Schluss mit faulen Kompromissen! So setzen Sie sich freundlich durch

Kompromisse finden

Wenn Sie Wert auf gute Umgangsformen legen, sind Ihnen vermutlich gute, harmonische Beziehungen sehr wichtig. Harmonie ist erstrebenswert, birgt jedoch die Gefahr, dass Sie um des „lieben Friedens willen“ zu schnell nachgeben oder auf faule Kompromisse eingehen.  

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Die Kunst: weder mit Wattebäuschen werfen noch über Leichen gehen. Dieser Beitrag aus dem großen Knigge liefert Ihnen das emotionale Rüstzeug und geeignete Strategien, um sich höflich und bestimmt durchzusetzen, ohne dabei das gute Verhältnis zu anderen zu verspielen.

Der große Knigge-Selbsttest vorab:

 

Können Sie sich durchsetzen?
  ja nein
Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie ausgenutzt werden? 1 0
Sind Sie stolz darauf, ein unkomplizierter, anspruchsloser und hilfsbereiter Typ zu sein? 1 0
Werden Sie in Gesprächen und Diskussionen häufig unterbrochen? 1 0
Verhalten Sie sich öfter nach dem Grundsatz „Der Klügere gibt nach“? 1 0
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn andere Ihnen böse sind? 1 0
Bekommen Sie in aller Regel das, was Sie wollen? 0 1
Fühlen Sie sich in Gesprächen und Diskussionen ernst genommen? 0 1
Finden Ihre Vorschläge Gehör? 0 1
Kämpfen Sie weiter, auch wenn Sie ein Nein kassieren? 0 1
Was würde eine gute Freundin/ein guter Freund über Sie sagen:
„Das ist ein/eine ganz Liebe/Lieber“ oder
„Der/die weiß, was er/sie will“?
1
0
0
1



Auswertung:

  • Typ A (7-10 Punkte): Harmonie und gute zwischenmenschliche Beziehungen sind Ihnen so wichtig, dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche dafür regelmäßig zurückstellen. Sie selbst bleiben dabei so manches Mal auf der Strecke.

  • Typ B (4-6 Punkte): Harmonie mit Ihren Mitmenschen und das Durchsetzen eigener Ziele sind Ihnen gleichermaßen wichtig. Tatsächlich gelingt es Ihnen auch oft, beides unter einen Hut zu bringen – aber nicht immer. Manchmal fehlt es Ihnen noch am nötigen Biss.

  • Typ C (0-3 Punkte): Sie haben keine Probleme, sich durchzusetzen. Entweder weil Sie sich schlicht und einfach in der mächtigeren Position befinden oder aber auch aufgrund Ihrer guten rhetorischen Fähigkeiten und Ihrer natürlichen Autorität. Sie bekommen also meistens, was Sie sich vorgenommen haben. Achtung: Wer immer siegt, muss auch mit dem Groll der Unterlegenen rechnen!

So hilft Ihnen der Beitrag

In den folgenden Zeilen finden Sie Tipps für A-, B- und C-Typen. Achten Sie auf die Typ-Hinweise am Seitenrand. Wenn Sie es eilig haben, können Sie nur die für Sie wichtigen Absätze lesen und den Rest überspringen.


 

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Sie sind absolut kostenlos – und bringen Ihnen so viel Gewinn: Gute Umgangsformen!

Quelle: Fotolia ©WavebreakmediaMicro

Anderen entgegenzukommen, ihre unausgesprochenen Erwartungen zu erahnen und auch in schwierigen Situationen lächelnd souverän bleiben: Diese Dinge kosten nichts. Sie sind nirgendwo zu kaufen.

Aber Sie gewinnen Ihr Gegenüber und Ihre Umgebung mit diesen einfachen, kleinen Gesten im Handumdrehen für sich. Sammeln Sympathiepunkte, bevor Sie noch Ihr wichtiges Anliegen vorgetragen haben. Erreichen Ihre Ziele, ohne darum kämpfen zu müssen. Einfach, weil Sie es verstehen, anderen das Leben ein bisschen angenehmer zu machen. Und deshalb gibt es absolut keinen Grund, diese Basis aller guten Umgangsformen zu ignorieren – außer: Sie wissen nicht, wie Sie das anstellen sollen ...

