Sich bedanken macht Freude: So sagen Sie stilvoll Danke – vom mündlichen Dank bis zur Dankesrede

Sagen Sie stilvoll Danke – vom mündlichen Dank bis zur Dankesrede

Dankbarkeit wirkt doppelt: Durch ein angemessenes Dankeschön zur rechten Zeit verbessern Sie Ihre Beziehungen. Des Weiteren hilft Dankbarkeit Ihnen dabei, ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen.

Dieser Beitrag aus dem großen Knigge zeigt Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten, stilvoll und ideenreich Danke zu sagen.


  Dankbarkeit – der Schlüssel zu mehr Lebensfreude


Kennen auch Sie Menschen, die selbst dann keine Dankbarkeit und Freude zeigen, wenn ihnen etwas wirklich Gutes widerfährt? Die an allem und jedem etwas auszusetzen haben? Die positive Erfahrungen stets als Selbstverständlichkeit abtun und auch bei angenehmen Erlebnissen immer etwas finden, an dem sie herumnörgeln können?

Der große Knigge-Beispiel: Es gibt immer Grund zu meckern

Zusammen mit einigen Bekannten wollte Anna Pohland an einem Samstagabend in Köln spontan zum Essen gehen. Nach einiger Suche fanden die jungen Leute schließlich ein Restaurant, das gerade noch ausreichend Platz für sechs Personen bot. Das Personal hatte alle Hände voll zu tun. Entsprechend lang dauerte es, bis alle Bestellungen aufgenommen waren. Erst nach einer knappen Stunde hatten schließlich alle ihre Getränke und ihr Essen.

Einem der Anwesenden passte die lange Wartezeit überhaupt nicht. Er fing an, seinem Unmut lautstark Ausdruck zu verleihen: Das sei ja wohl das Mindeste, was man von einem guten Restaurant erwarten könne: dass der Service auch damit fertig werde, wenn einmal etwas mehr los ist. Schließlich sei es einem hungrigen Gast nicht zuzumuten, eine knappe Stunde auf sein Essen zu warten. Wenn zwei Kellner zu wenig seien, um eine größere Gästezahl zu bewältigen, hätte der Gastwirt eben entsprechend mehr Service-Personal einplanen müssen.


 
Undankbarkeit verschleiert den Blick auf die positiven Dinge


Was war an dieser Haltung so unangenehm? Der Mann war gar nicht willens, dem gemeinsamen Restaurantbesuch etwas Positives abzugewinnen. Seine Wahrnehmung konzentrierte sich allein auf die negativen Punkte, die seine Aufmerksamkeit ganz und gar in Anspruch nahmen.

Fast noch unangenehmer war aber die Tatsache, dass er mit seiner undankbaren Haltung alle anderen anzustecken drohte. Plötzlich schien keiner mehr bereit, die Wartezeit mit einem anregenden Gespräch zu überbrücken. Alle richteten ihre Aufmerksamkeit mit zunehmender Ungeduld auf das Hungergefühl und das fehlende Essen.

Der große Knigge-Beispiel: Ein Blick durch die Brille „Dankbarkeit

Nach einer Weile brach Anna das Schweigen: „Ich finde, wir haben großes Glück: Obwohl wir nicht reserviert haben, haben wir noch einen Tisch für sechs Personen gefunden. Das ist samstagabends in einer Großstadt alles andere als selbstverständlich. Obendrein ist dies auch noch ein schöner Tisch in einem guten Lokal. Das Ambiente ist gemütlich und das Personal ist nett, obwohl es so viel zu tun hat. Es duftet köstlich und ich freue mich auf das bestimmt sehr leckere Essen, das bald serviert wird.” Sie erhob ihr Glas und sagte: „Auf diesen Abend mit euch!”


Miesepeter-Stimmung adé

Mit wenigen Worten verscheuchte sie die aufkommende Miesepeter-Stimmung und lenkte den Blick aller Beteiligten wieder auf das, worauf sie sich gefreut hatten: einen kurzweiligen Abend in gemütlicher Atmosphäre und netter Gesellschaft und mit gutem Essen.

