Was Sie schon immer zum Thema Namen und Titel wissen wollten: Antworten auf die 10 häufigsten Fragen

Der eigene Name ist die wichtigste Vokabel eines jeden Menschen. Doch wissen Sie immer, wie Sie stilsicher und formvollendet mit dem eigenen Namen und mit dem des Gegenübers umgehen? Welche Angaben auf Tischkarten und Namensschilder gehören? Und wie Sie sich selbst aus der Klemme helfen, wenn Sie einen Namen vergessen haben? Dieser Beitrag aus dem großen Knigge liefert Ihnen Antworten auf die 10 häufigsten Fragen zu diesem Thema:

Vorab ein kleines Quiz: Hätten Sie es gewusst?

Hand aufs Herz: Wissen Sie ad hoc Antworten auf all diese Fragen? Versuchen Sie es im Selbsttest:

  1. Es stimmt, dass man den Namen seines Gegenübers im Gespräch möglichst oft wiederholen sollte.

     richtig
     falsch

  2. Jemand, der promoviert hat, sollte sich selbst mit Doktortitel vorstellen.

     richtig
     falsch

  3. Ist die E-Mail-Adresse dr.regine.meier@beispiel.de empfehlenswert?
      ja, immer
      nein, nur manchmal 
  4. Sollten Sie einen „Dr.“ mit „Doktor“ ansprechen?

      ja
      nein

  5. Sind Adelsbezeichnungen (Baron, Gräfin, Freiherr) Namensbestandteile?

      ja
      nein

  6. Sprechen Sie „Herrn Professor Dr. Dr. Clever“ nur mit „Herr Professor Clever“ an?

      ja
      nein

  7. Gehört die Angabe „Herr“ bzw. „Frau“ mit aufs Namensschild?

      ja
      nein

  8. Gehört die Berufsbezeichnung auf die Tischkarte?

      ja
      nein

  9. Dürfen Sie Spitznamen immer benutzen?

      ja
      nein

  10. „Herr … ähm …“ – sollten Sie zugeben, wenn Sie einen Namen vergessen haben?

      ja
      nein

 

Hier die richtigen Antworten:

zu 1: Die Antwort ist FALSCH. Dies ist mittlerweile veraltet, viele Menschen finden dies auch nervend. Mehr dazu in Punkt 1.

zu 2: Die Antwort ist FALSCH. Sich selber mit „Dr. XY“ vorzustellen wirkt meist arrogant. Lesen Sie Punkt 2, um mehr darüber zu erfahren.

zu 3: Die Antwort lautet: NEIN, NUR MANCHMAL. Auch dies kann arrogant wirken. In Punkt 3 lesen Sie, wie Sie diese Frage am besten lösen.

Zu 4: Die Antwort lautet: JA. Zwar sind Sie rechtlich nicht dazu verpflichtet, jedoch sollten Sie einen Doktor auch als solchen ansprechen. Weiteres lesen Sie in Punkt 4.


Zu 5: Die Antwort lautet: JA. Die Adelsbezeichnung gehört tatsächlich zum Familiennamen. In Punkt 5 erfahren Sie, wie Sie einen Adligen korrekt ansprechen. 

Zu 6: Die Antwort lautet: JA. Einen „Herrn Prof. Dr. Dr. Clever“ sprechen Sie ausschließlich mit „Herrn Professor Clever“ an. Mehr dazu in Punkt 6.

Zu 7: Die Antwort lautet: NEIN. Auf einem Namensschild ist wenig Platz vorhanden, deswegen sollten Sie die Anrede weg lassen. Lesen Sie Punkt 7, um mehr darüber zu erfahren.

Zu 8: Die Antwort lautet: NEIN. Dies ist eher unüblich. Eine andere Lösung finden Sie bei Punkt 8.

Zu 9: Die Antwort lautet: NEIN. Nicht jeder ist Glücklich über seinen Spitznamen. Um peinliche Situationen zu vermeiden sollten Sie Punkt 9 lesen.

Zu 10: Die Antwort lautet: JA. Diese Situation wird jeder kennen. Wie sie sich dabei richtig Verhalten, lesen Sie bei Punkt 10.

Haben Sie bei der einen oder anderen Frage gezögert? Die Erläuterungen finden Sie auf dieser Seite. Eine Schnellübersicht finden Sie am Ende des Beitrags.