Hier hilft zum Glück der große Knigge: Was immer Sie über gutes und taktvolles Benehmen wissen möchten – dieser Klassiker hat auf alles die zeitgemäße und garantiert vollständige Antwort. Erfahren Sie kostenlos, wie einfach Ihr Leben durch gute Umgangsformen plötzlich wird – >> klicken Sie hier!

 

Warum so viele Menschen es nicht schaffen, sich freundlich und bestimmt durchzusetzen

Besonders häufig bei Typ A

Ursache Nr. 1: Die Harmoniefalle

Menschen, die Wert auf gute Umgangsformen legen, achten in der Regel auch auf gute und harmonische Beziehungen. Und das hat natürlich auch seine Berechtigung: Freundlichkeit und Harmonie sind die Basis eines konstruktiven Miteinanders. Gute Kontakte helfen privat und beruflich weiter, ob es um einen Freundschaftsdienst oder um die berufliche Förderung und Entwicklung geht.

Harmonische Beziehungen sollten allerdings nicht auf faulen Kompromissen basieren. Drücken Sie nicht beide Augen zu und geben Sie nicht vorschnell – um des lieben Friedens willen – auf:

Der große Knigge-Beispiele:

  • Ihr Partner will noch auf der Party bleiben. Sie sind müde und wollen nach Hause. „Noch 5 Minuten“, sagt er – daraus wird eine halbe Stunde, eine Stunde, eineinhalb ... Weil Sie ihm seine gute Laune nicht verderben wollen und Angst haben, dass er Ihnen sonst böse ist, stellen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

  • Ihr Enkelkind schreit, weil es unbedingt ein Eis will. Das Geschrei sägt an Ihren Nerven, und die Blicke anderer Menschen sind Ihnen peinlich. Sie geben widerwillig klein bei.

  • Ein cholerischer Kunde kritisiert Sie zu Unrecht. Sie schweigen und nehmen die Schuld sogar auf sich, weil Sie Angst haben, den Kunden zu verlieren oder den Chef zu verärgern.

Achtung – Scheinharmonie!

Wer in die Harmoniefalle tappt, weiß meistens selbst am besten, dass er durch sein Nachgeben lediglich eine Scheinharmonie herstellt: Der Konflikt als solcher bleibt bestehen, er ist nur vertagt.

In Ihnen brodelt und kocht es vor Ärger über die eigene Nachgiebigkeit und Schwäche. Und beim nächsten Mal geht alles wieder von vorne los. Trotz besseren Wissens ist es allerdings gar nicht so einfach, es anders zu machen, denn die Angst vor Harmonieverlust ist tief im Unterbewusstsein verankert.

Der große Knigge-Extra-Tipp: Erkennen Sie wiederkehrende Denkmuster

Kinder machen oft folgende Erfahrung: Die Eltern haben sie dann ganz besonders lieb, wenn sie brav, pflegeleicht und angepasst sind. Sind die Kleinen dagegen ungehorsam, aufmüpfig und nervig, reagieren die Großen meist sauer und ungehalten. Dass dieser Ärger nur vorübergehender Natur ist und absolut nichts mit „lieb haben oder nicht“ zu tun hat, kann ein Kind noch nicht durchschauen.

Es hat Angst, abgelehnt und verstoßen zu werden, und lernt schnell, es den Großen recht zu machen, um sich ihre Liebe zu sichern. Dieses in der Kindheit durchaus noch nützliche Verhaltensmuster kann sich so einschleifen, dass es uns auch im Erwachsenenalter noch Streiche spielt, auch wenn es seinen Zweck dann längst nicht mehr erfüllt und uns nicht wirklich weiterbringt.

Überlegen Sie: Haben Sie manchmal Bedenken, dass man Ihnen die Freundschaft kündigt oder Sie nicht mehr mag, wenn Sie sich durchsetzen wollen?

Besonders häufig bei Typ B

Ursache Nr. 2: Taktische Schwächen

Manchmal mangelt es weder am Mut noch am Willen, sich durchzusetzen, und trotzdem bleibt der Erfolg aus. Ursache sind dann meist eigene taktische Defizite oder ein überlegener Gegner.