 

Dankbarkeit = der Wille, das Gute zu sehen

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig eine dankbare Grundeinstellung ist: Nur wer bereit zum Dank ist, nimmt die positiven Seiten des Lebens und die Bemühungen seiner Mitmenschen überhaupt erst wahr. Diese Bereitschaft ist keine Selbstverständlichkeit: Sie muss von jedem Einzelnen gefördert und gepflegt werden.

 

Der große Knigge-Praxis-Tipp: Prüfen Sie Selbstverständlichkeiten kritisch

Meistens fällt es schwer, für die Dinge dankbar zu sein, die selbstverständlich geworden sind. Versuchen Sie auch für die „selbstverständlichen” Dinge wieder Dankbarkeit zu empfinden.

Denn so viel ist klar: Wenn Sie nur lange genug suchen, werden Sie immer genügend Gründe finden, um undankbar zu sein:

  • der tolle Job, für den Sie aber leider umziehen mussten
  • die schöne Bluse, die allerdings viel zu teuer war
  • die gute Mathe-Note Ihres Sohnes, die aber nur mit Nachhilfe-Unterricht möglich wurde
  • das neue Auto, das Sie eigentlich doch lieber in Silber bestellt hätten

Merken Sie, was passiert? Indem Sie Dinge und Leistungen abwerten, nehmen Sie sich und anderen die Freude daran. Hängen Sie die Messlatte nicht zu hoch. So kommen Sie leichter in den Genuss der Vorteile, die eine dankbare Grundeinstellung Ihnen persönlich liefert.

  Danke – das Zauberwort für bessere Beziehungen


Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem besseren Umgang mit anderen Menschen. Sobald Sie einen Dank aussprechen, zeigen Sie Ihre ausdrückliche Wertschätzung für andere Menschen und ihr Tun. Sie können sicher sein: Diese Wertschätzung bekommen Sie später tausendfach zurück. Umgekehrt ist ein fehlender Dank häufig Anlass für Irritationen und Missstimmigkeiten.

Zwei Beispiele aus dem großen Knigge, wie fehlender Dank die zwischenmenschlichen Beziehungen belastet:

Beispiel 1: Wie fehlender Dank zu Irritationen führt

Per E-Mail haben Lena und Martin Ganter ihrem Freundeskreis die Geburt ihrer Tochter Lara mitgeteilt und auch gleich ein Digitalbild mitgeschickt. Anna Seiffert freut sich mit den beiden und schickt auf dem Postweg eine Gratulationskarte, der sie ein Paar selbst gestrickte Babysöckchen beilegt. Monatelang bekommt sie keine Reaktion. Jetzt ist sie verunsichert: Ist das Geschenk überhaupt angekommen? Und wenn ja – hat es den Eltern überhaupt gefallen?



Hier führt der fehlende Dank zwar nicht unbedingt zu einer Kränkung, wohl aber zu einer gewissen Irritation: Niemand erwartet von frischgebackenen Eltern eine ausführliche Dankeskarte. Aber zumindest eine E-Mail, vielleicht sogar mit einem Digitalbild, auf dem Klein-Lara mit den selbst gestrickten Socken zu sehen ist, hätte Anna Seiffert die Gewissheit gegeben, dass ihr Geschenk angekommen ist und Gefallen gefunden hat.

 

Beispiel 2: Wie fehlender Dank die Bereitschaft verringert, auch künftig zu helfen

Walter Precht hat Opernkarten geschenkt bekommen. Ausgerechnet an jenem Abend ist er aber für den Nachtdienst eingeteilt. Ein Kollege, Ben Wohlscheid, erklärt sich bereit, den Dienst mit ihm zu tauschen. Als Precht ihm am nächsten Tag von der gelungenen Aufführung vorschwärmt, kommt kein Wort des Dankes über seine Lippen.

Da ist Ben Wohlscheid etwas gekränkt. Er beschließt, sich von so einem undankbaren Kollegen beim nächsten Mal nicht mehr zu einem Tausch überreden zu lassen. Wie leicht wäre es in diesem Fall gewesen, dem Kollegen am nächsten Tag noch einmal ausdrücklich zu danken. Damit hätte Walter Precht signalisiert, dass er Ben Wohlscheids Entgegenkommen wirklich zu schätzen wusste.