1. 

Stimmt es, dass Sie den Namen Ihres Gegenübers so oft wie möglich wiederholen sollten?

 

Nein, das war zwar bis vor kurzer Zeit richtig, ist mittlerweile jedoch veraltet. Es stimmt zwar immer noch, dass der eigene Name die liebste Vokabel eines jeden Menschen ist. Der amerikanische Erfolgs-Trainer Dale Carnegie predigte dies immer wieder in seinen Vorträgen und Seminaren:

 

„Wer den Namen eines anderen behält und ihn immer wieder ausspricht,
macht dem Betreffenden ein diskretes, aber wirkungsvolles Kompliment.“

Masche der Telefonprofis

So weit hatte Carnegie sicherlich Recht. Doch dann machten sich die Telefonmarketing-Profis dieses Wissen zunutze und schossen dabei weit über das Ziel hinaus:

Der großen Knigge-Beispiel: „Spreche ich mit Herrn Schmeichelmich? Ah, wie schön, guten Tag, Herr Schmeichelmich! Nur heute habe ich exklusiv, einzigartig und nur für Sie, Herr Schmeichelmich, ein ganz besonderes Angebot … Was sagen Sie dazu, Herr Schmeichelmich?“

Wie wirkt so ein Anruf auf Sie? Die meisten Menschen finden die andauernde Namenswiederholung mittlerweile penetrant. Es soll sogar Menschen geben, die dadurch aggressiv werden.

Neue Regel: Drei Mal genügt

Daher gilt neuerdings: Benutzen Sie den Namen Ihres Gegenübers, übertreiben Sie dabei jedoch nicht. Wenn Sie den Namen jeweils ein

  • zur Begrüßung,
  • in der Mitte des Gesprächs und
  • bei der Verabschiedung

nennen, genügt das vollkommen.

 

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2. Stellt ein Promovierter sich selbst mit Doktortitel vor?

 

Nein. Ganz im Sinne des deutschen Schriftstellers und Bühnenautors Sigmund Graff (1898–1979) ist Understatement gefragt: „Einen Namen hat man, wenn man keinen Wert auf einen Titel legt.“

 

Auch Sie sollten keinen Wert auf Ihren Titel legen. Sich selbst als „Doktor Ottmar Wichtigtu“ vorzustellen ist in etwa so, als wenn Bill Gates, der Gründer des Microsoft-Imperiums, sich Ihnen mit diesen Worten vorstellen würde: „Bill Gates, Multimilliardär“. Der Eindruck wäre der gleiche: arrogant.

Schlagen Sie besser die leisen Töne an:

  •  Überreichen Sie Ihre Visitenkarte, auf der Ihr Doktortitel vermerkt ist.
  • Lassen Sie sich von einer dritten Person korrekt und mit Titel vorstellen.
  • Hüten Sie sich davor, auf die Nichtdoktoren dieser Welt herabzuschauen. Behandeln Sie sie gleichwertig. Das bringt Ihnen Sympathiepunkte und zeugt von Respekt.
  • Bieten Sie in guten Beziehungen eine gleichberechtigte Anrede an: „Herr Höflich, bitte lassen Sie den Doktortitel doch weg. Max Weißbescheid genügt.“
  • Doktoren unter sich (z. B. Ärzte) sprechen sich ebenfalls ohne Titel an.

 

Der großen Knigge-Extra-Tipp: So stellen Sie klar, dass Sie Arzt sind

Ein Arzt fragte mich neulich, wie er denn bei einem Anruf im Klinikum deutlich machen solle, dass er als Arzt mit dem Arzt sprechen möchte und kein Patient ist. Auch in einem solchen Fall müssen Sie sich nicht mit „Ich bin Doktor Müller“ vorstellen.

Besser ist: „Guten Tag, hier spricht Hugo Müller. Bitte verbinden Sie mich mit meinem Kollegen Herrn Doktor Meier.“ Diese Lösung ist auch dann empfehlenswert, wenn Sie Arzt ohne Doktortitel sind.

 

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3. Ist die E-Mail-Adresse dr.regine.meier@beispiel.de empfehlenswert?