Dabei muss die Überlegenheit des anderen nicht wirklich der Realität entsprechen. Häufig ist lediglich seine Selbstdarstellung, sein Auftreten und seine Argumentation überzeugender als die eigene.

 

Besonders häufig bei Typ C

Ursache Nr. 3: Macht

Wer am längeren Hebel sitzt oder über ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügt, hat in der Regel keine Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Über das Wie macht der Mächtigere sich keine großen Gedanken. Wozu auch? Hauptsache, es funktioniert.

Auf diese Weise bleiben Höflichkeit und Freundlichkeit allerdings manchmal auf der Strecke, und das hat negative Folgen für die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich mit etwas mehr diplomatischem Geschick leicht vermeiden ließen. Viele Menschen glauben, dass es im Leben nur der Starke zu etwas bringt. Die Angst vor einer möglichen Niederlage kann zu viel Vehemenz und Härte führen.

 

Fit für die freundliche Konfrontation: Mit diesen Strategien kommen Sie höflich und bestimmt ans Ziel


Engel und Teufel

Sie kommen nicht weiter, wenn Sie mit Wattebäuschen werfen oder mit der Holzkeule zuschlagen. Stattdessen helfen die folgenden Strategien:

Entrinnen Sie der „Harmoniefalle“, indem Sie sich freundlich, aber bestimmt durchzusetzen. Das erfordert

  • Mut zur Auseinandersetzung,
  • ein sicheres Auftreten,
  • gute Vorbereitung,
  • rhetorisches Geschick und
  • ein gewisses Maß an Diplomatie.


Welcher dieser Punkte für Sie besonders wichtig ist, ist unter anderem von Ihrem Testergebnis und den Voraussetzungen abhängig, die Sie bereits mitbringen. Bitte achten Sie auch hier wieder auf die entsprechenden Hinweise am Rand.

 

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Karrierefaktor gute Umgangsformen und stilsicheres Auftreten – wie sieht es da bei Ihnen aus?

Quelle: Fotolia © Monkey Business

Dass Sie mit Feingefühl und souveränem Auftreten Sympathiepunkte sammeln, wissen Sie natürlich. Aber – wüssten Sie auch,

  • ob Sie grüßen sollten, wenn Sie Ihre Chefin/Ihren Chef auf der Toilette treffen?
  • wie Sie stilvoll reagieren, wenn Ihnen im Meeting ein peinlicher Versprecher unterläuft?
  • bei welchen Veranstaltungen von Ihnen pünktliches Erscheinen erwartet wird – und wann es stilvoller ist, lieber ein wenig zu spät zu kommen?
Wenn Sie diese Etikette-Fallen kennen, haben Sie vielen Kollegen etwas voraus: Man wird Sie nicht nur für sympathisch, sondern für KARRIERE-TAUGLICH halten ... und Sie haben Job-Chancen, die anderen für immer verschlossen bleiben. Einfach nur, weil Sie sich sicher in Gesellschaft und Job bewegen.

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Besonders wichtig für Typ A

Raus aus der Harmoniefalle! So finden Sie den Mut, sich durchzusetzen

Menschen, die aus Angst vor Harmonieverlust und negativen Konsequenzen die Durchsetzung scheuen, hilft es oft, sich Folgendes bewusst zu machen:

  1. Scheinharmonie bringt Sie nicht wirklich weiter – Das Problem wird nur vertagt, nicht gelöst.

  2. Auch wenn Sie es noch so sehr wollen – Sie können es niemals allen recht machen

    Menschen haben nun einmal unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse, die sich nicht vereinbaren lassen:
    • Für Ihren Chef ist es selbstverständlich, dass Sie Ihr Privatleben für das Firmenwohl zurückstellen. Überstunden? Kein Thema. Zusätzliche Aufgaben? Selbstverständlich ...
    • Ihr Partner setzt voraus, dass die Familie Priorität hat. Der gemeinsame Urlaub soll ausfallen, weil Sie Urlaubssperre haben? Den Kinobesuch müssen Sie wegen Überstunden verschieben? Wie steht es da eigentlich mit Ihrer Liebe?
    • Freunde fühlen sich vernachlässigt. Seit Sie verheiratet sind, haben Sie sie wohl total abgeschrieben. Eine tolle Freundschaft ist das ...