Ben Wohlscheid könnte sich wohl eher dazu durchringen, auch künftig hilfreich einzuspringen, wenn er das Gefühl hätte, im Gegenzug etwas dafür zu bekommen: einen Dank und eventuell auch die Gewissheit, gegebenenfalls auch einmal eine Nachtschicht tauschen zu können, wenn sie ihm zeitlich nicht passt.



Anzeige

Mit perfekten Umgangsformen halten Sie Ihr Business-Netzwerk stabil

Mit perfekten Umgangsformen halten Sie Ihr Business-Netzwerk stabil

Moderne geschäftliche Umgangsformen haben nichts mit der Frage zu tun, ob man zu anderen Menschen höflich ist oder nicht. Das ist eine Selbstverständlichkeit.

Moderne Umgangsformen heute heißt: Sie wissen, in welcher Reihenfolge Sie Gäste unterschiedlicher Herkunft und Nationen stilvoll begrüßen. Wie Sie mit eigenen Fehlern souverän umgehen und Chancen statt Niederlagen daraus machen. Welche Kleidung zu welchem Anlass angemessen ist. Wie Sie mit unterschiedlichen Mitarbeitertypen kommunizieren.

Das Wissen um korrektes Verhalten im Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und nationalen wie internationalen Geschäftspartnern ist ein echter Geschäfts- und Karrierefaktor:

Berufliche Karrieren werden häufig nicht allein von persönlichen Fähigkeiten, sondern auch von sozialer Kompetenz, Stil und Ausstrahlung bestimmt. „Der große Knigge” liefert Ihnen das Wissen und Know-how dazu. Schlüsselfertig. Monat für Monat komprimierte und auf den Punkt gebrachte Insider-Informationen aus 20 Jahren persönlichen Erfahrung rund um moderne geschäftliche Umgangsformen, Kommunikation, internationale Etikette und Karriere-Knigge.

Erfahren Sie hier mehr über „Der große Knigge“
  Wie Ihnen ein stilvoller Dank gelingt


Es sind nicht nur offensichtliche Anlässe wie Geschenke, die einen Dank erfordern. Richten Sie Ihr Augenmerk auch auf andere Anlässe, bei denen sich jemand besondere Mühe gegeben hat, um Ihnen zu helfen oder eines Ihrer Anliegen zu unterstützen.

Vergessen Sie dabei auch nicht die kleinen Gelegenheiten, die im Alltag oft als Selbstverständlichkeit gesehen werden.

Einige Beispiele, wann ein Dank angebracht ist: für

  • Geschenke (zur Hochzeit, zur Taufe, zum Geburtstag, zum Jubiläum)
  • gute Wünsche (zum Jubiläum, zum Einzug, zum ersten Arbeitstag)
  • das Daumendrücken (vor einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch, einer wichtigen Verhandlung)
  • guten Service (kompetente Beratung in einem Ladengeschäft, aufmerksame Bedienung in einem Restaurant)
  • konstruktive Kritik (an einem Vortrag, Konzept, Entwurf, Text)
  • kleine Gefälligkeiten im Alltag (der Nachbar nimmt Ihre Pakete entgegen, wenn Sie bei der Arbeit sind)
  • Hilfe in Notsituationen (Starthilfe, wenn das Auto nicht anspringt)
  • langjähriges Engagement (Vereinsmitgliedschaft, Ehrenamt)
  • hilfreiche Auskünfte oder Kontakte (eine Kollegin empfiehlt Ihnen eine zuverlässige Autowerkstatt oder einen Party-Service für Ihre geplante Feier)
  • eine Einladung (etwa für eine private Essenseinladung nach Hause)
  Vom mündlichen Dank bis zur Danksagung und Dankesrede: So danken Sie ideenreich und stilvoll


Im Folgenden finden Sie zu jeder Form des Dankes einige formale und inhaltliche Anregungen und Ideen. Hier erfahren Sie auch, wann

  1. ein mündlicher Dank,
  2. ein Dank mit Geschenk,
  3. eine Dankeskarte,
  4. eine Danksagung oder
  5. eine Dankesrede

angebracht ist.