 

Prinzipiell ist es kein Fauxpas, den Doktortitel auch in der E-Mail-Adresse zu nennen. Allerdings wirkt dies auf viele Menschen sehr demonstrativ.

 

Im Gebrüder-Grimm-Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ nähte die Hauptfigur „7“ auf ihren Gürtel, weil sie sieben Fliegen auf einen Streich erledigt hatte. Mit dieser plakativen Selbst-PR und seinem Einfallsreichtum erhielt das Schneiderlein die Königstochter zur Frau und den Königsthron. Doch es hatte mehr Glück als Verstand, denn eigentlich war sich der König sicher, dass dieser selbstherrliche Schneider an den gestellten Aufgaben scheitern und seinen Hochmut mit dem Leben bezahlen würde.

Überlegen Sie, ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, sich den Doktortitel „auf den Gürtel zu nähen“. In vielen Fällen dürfte es genügen, wenn Sie

  • im Briefkopf,
  • in der Anschrift und/oder
  • in der maschinellen Wiederholung Ihrer Unterschrift aufführen.

Nennen Sie ihn bereits in der E-Mail-Adresse, wenn es nicht nur um die Ehre, sondern auch um die Sache geht: Eine E-Mail an ein Krankenhaus von dr.meier@beispiel.de wird direkt mit der erforderlichen Priorität behandelt und weitergeleitet.

Der großen Knigge-Extra-Tipp: Achtung Gerücht: Der Doktortitel ist kein Namensbestandteil!

Einer meiner Freunde hat mit mir um eine Flasche Champagner gewettet, dass der Doktortitel ein Namensbestandteil sei. Die Begründung: Der Doktortitel werde schließlich auch im Personalausweis eingetragen.

Doch ein Doktortitel ist kein Namensbestandteil, er kann nicht vererbt werden. Auch die Ehepartnerinnen und -partner von Doktoren werden in Deutschland nicht mit Doktor oder „Frau Doktor“ angesprochen:

„Akademische Grade sind keine Bestandteile des Familiennamens. Der Bundesgerichtshof hat hierzu in seiner Entscheidung vom 19. Dezember 1962 (BGHZ 38, 380) ausgeführt, dass sich die Eintragungsfähigkeit akademischer Grade aus der ständigen Übung ergebe, sie in Personenstandsbücher und -urkunden aufzunehmen, obwohl sie weder Bestandteil des Namens seien noch dem Beruf zugerechnet werden könnten und es auch an einer gesetzlichen Grundlage für die Eintragung fehle.“

(aus: Ratgeber für Anreden und Anschriften, Bundesministerium des Innern)

Zwar kann der Doktortitel in den  Personalausweis eingetragen werden, zum Namensbestandteil wird er deswegen jedoch nicht.

 

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4. Sollten Sie einen Doktor mit Doktortitel ansprechen?

 

Der Inhaber eines akademischen Grades ist berechtigt, diesen zu führen. So steht es in § 1 des Gesetzes über die Führung akademischer Grade. Allerdings hat niemand einen rechtlichen Anspruch darauf, damit angesprochen zu werden.

 

Sie müssen den Träger eines Doktortitels also nicht mit seinem akademischen Grad ansprechen, Sie sollten es jedoch. Es ist eine Frage der Höflichkeit! Erkennen Sie die Kompetenz und das Fachwissen Ihres Gegenübers an, indem Sie den Doktortitel bei der Anrede nennen.

Folgende Ausnahmen gelten

  • Ihr Gegenüber fordert Sie auf, den Doktortitel wegzulassen.
  • Sie arbeiten in einem Unternehmen, in dem gemäß Firmenphilosophie Doktortitel nicht genannt, geführt und sogar auf den Visitenkarten weggelassen werden.
  • Doktoren unter sich sprechen miteinander.

So lauten die Spielregeln

  • Bei der Selbstvorstellung stellt sich der Doktor Erwin Müller schlicht als „Erwin Müller“ vor.
  • Sie reden Ihren neuen Bekannten als „Herr Müller“ an, solange Sie es nicht besser wissen.
  • Wenn Sie von Dritten oder über die Visitenkarte erfahren, dass Ihr Gegenüber Doktor ist, sollten Sie zeigen, dass Sie die Regeln kennen, indem Sie ab sofort „Herr Dr. Müller“ sagen.