    Sie können es nicht allen recht machen. Akzeptieren Sie das und haushalten Sie mit Ihrer Energie.

  3. Everybody's darling, everybody's Depp

    Überlegen Sie einmal selbst, wem Sie Hochachtung zollen. Welche Menschen fallen Ihnen ein?

    Wetten, es sind nicht die immer Lieben und Nachgiebigen? Es sind Menschen, die wissen, was sie wollen, und zielstrebig ihren Weg gehen, Menschen, die sich durchsetzen können, allerdings ohne dabei über Leichen zu gehen.

    Es mag hart klingen, aber die „liebe Frau Meier“, die jederzeit bereit ist, Zusatzaufgaben zu übernehmen und Überstunden zu machen, damit die Kolleginnen noch rechtzeitig ins Fitness-Studio kommen, ist nicht etwa ganz besonders beliebt und anerkannt.

    Sie muss sogar damit rechnen, dass hinter ihrem Rücken über ihre Gutmütigkeit und Blauäugigkeit gelästert wird. Und in der Regel ist nicht sie es, die im Unternehmen weiterkommt. Jedermanns Liebling ist jedermanns Depp. Möchten Sie „der Depp“ sein? – Nein!
  4. Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben

    Schon in der Bibel steht „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, nicht „mehr als dich selbst“. Erteilen Sie sich selbst die Erlaubnis und die Verpflichtung, für eigene Anliegen und Interessen einzustehen.

  5. Oft ist die Angst vor Harmonieverlust unbegründet

    Natürlich ist niemand glücklich, wenn er Abstriche machen soll. Doch sind diese Dissonanzen, solange Sie sich fair verhalten, meist nur vorübergehender Natur. Ist die Sache erst einmal ausgefochten und erledigt, lassen die Spannungen im Allgemeinen wieder nach.

Der große Knigge-Beispiel: Auf dem Tennisplatz sind Uwe und Peter Rivalen, jeder von beiden will beim entscheidenden Ranglisten- Spiel unbedingt gewinnen. Nach dem ersten Satz diskutieren die beiden laut und aggressiv darüber, ob der spielentscheidende Ball gültig oder im Aus gewesen ist.

Es geht hoch her. Doch spätestens nach dem Match, etwas Abstand und einer kühlen Dusche können die beiden Männer wieder freundschaftlich miteinander umgehen.

In gewisser Weise berechtigt sind Ihre Befürchtungen natürlich dann, wenn der andere eine Machtposition innehat. Wenn Ihr Chef oder auch Ihr Kunde Ihnen seine Sympathie entzieht und sich gegen Sie wendet, kann das tatsächlich böse Folgen für Sie haben. Hier lohnt es durchaus, abzuwägen.

Das heißt aber nicht, dass Sie in diesen Fällen ganz auf eine Auseinandersetzung verzichten sollen. Sie sollten nur besonders diplomatisch vorgehen. Die strategischen Tipps dazu finden Sie weiter unten in diesem Beitrag.


 

Lernen Sie, Spannungen auszuhalten Ein eingeschliffenes Verhaltensmuster lässt sich nicht von jetzt auf gleich ändern. Das ungute Gefühl und das schlechte Gewissen werden Sie mit ziemlicher Sicherheit noch einige Zeit verfolgen. Halten Sie es aus!

Vor allem: Versuchen Sie, sich Ihre Angst und Ihr schlechtes Gewissen nicht anmerken zu lassen, sonst sind Sie erpressbar. Ertragen Sie eine vorübergehende Funkstille. Widerstehen Sie der Versuchung, sich nachträglich zu rechtfertigen. Und wärmen Sie das Thema, ist es erst einmal abgeschlossen, nicht unnötig wieder auf.

Die Erfahrung wird Ihnen Recht geben

Wenn Sie das Gespräch unabhängig von seinem Ausgang freundlich beenden und Ihrem Gegenüber anschließend wieder ganz normal begegnen, werden die Spannungen bald abklingen. Und je öfter Sie diese Erfahrung machen werden (und das werden Sie!), desto mehr werden sich Ihre Angst und das flaue Gefühl in der Magengegend verflüchtigen.