 

1.  Schon ein einfacher mündlicher Dank erfreut und motiviert den Empfänger


Wie sehr schon ein mündliches Dankeschön den Empfänger erfreut, motiviert und anspornt, zeigt dieses Beispiel:

Eine Verkäuferin im Sportgeschäft bedient Lukas Niemann ausgesprochen zuvorkommend und kompetent. Sie nimmt sich Zeit für ihn, berät ihn ausführlich, welcher Nordic-Walking-Schuh speziell für ihn infrage kommt. Als er ihr erzählt, dass er ein Hüftleiden habe, geht sie auch darauf sofort ein.


Sicherlich: Gute Beratung gehört zu ihrem Beruf und dürfte wohl erwartet werden. Dass sie dennoch nicht selbstverständlich ist, zeigen die vielfältigen Erfahrungen in der „Service-Wüste“ Deutschland. Als Kunde ignoriert oder mit wenigen Sätzen an einen anderen Kollegen verwiesen zu werden, der aber gerade keine Zeit hat – das kennen Sie bestimmt auch zur Genüge.

Angenommen, Herr Niemann würde der Verkäuferin bei Abschluss des Kaufs an der Kasse ausdrücklich für diese vermeintliche Selbstverständlichkeit danken. Mit Sicherheit würde sie das anspornen, auch in Zukunft ihr Bestes zu geben. Die Erfahrung, dass ihr Dankbarkeit und Anerkennung entgegengebracht werden, würde ihr neue Freude an ihrem Beruf vermitteln.

Der große Knigge-Tipp zum Inhalt: Sagen Sie, wie Sie von der Leistung profitiert haben

Ein Dank kommt umso besser an, je mehr Sie es verstehen, dem Adressaten auch klar zu machen, was genau Sie an seiner Leistung besonders geschätzt und welchen Nutzen Sie daraus gezogen haben.

So hätte es Herr Niemann in unserem Beispiel zwar bei einem „Danke für die ausgezeichnete Beratung“ belassen können. Aber viel persönlicher und motivierender wirkt sein Dank mit folgender Aussage: „Ich fand es klasse, dass Sie noch einmal genauer nach meinen Hüftproblemen gefragt haben. Dank Ihrer kompetenten Beratung bin ich mir jetzt 100 % sicher, den richtigen Schuh gefunden zu haben.“



2.  Ein kleines Geschenk: So zeigen Sie sich für „unfreiwillige“ Gefälligkeiten erkenntlich

Ein Beispiel, das aus dem Leben gegriffen ist: Valerie Hoffmann ist berufstätig und werktags so gut wie nie zu Hause. Ihre Nachbarin nimmt deshalb häufiger Pakete und Päckchen für sie entgegen, die der Postbote ersatzweise bei ihr abliefert – anstatt sie in der Postfiliale zu deponieren. Frau Hoffmann ist froh darüber, erspart ihr das doch regelmäßig eine Extra-Fahrt zur Postfiliale, um die Pakete abzuholen.


Päckchen entgegennehmen, das ist doch keine große Mühe, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Vielleicht nicht, wenn es nur ein Mal geschieht. Aber Gefälligkeiten, die regelmäßig gewissermaßen automatisch in Anspruch genommen werden, dürfen auch einmal mit einer kleinen Gabe gewürdigt werden.

 

Der große Knigge-Tipp zum Geschenk: Eine nette Kleinigkeit genügt

Gerade bei wiederholten Gefälligkeiten, die nicht unbedingt freiwillig oder auf Grund einer Bitte gewährt werden, ist ein nettes Dankgeschenk als Anerkennung unbedingt zu empfehlen. Erfahrungsgemäß genügt eine Kleinigkeit, um die Mühe zu würdigen.

Infrage kommen zum Beispiel:

  • ein Blumentopf mit Kräutern,
  • eine einzelne Blüte mit etwas Ziergrün,
  • eine dekorative Kleinigkeit zum Naschen (Schokoladen-Marienkäfer, Marzipan-Schornsteinfeger, Minipackung Pralinen).

 

 


Warum so viel Aufwand betreiben? Bedenken Sie: In unserem Beispiel könnte es gut sein, dass der Postbote die Nachbarin durch sein Klingeln häufiger aus einer wichtigen Arbeit oder konzentrierten Tätigkeit reißt. Oder dass die Nachbarin Frau Hoffmann jedes Mal extra abpassen muss, um ihr die Sendung nur ja zeitig zu überreichen. Und dass sie der zusätzliche Aufwand sehr wohl stört. Ein kleines, mit ein paar Worten des Dankes überreichtes Zeichen der Anerkennung glättet da die Wogen.