 

 

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5. Sind Adelsbezeichnungen Namensbestandteile?

 

Im Gegensatz zu akademischen Titeln gehören Adelsbezeichnungen zum Familiennamen. Seit der Weimarer Verfassung von 1919 gelten sie als Namensbestandteile bzw. „Namensprädikate“.

 

Eine Gräfin schreiben Sie zum Beispiel so an: Frau Margarete Gräfin von Musterburg. Rein sachlich betrachtet wäre auch die mündliche oder briefliche Anrede „Frau Gräfin von Musterburg“ korrekt.

Dennoch hat sich diese korrekte Form nicht im Sprachgebrauch durchgesetzt. Da früher nur das Dienstpersonal „Frau Gräfin“ sagte, ist es auch heute noch üblich, nur „Gräfin von Musterburg“ oder – noch etwas vertrauter – „Gräfin Musterburg“ zu sagen.

Adel verpflichtet

Auch wenn das Adelsprädikat zum Familiennamen gehört: Die meisten Adeligen beweisen Understatement und stellen sich zum Beispiel nur als „Margarete von Musterburg“ oder „Draco Dracula“ vor.

Es liegt an Ihnen, zur korrekten Anrede „Gräfin von Musterburg“ und „Graf Dracula“ zu wechseln, sobald Sie von der adeligen Herkunft Ihres Gegenübers erfahren.

Der großen Knigge-Tipp: Lesen Sie aus diesem Grund Visitenkarten besonders aufmerksam durch.

 

Der großen Knigge-Extra-Tipp: Korrekte Anreden

Korrekte Anreden und Anschriften für Grafen, Baroninnen und Freiherren liefert Ihnen die Anredenmaschine auf www.stil.de.

 

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6. Wie sprechen Sie Herrn Professor Dr. Dr. richtig an?

In der mündlichen und schriftlichen Anrede zählt nur der höchste Titel. Herrn Professor Dr. Dr. Clever sprechen Sie also einfach mit „Herr Professor Clever“ an.

Denken Sie an die weibliche Form

Früher absolvierten Mädchen eine Ausbildung zum „Industriekaufmann“. Damals war diese Formulierung normal, nach heutigem Sprachgefühl ist sie befremdlich: Wie soll eine Frau eine Ausbildung zum „Mann“ machen?

Diese Zeiten sind vorbei, heutzutage werden auch Industriekauffrauen ausgebildet. Und natürlich gibt es nicht nur Professoren, sondern auch Professorinnen. Die richtige schriftliche Anredeform ist z.  B.:  Frau Professorin Uta Schmidt – und nicht etwa Frau Professor Uta Schmidt

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7. Gehört die Angabe „Frau“ bzw. „Herr“ der Höflichkeit halber aufs Namensschild?

 

Nein. Auf einem Namensschild ist nicht viel Platz, deswegen sollten Sie es nicht überfrachten. Mindestens der Vor- und Zuname gehören aufs Namensschild.

Folgende Angaben gehören dazu

Muss

Wenn sinnvoll

Überflüssig

Vorname

akademischer Grad

abgekürzte Vornamen

Nachname

Position / Amtsbezeichnung

Frau / Herr

Adelsbezeichnungen

Firma

Logo

Die Schrift sollte mindestens 14 Punkt groß sein. Geeignete Schrifttypen sind Arial und Times New Roman, weil sie auch aus einer größeren Entfernung gut lesbar sind. Welche Angaben relevant sein könnten, hängt davon ab, ob

  • die Veranstaltung beruflich oder privat ist und
  • wie gut die Anwesenden einander kennen/wie viel sie voneinander wissen.

Erleichtern Sie den Small Talk

Um die Kontaktaufnahme zu erleichtern, sind Angaben wie die Firma oder die Position hilfreich. Nehmen Sie Amtsbezeichnungen und akademische Grade mit auf, bewahren Sie manch einen Gast vor Fettnäpfchen.

Warum Namensschild nicht gleich Namensschild ist

Namensschilder gibt es mit Anstecknadel, mit Klemmen, drehbarem Clip, Druckknöpfen, Magneten oder Schlüsselbändern. Schauen Sie sich das Modell gut an, bevor Sie als Veranstalter große Mengen davon bestellen. Viele Klemm-, Clip- und Ansteckmodelle können empfindliche Kleidungsstoffe beschädigen. Das wird Ihre Gäste nicht freuen.