Henry Ford (1863-1947, amerikanischer Großindustrieller) sagte einmal dazu:

„Ganz oben auf der Liste meiner Erfahrungen steht die Erkenntnis, dass man unangenehmen Dingen nicht aus dem Weg gehen kann.“

 

Fördern Sie Ihre natürliche Autorität


Besonders wichtig für Typ B

Wer selbstsicher auftritt, hat es leichter, andere zu überzeugen und sich durchzusetzen. Er muss nicht schreien, er muss nicht drohen, er wirkt allein durch seine natürliche Autorität. Auch wenn Sie Ihre Körpersprache und Ihre Stimme nicht beliebig beeinflussen und verändern können, achten Sie in kritischen Situationen auf die Signale, die Sie ausstrahlen.

 
 Unsicher wirkt es, wenn Sie ...
 
 
 Sicher wirkt es, wenn Sie ...
 
... in sich zusammensinken (eingefallene Schultern, krummer Rücken) ... sich bewusst gerade halten und strecken.
... sich nur auf die Stuhlkante setzen und sich ganz schmal machen. ... beim Sitzen die ganze Sitzfläche einnehmen und beide Füße auf den Boden stellen.
... nach unten schauen oder verlegen lächeln. ... den andern offen und freundlich (aber nicht aggressiv) anschauen.
... leise sprechen, nuscheln oder sich stimmlich überschlagen. ... gut hörbar (aber nicht zu laut) sprechen, klar und deutlich artikulieren.
... nervös an Schmuck, Kleidung oder Haaren herumnesteln. ... Ihre Hände ruhig bei sich behalten.
... sich hektisch bewegen. ... sich ruhig und gelassen bewegen.



Besonders wenn Sie es mit einem „mächtigen“ Gegner zu tun haben, sollten Sie alles vermeiden, was Sie „noch kleiner“ macht, als Sie es ohnehin schon sind.

Der große Knigge-Extra-Tipp:
Kommunizieren Sie auf gleicher Augenhöhe


Sie sind automatisch in der schwächeren Position, wenn Sie in einem wichtigen Gespräch in einem weichen Sessel versinken, während der andere über Ihnen auf einem hohen Stuhl thront oder sogar aufrecht steht.


 

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Wie Sie bei Geschäftsessen mit ausländischen Geschäftspartnern alles richtig machen

Geschäftsessen brechen das Eis und bringen gute Geschäfte – aber nur, wenn Sie die RICHTIGEN Themen beim Small Talk anschneiden – und wissen, was Sie unbedingt unterlassen sollten!
  • Sind Ihnen die Tabu-Themen der US-Amerikaner bekannt?
  • Wissen Sie, was Franzosen erwarten, bevor Sie zum Geschäftlichen kommen?
  • Kennen Sie die Gesprächsthemen, auf die Italiener Wert legen?
Achtung – in jedem Land herrschen da andere Gepflogenheiten!

Mehr zu korrekten Umgangsformen bei internationalen Geschäftsessen erfahren Sie hier!
Besonders wichtig für Typ B

Wappnen Sie sich!

Gut vorbereitet können Sie

  • selbstbewusster auftreten,
  • besser argumentieren und
  • besser gegenhalten.

Dies gilt umso mehr, wenn Sie es mit einer rhetorisch sehr gewandten Person zu tun haben. Deshalb:

  1. Überlegen Sie sich vorab, was genau Sie erreichen wollen

    Das hilft Ihnen, Ihr Ziel konsequent zu verfolgen und sich nicht davon abbringen zu lassen. Das nämlich verstehen sprachgewandte und gewiefte Redner ganz besonders gut: Ehe Sie sich versehen, diskutieren Sie über ein ganz anderes Thema und sind in der Defensive. Statt sich durchzusetzen, verläuft Ihr Ansinnen im Sand.

    Der große Knigge-Beispiel: Sie möchten mit Ihrem Partner über die diesjährige Urlaubsplanung sprechen. Das 10. Jahr in Folge Österreich. Nein danke, auf gar keinen Fall! Sie kennen Ihren Partner als wortgewandten Menschen, der Ihnen schon so manches Mal mit seiner überzeugend charmanten Art Zugeständnisse abgerungen hat.