Achtung: Ein Geschenk ist kein Freibrief, solche Gefälligkeiten weiterhin mit schöner Selbstverständlichkeit in Anspruch zu nehmen.

Der große Knigge-Tipp zum Inhalt: Am besten rückfragen, ob es nicht doch zu viel wird

Ihren Dank tun Sie in solchen Fällen am besten kund, indem Sie klar machen, dass Sie solche wiederholten Gefälligkeiten überhaupt nicht als selbstverständlich ansehen.

Zeigen Sie deutlich, dass Sie ahnen können, welche Mühe dahintersteckt. Besonders viel Stil und Taktgefühl beweisen Sie, indem Sie diplomatisch nachfragen, ob die ständigen Gefälligkeiten dem Empfänger oder der Empfängerin Ihres Dankes nicht doch zu viel werden. Bieten Sie an, notfalls doch eine andere Lösung zu suchen.


 

Anzeige

Ihr Auftreten entscheidet darüber, ob Ihr Unternehmen wirklich Erfolg hat!

Der große Knigge Natürlich können Sie sich hinter Ihrem Schreibtisch verschanzen. Und andere die Akquise erledigen lassen. Doch kein Anbahnungsgespräch wird so wirksam sein wie das, das Sie – souverän und stilvoll – selbst führen. Wie Sie dabei freundlich, zugewandt und selbstsicher „rüberkommen“, erfahren Sie im großen Knigge.

Und noch viel mehr:
  • wie Sie sich herzlich bedanken (und damit die Kundenbindung erhöhen)
  • wie Sie Angriffe und Unhöflichkeiten souverän abwehren (und damit Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kunden beeindrucken)
  • wie Sie auch in Ausnahmesituationen immer eine gute Figur machen (und damit allen beweisen, dass Sie eine echte Führungspersönlichkeit sind!)
Probieren Sie es einmal völlig kostenlos aus – lassen Sie sich ein Probeexemplar nach Hause (oder ins Büro) schicken!



3.  Dankeskarte: So würdigen Sie größere Hilfeleistungen


Jan Kahles fährt mit seinem Auto in die Stadt und lässt nach dem Einparken versehentlich das Licht brennen. Prompt will der Wagen später nicht mehr anspringen. Sein Stellplatznachbar Hanno Petersen gibt ihm Starthilfe – und das, obwohl es in Strömen regnet und er dabei pitschnass wird.

Solche außergewöhnlichen Einsätze sollten Sie mit einem schriftlichen Dank würdigen, auch wenn Sie dafür vielleicht zunächst nach der Visitenkarte des Helfers fragen müssen. Wählen Sie dafür eine geschmackvolle Klappkarte im Zierumschlag oder hübsches Briefpapier.

So können Sie den Text einer Dankeskarte formulieren

Sehr geehrter Herr Petersen,

einem anderen bei strömendem Regen Starthilfe zu geben, obwohl man selbst sich nur nach Trockenheit und Wärme sehnt, das würde sicher nicht jeder tun. Ich weiß Ihren spontanen Einsatz außerordentlich zu schätzen und wünsche Ihnen, dass Sie ebenfalls Hilfe erhalten, wenn Sie einmal in eine Notlage geraten sollten. Wenn ich mich je revanchieren kann, sagen Sie mir, wie!

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe


PS: Mein Auto war gestern in der Werkstatt. Jetzt springt es wieder einwandfrei an - bei jedem Wetter.


Wann Sie auch per SMS danken dürfen

Übrigens erfüllt auch ein kurzer Dank per SMS aufs Handy seinen Zweck &ndash, vorausgesetzt, der Empfänger nutzt es häufig und kann mit SMS-Botschaften etwas anfangen. Wenn Sie also, beispielsweise für einen hilfreichen Tipp, kurz danken wollen, danken Sie per SMS, und sei es nur als Ankündigung eines späteren mündlichen Dankes.