Der großen Knigge-Tipp: Magnetschilder und Namensschilder zum Umhängen

Für den wiederholten Einsatz eignen sich Magnetschilder (mit 2 kleinen Magneten) am besten. Mit den 2 Magneten klemmen Sie die Schilder kinderleicht an Sakkos, Hemden, Blusen und Kleidern fest. Außerdem hinterlässt diese Befestigungsmethode keine unerwünschten Spuren auf der Kleidung. Leider sind diese Namensschilder im Vergleich zu anderen relativ teuer (ab ca. 1,95 Euro pro Stück).

Achtung: Nicht für Personen mit Herzschrittmachern geeignet!

Die zweite Variante: Namensschilder mit Textilband zum Umhängen. Auch sie hinterlassen keine unerwünschten Spuren auf der Kleidung und sind ebenso für Personen mit Herzschrittmachern geeignet (Kosten: ab ca. 1,70 Euro/Stück).

Wohin nur mit dem Namensschild?

Hin und wieder taucht die Frage auf, wo das Namensschild befestigt werden soll. Sie dürfen nach Gusto entscheiden, ob das Namensschild links oder rechts besser aussieht. Oft ist es bequem, das Namensschild an der Jackentasche zu befestigen.

Achtung! Manche Menschen befestigen ihr Namensschild am Gürtel oder am Saum des Pullunders. Das ist nicht sinnvoll! Schließlich soll Ihr Gegenüber nicht auf Ihre Hüfte, sondern in Ihr Gesicht schauen.

 

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8. Gehört die Berufsbezeichnung auf die Tischkarte?

 

Nein, dies ist eher unüblich. Unterscheiden Sie zwischen

  • großen Tischkarten bei Meetings und Besprechungen und
  • kleinen Tischkarten für die Sitzordnung am Esstisch.

 Große Tischkarten

Sie bestehen aus weißem Karton, sind ca. 15 cm lang und werden beidseitig schwarz beschriftet (maschinell oder per Hand). Durch die beidseitige Beschriftung können auch die unmittelbaren Sitznachbarn den Namen lesen.

Achtung! Lassen Sie die Teilnehmer die Karten nicht selbst beschriften. Oft schreiben die Gäste unleserlich, zu klein oder sind mit der Aufgabe überfordert:

  • Der Erste schreibt nur „G. Grundig“,
  • die Zweite „Lisa M.“,
  • der Dritte „Herr Müller“.

Der großen Knigge-Extra-Tipp: Sehen Sie es als Gastgeber-Service an und beschriften Sie die Schilder selbst, wenn es stilvoll sein soll. Schreiben Sie den Vor- und Zunamen auf die Karte. Der Zusatz „Herr“ oder „Frau“ ist überflüssig, das sieht man. Es ist nicht empfehlenswert, den Vornamen abzukürzen. Bei der Angabe „G. Meyer“ hat das „G.“ keinerlei Informationswert.

Weitere Angaben: Adels- und Doktortitel sollten Sie dazuschreiben, wenn der Platz es zulässt und Sie die entsprechenden kompletten Informationen haben. Es bewahrt vor Fettnäpfchen.

Kleine Tischkärtchen

Kleine Tischkärtchen dienen in erster Linie dazu, den Gästen ihren Platz zuzuweisen. Außerdem sind sie eine willkommene Gedächtnisstütze bei der Anrede, wenn sich die Tischnachbarn nicht bzw. nicht so gut kennen. Für sie gilt das Gleiche wie für die großen Tischkarten: Beschriften Sie sie beidseitig.

Entscheiden Sie wie bei den Namensschildern, welche Angaben erforderlich und sinnvoll sind.

 

Der großen Knigge-Extra-Tipp: Legen Sie eine Anwesenheitsliste aus

Eine elegante Lösung ist, sämtliche Angaben außer dem Namen auf Anwesenheitslisten zu vermerken, die Sie auslegen. Hier können sich alle Gäste in Ruhe darüber informieren

  • wer die anderen Anwesenden sind,
  • von welcher Firma sie kommen,
  •  

 

 

 

 

9.Dürfen Sie Spitznamen benutzen?

