorin: Dr. Doris Märtin berät Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter, emotional intelligent zu kommunizieren und Kunden mit einer zeitgemäßen Sprachkultur zu überzeugen. Sie entwickelt Texte und Content und hält Workshops und Vorträge rund um die verbale und non-verbale Kommunikation. Frau Dr. Doris Märtin ist zudem eine Autorin von „Der große Knigge“ und Mitglied im Knigge-Rat. Sie verhilft Lesern mit ihrer Expertise zu einem persönlichkeits- und branchengerechten Auftreten. Ein besonderes Anliegen sind ihr die leisen Töne in einer lauten Welt. Ihr Know-how über Sprachpsychologie und Business-Kommunikation teilt sie auf ihrem Blog sageundschreibe (http://sage-und-schreibe.dorismaertin.com/). Zu ihren erfolgreichsten Büchern zählen Smart talk. Sag es richtig! und Leise gewinnt

 

Zum Weiterlesen:

Doris Märtin
Leise gewinnt. So verschaffen sich Introvertierte Gehör.
Campus Verlag 2014
221 Seiten, broschiert
ISBN 359-3500035