Musterformulierung für ein Dankeschön per SMS

Dein Tipp war Gold wert, und meine Präsentation ein voller Erfolg! Mehr dazu später. Jetzt erst einmal: Danke! Deine Carmen.

4.  Danksagung und Dankes-E-Mails: Die richtige Reaktion auf Geschenke und Beiträge zu größeren Feierlichkeiten


Normalerweise genügt ein mündlicher Dank, wenn Ihnen jemand ein Geschenk macht – das ist zum Beispiel bei einer Geburtstagsfeier in kleinem Rahmen so, bei der Sie die Geschenke gleich auspacken und gebührend bewundern können.

Anders sieht es bei Anlässen aus, die in größerem Stil gefeiert werden – etwa bei einer Hochzeit, einem runden Geburtstag oder einem Jubiläum: Hier werden Geschenke oft nicht persönlich überreicht, sondern zunächst auf einen Gabentisch gelegt und erst später ausgepackt.

Für eine ausführliche Würdigung fehlt am Tag der Feier einfach die Zeit. Deswegen sollten Sie sich später schriftlich bedanken, und zwar mit einer Danksagung in Form einer Karte. Besonders gelungen sind Danksagungen mit Erinnerungsfoto(s), auf denen der glückliche Jubilar bei der Feier oder das Brautpaar am Tag der Hochzeit zu sehen ist. Die Danksagung verschicken Sie spätestens 6 bis 8 Wochen nach der Feier.

 

3 Textvorschläge aus dem großen Knigge für Ihre gedruckte Danksagung

  1. Danke, dass ihr unsere Hochzeit gemeinsam mit uns gefeiert habt! Über euer Kommen, eure guten Wünsche und eure Geschenke zu diesem schönen Anlass haben wir uns sehr gefreut. Eine kleine Erinnerung soll diese Karte sein. Wir hoffen, das Fest hat euch gefallen! Herzliche Grüße ...

  2. Wie schön, dass wir alle zusammen meinen 65. Geburtstag feiern konnten! Ich habe mich sehr darüber gefreut – und auch über die zahlreichen Geschenke, die mir gemacht wurden. Vielen lieben Dank!

  3. Was kann schöner sein, als eine Taufe im Kreise der Lieben zu feiern? Wir danken euch ganz besonders für eure Beteiligung an diesem schönen Fest und nicht zuletzt für die Gaben und Geschenke, die ihr uns und unserem kleinen Sebastian mitgebracht habt. Herzlichen Dank!

 

 


Mehr Individualität: Mit handschriftlichem Zusatz

Besonders willkommen ist übrigens bei vorgedruckten Danksagungen ein handschriftlicher Zusatz, auf dem Sie speziell auf das Geschenk oder den Beitrag des jeweiligen Empfängers eingehen. Das macht Ihren Dank individuell, und der Empfänger weiß, dass sein Beitrag gut angekommen ist.

Übrigens: Wenn Ihnen ein Geschenk nicht gefällt, würdigen Sie die Mühe, die sich der Schenkende gemacht hat: „Liebe Tante Rosi, danke für die liebevoll bestickte Tischdecke! Wir wagen gar nicht uns auszumalen, an wie vielen Abenden du daran gesessen hast.“

2 Beispiele aus dem großen Knigge für einen handschriftlichen Zusatz

Euer Wanderführer „Südschwarzwald“ war ein Volltreffer, vielen Dank! Mit Freuden machen wir uns „gemeinsam auf den Weg“ – ganz wie Ihr es uns vorgeschlagen habt.

Lieber Onkel Theo, deine Rede war einfach spitze! Wir haben geschmunzelt und gelacht. Die Bilder von früheren Kindertagen, die du heraufbeschworen hast, waren einfach zu herrlich! Nochmals vielen lieben Dank!


Auch für Geschenke, die per Post kommen oder durch einen Boten überreicht werden, sollten Sie sich schriftlich bedanken. Besonders nett ist ein Dank in Verbindung mit einem Foto, das schon den Gebrauch des Geschenks zeigt.

Der große Knigge-Beispiel: Tante Hanna hat ihrer neugeborenen Nichte Sophie einen Kinderpullover mit einem aufwendigen irischen Zopfmuster gestrickt. Die stolzen Eltern sind begeistert. Sie lichten die Kleine in ihrem neuen Pullover ab und schicken der Tante das digitale Foto zusammen mit ein paar Dankesworten. Passt, sieht toll aus und gefällt offensichtlich – darüber freut sich wiederum die Tante!