    Und Sie wissen, dass er von seinem geliebten Österreichurlaub so leicht nicht abrücken wird. Das Mindeste, was Sie zu Ihrer Vorbereitung tun sollten, ist, sich zu überlegen, was genau Ihnen an einem Österreichurlaub nicht gefällt und – ganz wichtig! – was es stattdessen sein soll.
  2. Sammeln Sie Argumente

    Warum sollten Sie Recht bekommen? Was spricht für Ihren Vorschlag? Vor allem aber: Welche Vorteile hat der andere davon, dass Sie sich durchsetzen? Gerade mit diesen Vorteilen sollten Sie argumentieren, wenn Sie den anderen überzeugen wollen. Er wird Ihnen garantiert eher zustimmen, wenn auch er bei der ganzen Sache gewinnt.

    Der große Knigge-Beispiel: Dass das Klima am Meer seine Atemwegsbeschwerden lindert, wird Ihren Partner wahrscheinlich eher interessieren als die Tatsache, dass Sie Wiesen und Kühe langsam nicht mehr sehen können.

    Wichtig für Typ C
    Übrigens: Auch wenn Sie sich in der stärkeren Position befinden und es eigentlich gar nicht nötig haben, ist diese partnerbezogene Argumentationsstrategie sehr nützlich, denn sie nimmt dem anderen das Gefühl einer einseitigen Niederlage und sorgt dafür, dass die Stimmung gut bleibt.

  3. Nehmen Sie mögliche Einwände gedanklich vorweg

    So vermeiden Sie, dass Ihnen im entscheidenden Moment die Argumente fehlen, und bleiben länger im Gespräch. Versetzen Sie sich auch hierzu wieder in die Position der Gegenseite: Mit welchen Einwänden und Gegenargumenten müssen Sie rechnen? Was können Sie entgegnen?

    Bezogen auf das Urlaubsbeispiel: Vielleicht wird Ihnen Ihr Partner vorhalten, dass Ihre Urlaubspläne zu teuer sind. Gut, wenn Sie sich dann schon informiert haben und ihm den wirklich günstigen Preis nennen können!

  4. Überlegen Sie, wo Sie dem anderen entgegenkommen können

    Wie heißt es so schön: Eine Hand wäscht die andere. Überlegen Sie sich am besten schon vorab, wo Sie dem anderen entgegenkommen können und in welchen Punkten ein Nachgeben für Sie keinesfalls infrage kommt.

    Bezogen auf das Urlaubsbeispiel: Es muss ja nicht Italien sein. Spanien wäre auch okay. Oder aber Sie bieten Ihrem Partner an, diesmal getrennt Urlaub zu machen. Nur nach Österreich, das wissen Sie und dabei bleiben Sie auch, wollen Sie in diesem Jahr definitiv nicht.

 

Der große Knigge-Extra-Tipp: Unverhofft kommt oft

Nicht immer haben Sie die Zeit, sich optimal auf eine Auseinandersetzung vorzubereiten. Manchmal, vielleicht sogar öfter, werden Sie ganz überraschend mit einem bestens präparierten Gegner konfrontiert. Da bringt z. B. Ihr Kollege die Urlaubsplanung auf den Tisch, über die Sie sich bisher noch gar keine Gedanken gemacht haben.

Um hier nicht voreilige Zugeständnisse zu machen, die Ihnen später leid tun, sollten Sie die Diskussion auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. So können Sie sich in Ruhe vorbereiten.

 

Wie Sie Ihre Argumente überzeugend und bestimmt vortragen


Wichtig für Typ B

Formulieren Sie Ihre Vorstellungen, Wünsche und Forderungen klar und unmissverständlich. Denn:

  • Erstens kann Ihr Gegenüber nicht Gedanken lesen.

  • Zweitens: Wer klar und deutlich sagt, was er will, wirkt sicherer als jemand, der nur herumdruckst.