 

Nicht immer. Finden Sie zuerst heraus, wie glücklich oder unglücklich jemand mit seinem Spitznamen ist. Ein Name ist nicht nur ein Name. „Der Name ist ein Stück des Seins und der Seele“, sagte der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann. Und das ist wahrscheinlich der Grund, warum Menschen sehr verletzt sein können, wenn ihr Name abgekürzt oder verändert wird. Haben Sie Zweifel, ob der Namensträger mit seinem Kosenamen einverstanden ist?

  • Nicht jeder „Herr Podolski“ lässt sich gern „Poldi“ rufen.
  • Nicht jede „Susanne“ wird gern „Susi“ genannt, und
  • „Joseph“ ist nicht automatisch der „Sepp“.

 

Der großen Knigge-Extra-Tipp: Korrekte Aussprache

Achten Sie auch auf die korrekte Aussprache des Namens, fragen Sie im Zweifel nach. Regionale Verunglimpfungen sind tabu. Die norddeutsche Astrid wird wütend, wenn der schwäbische Kollege sie „Aschtrid“ ruft.

Peter ist (auch im „Hesse-Land“) nicht immer gern der „Pedda“. Hier spricht Agnes Jarosch, die Chefredakteurin des „großen Knigge“ aus Erfahrung, denn leider lässt sich auch ihr Vorname sehr leicht verunstalten: Es heißt nicht Ang-nes (wie „Angeln“), nicht Achnes (wie „Ach herrje“), nicht Ack-nes (wie „Back-Stube“) und auch nicht A-G-nes (wie „AGB“), sondern einfach Agnes wie Agnes (wie in „Magnet“).

Fragen Sie im Zweifelsfall nach, ob Sie „Monika“ auch „Moni“ rufen dürfen. Akzeptieren Sie, wenn dies nicht gewünscht wird.

 

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10.„Herr … ähm …“ – sollten Sie zugeben, wenn Sie einen Namen vergessen haben?

 

In solchen Situationen ist Fingerspitzengefühl gefragt. 2 Risiken bestehen:

  • Ihr Gegenüber ist persönlich beleidigt, weil Sie seinen Namen nicht mehr wissen.
  • Ihr Gegenüber hält Sie für unaufmerksam, vergesslich oder trottelig.

Als Der großen Knigge-Chefredakteurin empfiehle ich Ihnen eine dieser 3 Reaktionen:

  • Sie fragen in einem günstigen Moment diskret eine gemeinsame Bekannte/einen gemeinsamen Freund, wie der Name Ihres Gegenübers lautet.
  • Sie bitten um die Visitenkarte.
  • Sie sind ehrlich, entschuldigen sich und bedauern, sich gerade nicht an den Namen erinnern zu können.

 Reagieren Sie schnell

Je eher Sie Ihre Wissenslücke zugeben, desto besser. Eine Telefonauskunft macht Werbung damit, dass sie für einen jungen Mann den Namen der Frau herausfindet, die schlafend neben ihm im Bett liegt. Freudestrahlend sagt er „Guten Morgen, Monika“. In der Werbung wirkt dies komisch – im wahren Leben ist es das nicht.

So helfen Sie sich im Gespräch aus der Klemme

  • „Bitte entschuldigen Sie. Ich habe mich so auf unser Gespräch konzentriert, dass mir Ihr Name glatt entfallen ist.“
  • Hier ist meine Visitenkarte. Haben Sie auch eine für mich?“
  • Falls Ihr Gegenüber keine Visitenkarte hat: „Sagen Sie mir, wie man Ihren Namen richtig schreibt?“
  • „Mein Gehirn verweigert mir gerade den Dienst. Bitte helfen Sie mir aus der Klemme und sagen Sie mir Ihren Namen noch einmal.“
  • „Bitte entschuldigen Sie, mein Namensgedächtnis ist heute an der Kapazitätsgrenze. Bitte sagen Sie mir Ihren Namen noch einmal.“
  • Gegenüber dem anderen Geschlecht können Sie ggf. auch die charmante Tour wagen: „Sie bringen mich ganz durcheinander. Bitte wiederholen Sie Ihren Namen für mich.“

Achtung Fettnäpfchen: „Wie war der Name?“

Es gibt keinen Grund, in der Vergangenheitsform zu sprechen. Schließlich ist Ihr Gegenüber lebendig und erfreut sich hoffentlich bester Gesundheit. Die Vergangenheitsform lässt dann doch eher auf einen Verstorbenen schließen.