Der große Knigge-Extra-Tipp:
Ein Dank per E-Mail ist keinesfalls stillos!


Wenn Sie mit jemandem häufiger per E-Mail kommunizieren, ist dieser Weg auch für einen Dank nicht verkehrt. Selbst eine persönliche E-Mail an gute Freunde als Ergänzung zur vorgedruckten, allgemein gehaltenen schriftlichen Danksagung ist, etwa nach einer Hochzeit, erlaubt: Zeigt sie doch dem Empfänger, wie sehr sich das Brautpaar genau über sein liebevoll ausgesuchtes oder seinen sorgfältig vorbereiteten Beitrag gefreut hat.




Anzeige

Karrierefaktor gute Umgangsformen und stilsicheres Auftreten – wie sieht es da bei Ihnen aus?

Der große Knigge Dass Sie mit Feingefühl und souveränem Auftreten Sympathiepunkte sammeln, wissen Sie natürlich. Aber – wüssten Sie auch,
  • ob Sie grüßen sollten, wenn Sie Ihre Chefin/Ihren Chef auf der Toilette treffen?
  • wie Sie stilvoll reagieren, wenn Ihnen im Meeting ein peinlicher Versprecher unterläuft?
  • bei welchen Veranstaltungen von Ihnen pünktliches Erscheinen erwartet wird – und wann es stilvoller ist, lieber ein wenig zu spät zu kommen?
Wenn Sie diese Etikette-Fallen kennen, haben Sie vielen Kollegen etwas voraus: Man wird Sie nicht nur für sympathisch, sondern für KARRIERE-TAUGLICH halten ... und Sie haben Job-Chancen, die anderen für immer verschlossen bleiben. Einfach nur, weil Sie sich sicher in Gesellschaft und Job bewegen.

Erfahren Sie mehr über Ihren Karrierefaktor 



5.  Dankesrede: So würdigen Sie langjähriges Engagement


Bei den verschiedenen Anlässen zum Dank nehmen Folgende einen besonderen Stellenwert ein:

  • die langjährige Mitgliedschaft in einem Verein
  • die langjährige Unterstützung eines guten Zweckes
  • die langjährige Tätigkeit in einem Ehrenamt

Die Besonderheit ist hier die lange Dauer des Einsatzes. Signalisieren Sie, dass so viel Engagement nicht selbstverständlich ist. Gerade diejenigen Menschen haben einen Dank verdient, die sich schon lange Zeit für eine gute Sache eingesetzt haben und dies immer noch und weiterhin tun.

Für einen solchen Dank sind zum Beispiel Jubiläen gut geeignet. Machen Sie beispielsweise als Vereinsvorstand einen Schnitt bei der 20-jährigen Zugehörigkeit eines Mitglieds zu Ihrem Verein, und nutzen Sie das Jubiläum, um dem Betreffenden Ihren Dank auch im Namen aller Mitglieder in Form einer kurzen Ansprache zu übermitteln.

Schon in der Einladung auf die geplante Ehrung hinweisen

Besonders geeignet sind für solche Anlässe natürlich Vereinssitzungen, Vollversammlungen oder Veranstaltungen, bei denen möglichst viele Mitglieder kommen. Sie sollten den Jubilar separat einladen und ihn schon in der Einladung darauf hinweisen, dass er geehrt werden soll.

Musterformulierung: „Lieber Klaus, du bist schon seit 20 Jahren Mitglied in unserem Musikverein. Dafür möchten wir dir bei unserer nächsten Vollversammlung offiziell danken. Wir hoffen, dass du kommen und unseren Dank und unsere Ehrung persönlich entgegennehmen kannst!&lodquo;


Eine Dankesrede können Sie aus ganz verschiedenen Zutaten zusammensetzen: aus

  • einem aktuellen oder historischen Aufhänger, der zum Anlass passt,

  • den Feldern und Tätigkeitsschwerpunkten, um die sich der Jubilar besonders verdient gemacht hat,

  • den speziellen Interessen des Vereins oder der Organisation, für den/die sich der Jubilar jahrelang engagiert hat,

  • einem kleinen Rückblick auf die Zeit der Mitgliedschaft oder des (ehrenamtlichen) Engagements.