  • Drittens verstehen es sprachgewandte Gegner, Ihnen das Wort im Mund herumzudrehen, wenn Sie ihnen durch unklare Formulierungen selbst die Vorlage dazu bieten. Verzichten Sie insbesondere auf sprachliche Weichmacher wie „eigentlich“, „vielleicht“ oder den Konjunktiv (könnte, müsste, sollte) und unpersönliche „man“-Formulierungen. Beziehen Sie stattdessen klar Stellung.

  • Sehen Sie selbst den Unterschied

    Auf der Party: Sie sind müde, Ihr Partner will noch bleiben.
    • Möglichkeit 1: Sie ziehen sich frustriert in Ihre Ecke zurück und sagen gar nichts. So würde es Typ A machen, um einer möglichen Auseinandersetzung und der damit verbundenen dicken Luft von vornherein aus dem Weg zu gehen.

      Dass Sie das nicht wirklich weiterbringt, wissen Sie schon. Entweder Ihr Partner nimmt Ihren Frust erst gar nicht wahr, oder aber er bezieht ihn nicht auf sich. Sie quälen sich. Und spätestens zuhause ist dann doch noch schlechte Stimmung, weil Sie inzwischen so gereizt sind, dass Sie beim besten Willen nicht mehr nett sein können.

    • Möglichkeit 2: Sie wenden zaghaft ein: „Du, eigentlich muss ich morgen früh raus ...“

      Immerhin, Sie haben sich getraut. Bei so viel Zaghaftigkeit allerdings wird Ihr Partner kaum registrieren, wie müde Sie wirklich sind und wie sehr Sie sich nach Schlaf sehnen. Entsprechend wird er auch wenig Anlass sehen, wirklich schon zu gehen, wo es doch jetzt erst so richtig schön wird.

    • Möglichkeit 3: Sie sagen Ihrem Partner deutlich, dass Sie müde sind, morgen früh rausmüssen und jetzt unbedingt Ihren Schlaf brauchen.

      Erst Ihre klare Ansage ermöglicht eine echte Auseinandersetzung und eine wirkliche Lösung. Bieten Sie Vorschläge an: Und sei es, dass Ihr Partner Sie eben schnell nach Hause bringt und dann noch einmal zur Feier zurückkehrt. Oder: Sie nehmen das Auto, und er fährt mit Freunden mit oder nimmt sich ein Taxi.
     

     
    Verschießen Sie nicht Ihr ganzes Pulver auf einmal

    Dosieren Sie Ihre Argumente sparsam. Vielleicht sagt Ihr Gegenüber gleich Ja zu Ihrem ersten Argument, und Sie können sich alles Weitere sparen. Gezielt nachlegen können Sie immer noch.

    Fakt ist: Zu viele Argumente auf einmal und ungebetene Erklärungen zum Wieso und Weshalb, zu eventuellen Ausnahmen und möglichen Komplikationen verwirren nur. Außerdem liefern Sie Ihrem Gesprächspartner damit jede Menge Gegenargumente und Ausweichthemen, auf die er von allein möglicherweise nie gekommen wäre.

    Erinnern Sie sich an die Eingangsbeispiele? Wenn Sie sich als Großeltern oder Eltern mit Ihrem Kind erst auf lange Diskussionen über die schädlichen Auswirkungen von Zucker, das bevorstehende Mittagessen oder Ihre Erziehungsprinzipien einlassen, haben Sie schon verloren. Mit Erwachsenen ist das nicht anders.

    Außerdem: Je mehr Argumente Sie aneinanderreihen, desto weniger Gewicht hat das Einzelargument. Sie schwächen also selbst Ihre Position.

     

    Bleiben Sie dran!

    Besonders wichtig für Typ B
    Rhetorisch gewandte Gegner verstehen es, vom eigentlichen Thema abzulenken und die Diskussion auf Nebenschauplätzen weiterzuführen. Lassen Sie das nicht zu. Unterbrechen Sie den anderen notfalls und führen Sie das Gespräch zielstrebig zum eigentlichen Anliegen zurück: Gerade höflichen Menschen fällt dies schwer, denn Höflichkeit bedeutet grundsätzlich, dass man den anderen ausreden lässt. In diesem besonderen Fall sind Unterbrechungen allerdings erlaubt. Schließlich wollen Sie später nicht unverrichteter Dinge nach Hause gehen.