In jedem Fall klingt es besser, wenn Sie fragen: „Wiederholen Sie Ihren Namen bitte noch einmal für mich?“ Lassen Sie sich die Namen buchstabieren, wenn mehrere Schreibweisen möglich sind, z. B.:

  • „Meyer“ oder „Meier“?
  • „Schmidt“ oder „Schmitt“?
  • „Clara“ oder „Klara“?
  • „Stefan“ oder „Stephan“?

Das gilt auch für komplizierte Namen. Machen Sie aus „Herrn Komplizovski“ nicht „Herrn Komplovski“. Fragen Sie auch nicht, wie der „werte“ Name ist oder war. Auch das klingt aufgesetzt und ziemlich verstaubt. Ungeeignet ist auch die Formulierung: „Können Sie mir Ihren Namen noch einmal sagen?“ Dass der andere das kann, also körperlich und geistig dazu befähigt ist, steht schließlich außer Frage.

 

Der großen Knigge-Extra-Tipp: So merken Sie sich Namen

  1. Altbewährt: Bauen Sie eine Eselsbrücke

    Mit ein bisschen Übung ist es gar nicht so schwer, sich Namen in Erinnerung zu rufen:

    • Herr Kurz ist sehr groß.
    • Frau Strunz runzelt oft die Stirn.
    • Herr Reinhard wohnt nicht am Rhein, sondern an der Mosel.
    • Frau Droll ist gebürtige Spanierin und rollt das „R“ so schön.
    • Frau Hartmann wirkt sehr fraulich/weiblich.

  2. Nutzen Sie die moderne Technik

    Fast alle Handys haben heutzutage eine Kamerafunktion. Wenn Sie einen Menschen (z. B. auf einer Party) kennen lernen und die Telefonnummern tauschen, können Sie fragen: „Darf ich Ihre Kontaktdaten um ein Foto ergänzen?“ Wenn die Antwort positiv ausfällt, können Sie das Foto der Telefonnummer und dem Namen zuweisen.

 

 

Achtung: Fotografieren Sie niemanden ungefragt! Viele Menschen mögen das nicht.

 

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Schnellübersicht des großen Knigge: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bedenken Sie: Der eigene Name ist die liebste Vokabel eines Menschen. Fehler bei der An- und Aussprache sind deswegen besonders peinlich und unangenehm.
 
  • Übertreiben Sie es nicht mit der Namenswiederholung: Drei Mal im Telefonat/Gespräch genügt.
 
  • Bei der Selbstvorstellung ist es stilvoll, Understatement zu zeigen: Adelsprädikate und akademische Titel werden nicht mitgenannt – bei der Vorstellung durch eine dritte Person schon.
 
  • Rechtlich gilt: Adelsprädikate gehören zum Namen dazu, Doktortitel nicht.
 
  • Höflich ist: Hat Ihr Gegenüber einen Doktortitel oder ein Adelsprädikat, sprechen Sie ihn damit an.
 
  • Auf Namensschilder gehört zumindest der Name und ggf. die Adelsbezeichnung. Der Zusatz Frau/Herr ist überflüssig.
 
  • Auch Tischkarten dienen als Gedächtnisstütze. Legen Sie ggf. eine Anwesenheitsliste mit weiteren Angaben (Firma, Position, etc.) aus.
 
  • Benutzen Sie einen Spitznamen nur, wenn Sie wissen, dass Ihr Gegenüber ihn akzeptiert.
 
  • Tauschen Sie ggf. die Visitenkarten, um den Namen Ihres Gegenübers schriftlich zu haben.
 
  • Reagieren Sie sofort, wenn Sie einen Namen vergessen haben: Je länger Sie warten, desto peinlicher wird es.
 
  • Meiden Sie tollpatschige Formulierungen wie z. B. „Wie war der Name?“ oder „Können Sie mir Ihren Namen noch einmal sagen?“

 
In diesem Beitrag wurden Bilder des Fotografen tirtob aus der Bildersatenbank „Fotolia“ verwendet


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Quelle: Fotolia © Monkey Business

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