Der große Knigge-Musterformulierung für eine Dankesrede an das engagierte Mitglied eines Musikvereins

Lieber Klaus, liebe Vereinsvorstände, liebe Mitglieder des Musikvereins Feldenkirchen, hätte Wolfgang Amadeus Mozart keine großzügigen Förderer gehabt, wer weiß, ob er der Nachwelt überhaupt so viele wunderbare Musikstücke, Sinfonien und Opern hinterlassen hätte.

Wenngleich sich die Mitglieder unseres Vereins nicht mit diesem Jahrhundertgenie messen können, gibt es auch bei uns Talente – und wer weiß, vielleicht sogar Wunderkinder –, die die Allgemeinheit immer wieder mit ihrer Musik erfreuen und daher über musikalische Förderung besonders froh sind.

Du, lieber Klaus, bist jetzt seit 20 Jahren Mitglied unseres Musikvereins. Du hast es nicht bei einer passiven Förderung über deine Mitgliedsbeiträge belassen, sondern hast dich aktiv um die musikalische Ausbildung unserer Jugend gekümmert.

Mit Freude denken wir an die Anfänge des Posaunenchors zurück, den du gegründet hast. Anfangs waren es nur 3 Bläser, jetzt sind es stolze 12! Aber neben deinem aktiven musikalischen Engagement bist du auch stets Botschafter unseres Vereins gewesen. Kein Umzug der Trachtengruppe, kein Volksfest und keine Kirchenprozession sind mehr ohne die Musikkapelle unseres Vereins denkbar.

Stets warst du es, lieber Klaus, der zusammen mit dem Vorstand die Kontakte nach außen pflegte und der zusammen mit anderen aktiven Mitgliedern dafür sorgte, dass wir nicht nur für uns selbst Musik machen. Dass du damit ein Kernanliegen unseres Vereins umgesetzt hast – mit unserer Musik auch andere zu erfreuen – rechnen wir dir hoch an. Wir danken dir herzlich für deine 20-jährige Mitgliedschaft in unserem Verein und dein großes Engagement.

Wir wünschen dir und uns weiterhin viel Freude am gemeinsamen Musizieren und stoßen auf dein Wohl an.

 

 

Der große Knigge-Fazit: Dankbarkeit zahlt sich aus Sie sehen, welche positiven Wirkungen ein Dank beziehungsweise eine dankbare Haltung hervorruft:

  1. Sie lernen, das Gute im Leben wahrzunehmen.

  2. Sie stärken und vertiefen die Beziehungen zu anderen Menschen.

  3. Sie sorgen dafür, dass sich andere ernst genommen und wertgeschätzt fühlen – eine Wertschätzung, die Sie dann im Gegenzug ebenso erfahren dürfen.

 

 




Für diesen Auftritt wurden Bilder des Fotografen Klaus Eppele aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.



Anzeige

 
Fehlerbild '10 Knigge-Fehler'
Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild

Schon ein einziger dieser 10 Knigge-Fehler schadet Ihrem Ansehen!

Finden Sie alle 10 Fehler in diesem Bild? Testen Sie jetzt Ihren Knigge-Quotienten.

... zum Test



 
Weitere Themen der Woche:

 
 
 

Der aktuelle Knigge Kommentar

Rainer Wälde

Höflich ist, die Dresscodes der eigenen Branche zu kennen und zu...

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrter Leser,

 

bei einer Medien-Veranstaltung lerne ich Björn kennen. Er trägt ein auffälliges Tattoo auf dem Oberarm, dazu einen kernigen Holzfällerbart, am Hosenbund blitzt eine neonfarbene Unterhose auf. Zur ausgewaschenen Jeans wählt er hochgeschlossene Boots. Keine Frage: Er ist ein echter „Hipster“ – ein junger Trendsetter, der den Zeitgeist interpretiert und widerspiegelt. Hand aufs Herz: Welches Benehmen erwarten Sie nach diesem ersten Eindruck von Björn? Mit seinem Outfit passt er in keine Business-Schablone.