    Mögliche höfliche Formulierungen hierzu sind:
    • „Lassen Sie uns darüber ein anderes Mal reden. Mir geht es heute um ...“
    • „Das bringt uns zu weit ab. Lassen Sie uns bitte bei der Sache bleiben.“
    • „Das ist ein wichtiger Hinweis, den ich mir sofort notieren werde. Wir gehen dann später noch einmal genauer darauf ein. Ich möchte zunächst folgenden Punkt klären ...“
    • „Das ist hier nicht das Thema. Wir sprechen über ...“
    Lassen Sie sich durch ein Nein nicht gleich entmutigen

    Bleiben Sie dran, auch wenn der andere nicht sofort begeistert zustimmt oder Einwände hat, denn das ist der Normalfall. Nur wer trotzdem weitermacht, erreicht sein Ziel.

    Der große Knigge-Experten-Tipp: Wie Sie als Profi mit Einwänden umgehen
    Besonders wichtig für Typ C
    • Verzichten Sie möglichst auf Formulierungen wie „Ja, aber ...“, „Nein, das stimmt nicht ...“, „Da bin ich aber ganz anderer Meinung“. Diese Formulierungen provozieren Widerstand und führen oft zu Streit.

    • Fassen Sie stattdessen den Einwand in eigenen Worten zusammen. Damit geben Sie dem anderen zu verstehen, dass Sie seine Meinung zur Kenntnis genommen und verstanden haben.

    • Führen Sie dann ein neues Argument an, oder aber wiederholen Sie ganz einfach noch einmal Ihren Standpunkt.
     

     

    Wie Sie bei aller Bestimmtheit freundlich bleiben

    Besonders wichtig für Typ C
    Sich durchzusetzen ist die eine Sache, sich die guten Beziehungen zu seinen Mitmenschen zu erhalten die andere. Erstrebenswert und wichtig ist beides. Auch ein durchsetzungsstarker Mensch (Typ C) profitiert davon, wenn er sich freundlich und höflich durchsetzt. Das Ziel: Überzeugen statt überreden, einigen statt übertrumpfen.

    Denn:
    „Kein Mensch ist eine Insel.“
    (John Donne, engl. Lyriker, 1572-1631) und

    „Man trifft sich im Leben immer zweimal.“
    (Unbekannt)

    Mit einer höflichen und freundlichen Haltung kommen insbesondere B- und C-Typen ihrem Ziel näher. Denn: Sie machen Ihr Gegenüber aufnahme- und kooperationswillig. Dadurch wird es für Sie leichter, sich zu einigen und sich durchzusetzen. Und für Harmoniemenschen (Typ A) kommt ein anderer Weg als der freundliche in der Regel erst gar nicht infrage.

    Auch Typ A und Typ B profitieren
    Sich freundlich durchzusetzen ist gar nicht so schwer. Sie müssen nur ein bisschen diplomatisch sein:
    • Bitten Sie, anstatt zu fordern. Ein schlichtes „bitte“ reicht schon aus. Betteln müssen Sie nicht.

    • Verzichten Sie auf aggressive Äußerungen, die Ihren Gegner mundtot machen („Kommt nicht infrage“, „Das können Sie vergessen“, „Das haben wir schon immer so gemacht“ usw.).

    • Nehmen Sie den anderen ernst. Lassen Sie ihn ausreden, solange er etwas zum Thema zu sagen hat.

    • Zeigen Sie in anderen, weniger wichtigen Punkten Entgegenkommen und Verhandlungsbereitschaft.

    • Achten Sie darauf, dass das Gespräch trotz aller Meinungsverschiedenheiten sachlich bleibt, und lassen Sie sich nicht provozieren.

    • Handeln Sie nach dem Motto: Hart in der Sache – weich zum Menschen.
    Ihre Durchsetzungsstärke leidet darunter nicht, im Gegenteil. Eine sympathische Autorität erreicht oft mehr als jemand, der droht und seine Macht missbraucht. Probieren Sie es aus.

    Harmonie und eigene Bedürfnisse



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    Quelle: Fotolia © Kzenon

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